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Amok-Alarm in Landsberg

06.05.2009

Schwere Stunden für Schüler und Lehrer

Amok-Alarm Landsberg
2 Bilder
Großeinsatz am Landsberger Ignaz-Kögler-Gymnasium nach einem Amok-Alarm. Bild: Thorsten Jordan

Amok-Alarm am Landsberger Ignaz-Kögler-Gymnasium. Die gut 1000 Schüler und ihre Lehrer mussten zwei schwere Stunden in einer beklemmenden Situation überstehen. Von Thomas Wunder

Landsberg. Am Ende überwog die Erleichterung. Zuvor hatten die gut 1000 Schüler des Ignaz-Kögler-Gymnasiums und ihre Lehrer zwei schwere Stunden in einer beklemmenden Situation überstanden.

Ein zwölfjähriger Sechstklässler will kurz nach der zweiten Pause einen maskierten und mit einem Messer bewaffneten Mann auf dem Flur im ersten Stock der Schule gesehen haben. Nachdem er seine Beobachtung seinem Klassenlehrer gemeldet hatte, löste die Schulleitung Alarm aus.

Schüler und Lehrer schlossen sich in den Zimmern ein, die Polizei sperrte das Gebäude ab und suchte den möglichen Amokläufer. Nach der Entwarnung gegen 13.30 Uhr verließen Schüler und Lehrer unverletzt das Gymnasium. Von dem Unbekannten fehlt jede Spur.
Es war ein Großaufgebot von Polizei und Rettungskräften, das sich Mittwochmittag in der Lechstraße auf einen möglichen Amoklauf eingestellt hatte. Sie waren nach der Mitteilung der Schulleitung angefordert worden. Gegen 11.30 Uhr, kurz nach der zweiten Pause, hatte der zwölf Jahre alte Schüler die Toilette verlassen. Auf dem Flur will er danach einen Mann gesehen haben, der mit einer Sturmmaske mit Sehschlitz bekleidet war. In der Hand soll der Unbekannte ein Messer mit einer etwa 15 Zentimeter langen Klinge gehalten haben, sagt Hans-Peter Kammerer, der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Nord.

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Schulleitung löste Alarm aus

Der Bub rannte zurück in sein Klassenzimmer und informierte seinen Lehrer, der die Nachricht ans Sekretariat übermittelte. Daraufhin löste die Schulleitung Alarm aus. Schüler und Lehrer wurden per Code-Durchsage aufgefordert, sich in den Klassenzimmern in Sicherheit zu bringen und die Türen zu verschließen.

"Das ist alles vorbildlich gelaufen", sagte ein Polizist, der kurze Zeit später mit einem Suchhund das Schulgebäude nach dem möglichen Amokläufer durchsuchte. Die Polizeikräfte sperrten das Schulgebäude nach allen Seiten ab. Im Inneren wurde in allen Räumen - gut über 100 - nach dem Unbekannten oder einen Hinweis auf ihn gesucht. Ein Schüler, der im Rollstuhl sitzt, wurde unter Begleitschutz aus dem Gebäude gebracht.

Zwei Stunden nach der Meldung des Schülers war der Spuk beendet. Schüler und Lehrer durften ihre Klassenzimmer verlassen. Sie alle blieben unverletzt, wer wollte wurde von Lehrern, der Schulpsychologin und den Männern und Frauen des Kriseninterventionsteams betreut. Die Mehrzahl der Schüler berichtete zunächst Eltern und Freunde via Handy vom glücklichen Ausgang des Einsatzes. Die Schulleitung informierte im Internet. "Ich hatte zum ersten Mal Angst um mein Leben", schilderte ein Schüler der Kollegstufe. Er und seine Mitschüler hatten befürchtet, der Täter stünde vor ihrem Klassenzimmer.

Sechstklässler bestätigt seine Beobachtung gegenüber Polizei

Der zwölfjährige Sechstklässler bestätigte seine Beobachtung auch gegenüber den Beamten der Kriminalpolizei, wie Hans-Peter Kammerer sagte. "Wir nehmen diese Aussage ernst", so der Pressesprecher. Der Bub sei aber der einzige gewesen, der den vermummten Mann gesehen haben will. Bis zum späten Nachmittag suchte die Polizei - auch mit Hubschrauber - nach dem Unbekannten. Bislang ohne Erfolg.

An der Schule herrschte danach große Erleichterung. Am Abend fand ein Elternsprechtag statt. Am Donnerstag werde in der Schule sicherlich über den Vorfall im Unterricht gesprochen. Wie Schulleitung im Internet mitteilt, finden keine Leistungserhebungen statt, vor allem keine Schulaufgaben. Danach ist eigentlich wieder Alltag angesagt - am Freitag beginnt das Abitur.

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