Newsticker

USA: Fünf Millionen gemeldete Corona-Infektionen seit Beginn der Pandemie
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Sie feiern Diamantene Hochzeit

Petzenhausen

16.07.2020

Sie feiern Diamantene Hochzeit

Maria und Paul Ach aus Petzenhausen feiern am Wochenende ihre Diamantene Hochzeit.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Seit 60 Jahren sind Maria und Paul Ach verheiratet. Gefunkt hat es auf einer Brücke in Rosenheim. Viele Menschen im nördlichen Landkreis kennen die beiden.

Bei Rosenheim war’s, auf einer Brücke über die Bahngleise: Paul und Maria Ach haben sich voneinander verabschiedet und radelten in entgegengesetzter Richtung weg. Am Ende der Brücke aber, da drehten sich beide gleichzeitig noch einmal um. Das war der Beginn einer Liebe, die in eine Ehe mündete und auch jetzt, nach mehr als 60 Jahren, noch andauert. Am heutigen Donnerstag können Maria und Paul Ach aus Petzenhausen auf 60 gemeinsame Ehejahre zurückblicken.

Und wenn es nach den beiden geht, dann „kann es noch möglichst lang so weiter gehen wie jetzt“. Gefeiert wird das Diamantene Hochzeitsjubiläum am Samstag, zusammen mit Kindern und Enkeln, Verwandten und Freunden. Maria und Paul Ach sind vielen Menschen – vor allem im nördlichen Landkreis –bekannt, haben sie doch viele Schüler ein Stück weit auf ihrem schulischen Weg begleitet. Paul Ach unterrichtete nach einem kurzen Intermezzo in Unterbrunn am Starnberger See, anfangs in Petzenhausen, dann in Weil und anschließend 24 Jahre als Rektor der Scheuringer Schule. Ehefrau Maria war eigentlich Berufsschullehrerin, sie unterrichtete schließlich aber auch in Scheuring, zunächst im Bereich Hauswirtschaft, später nach abgeschlossenem Theologiestudium, als Religionslehrerin. „Er war quasi mein gestrenger Chef“, meint die 85-Jährige feixend in Richtung Gatten, „aber nur in der Schule.“ Natürlich sind beide längst in Pension, der jetzt 83-jährige Paul nach 42 Jahren im Schuldienst.

Den Weg nach Petzenhausen lange gesucht

Dass sie mal so richtig auf dem Land, in einem kleinen Dorf leben würden, haben sich Maria und Paul Ach nicht vorstellen können. Allein um Petzenhausen überhaupt erst zu finden, habe sie gleich drei Landkarten gebraucht, meint Maria schmunzelnd. Beide sind gebürtige Münchner, Paul wuchs hier auch auf. Maria allerdings zog öfter um, das brachte der Beruf ihres Vaters mit sich. „Die schönste Zeit hab ich in Bernau am Chiemsee erlebt“, schwärmt sie noch heute. Kennengelernt hat sich das heutige Jubelpaar während des Studiums. Beide haben im gleichen Haus in der Schwanthaler Straße gewohnt, einer im Vorder-, einer im Rückgebäude. Einen ersten Kontakt gab es, als Maria mit einem Bekannten ins Kino ging und dieser noch einen Freund, besagten Paul, mitbrachte. Ein schrecklicher Horrorfilm sei es gewesen, erinnert sich Paul noch heute.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

14 Tage später hat Maria auf dem Hof ein Netz an das Hinterrad ihres Fahrrads gespannt, die beiden kamen ins Gespräch und Maria fragte Paul, ob er sie nicht wenigstens einen Teil der Strecke bis Bernau begleiten würde. Ihre Schwestern hatten ihr nämlich verboten, eine so weite Strecke – immerhin 90 Kilometer – allein zu radeln. Paul sagte zu und die besagten Blicke auf der Bahnbrücke trafen mitten ins Herz des jeweils Anderen. Das war 1956, geheiratet wurde 1960. Das Paar zog zwei Söhne groß, unterrichtete viele Schüler und nutzte die freie Zeit nicht nur für Hobbys. Beide waren in örtlichen Vereinen aktiv. Sie zählen Frauenbund, Schützenverein, Veteranenverein, Katholisches Bildungswerk und Pfarrgemeinderat auf. „Rund 30 Jahre lang haben wir uns auch in der JVA Aichach ehrenamtlich engagiert.“ Urlaube und Freizeiten verbrachte das Paar in Österreich, beim Bergsteigen. Pauls besondere Vorliebe? „Pässe fahren“, meint er schmunzelnd. Eigentlich habe er alle Alpenpässe befahren. „Der Umbrail war damals noch gar nicht asphaltiert“.

Sie reden viel miteinander

Wie eine Ehe, eine Partnerschaft so lange Zeit hält und gut geht? „Das Wichtigste ist viel reden, immer im Gespräch bleiben“, sagt Paul Ach. „Wir zwei können stundenlang miteinander reden.“ Für Maria Ach gehört dazu auch, den Partner stets ernst zu nehmen. „Jeder sollte den Anderen so nehmen, wie er ist, mit Fehlern und Schwächen.“

Noch viel könne erzählt, spekuliert, philosophiert werden. Das Allerwichtigste aber, was alles einschließt, was über allem stehen sollte, was der Kitt ist für eine solch lange Verbindung, das sind für Maria Ach zwei einfache kleine Wörter mit größtmöglicher Tragweite: „Liab ham“.

Das könnte Sie auch interessieren: Die Eltern des kranken Jerome aus Kaufering brauchen Hilfe

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren