Newsticker
Kassenärzte erwarten Aufhebung der Impf-Priorisierungen im Mai
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Silvester in Landsberg: Leere Straßen und ein klarer Himmel

Landsberg

01.01.2021

Silvester in Landsberg: Leere Straßen und ein klarer Himmel

Festlich beleuchtet, aber ganz ohne Menschen: Der Landsberger Hauptplatz an Silvester 2020.
Foto: Thorsten Jordan

Plus An Silvester sind die Straßen in Landsberg menschenleer und der Himmel bleibt bei wenigen Raketen und Böllern ziemlich klar. Ein Streifzug durch eine besondere Neujahrsnacht.

Das war eine Neujahrsnacht, von der die Menschen noch lange erzählen werden: Der Übergang vom Corona-Jahr eins ins Corona-Jahr zwei mit Lockdown und Ausgangssperre ganz still in den eigenen vier Wänden statt großer Partys, Geselligkeiten und Feuerwerken – so sollte es werden. Und die Polizei in Landsberg kündigte eine verstärkte Präsenz an, um die Corona-Beschränkungen zu überwachen. In der Stadt und im Landkreis war es viel stiller als sonst an Silvester.

Auf den nächtlichen Straßen war praktisch niemand zu sehen. Einige Polizeieinsätze gab es dennoch. Und die Polizei in Dießen meldete einen schweren Unfall. Weiter hieß es am Morgen auf Anfrage bei der Landsberger Polizei, dass es weder silvesterbedingte Unfälle noch Brände oder sonstige größere ungewöhnliche Vorkommnisse gegeben habe.

Auch bereits am Tag war die Landsberger Polizei mit der Ausgangssperre ab 21 Uhr beschäftigt gewesen: So hieß es am Nachmittag aus der Polizeiinspektion, dass vereinzelt Menschen angerufen hätten, um nachzufragen, ob sie Gründe hätten, die Ausgangssperre nicht einhalten zu müssen. So wollten Pferdebesitzer wissen, ob sie sich während des zu erwartenden Feuerwerks zu ihren Tieren begeben dürfen, ohne die ganze Nacht dort verbringen zu müssen, und Mesner fragten, ob es ihnen erlaubt sei, ab Mitternacht die Glocken zu läuten. Einen telefonischen Freifahrtschein hätten die Anrufer nicht bekommen, teilte die Polizei mit.

Und es seien auch Hinweise gegeben worden, wo möglicherweise größere Zusammenkünfte stattfinden könnten. Allerdings: Im Hinblick darauf konnte die Polizei am Neujahrsmorgen nicht viel vermelden. Lediglich in Kaufering wurde eine Party mit mehreren Personen festgestellt, in Geltendorf, Landsberg und im Fuchstal Personen, die nach 21 Uhr ohne triftigen Grund unterwegs waren. Begründet wurde der Aufenthalt außerhalb der eigenen Wohnung damit, spazieren zu gehen oder Zigaretten zu holen.

Das Krachen und Zischen verläuft gedämpft

Geradezu unwirklich war die Atmosphäre auf den Straßen und Plätzen, als es zwölf Uhr schlug und die Glocken der Stadt das neue Jahr einläuteten. Zwar ließen auch Böller und Raketen nicht auf sich warten. Die Landsberger konnten wohl noch auf etliche Restbestände zurückgreifen, die sie auf ihren Grundstücken zündeten. Doch das Krachen und Zischen verlief viel gedämpfter – in der Stadt wie auf dem Land, wie etwa Alwin Reiter in Geltendorf beobachtete: Es seien nur wenige Raketen zu sehen und Böller zu hören gewesen. „Die Luft blieb klar und man konnte durch den Föhn und Mondschein bis in die Berge sehen.“

Gefeiert werden konnte der Jahreswechsel 2020/21 nur im kleinen Kreis wie bei Familie Wilson, die sich mit Wunderkerzen und Glühwein um eine Feuerschale versammelte.
Foto: Thorsten Jordan

Dem Aufruf der Stadt Landsberg, um Mitternacht am Fenster oder am Balkon zu singen oder zu musizieren, folgte offenbar nur eine überschaubare Zahl an Personen. Am Hauptplatz öffnete sich aber nahe des Schmalzturms ein Fenster, aus dem mit einer Trompete gespielt wurde. Aus deutlich mehr Fenstern hörte man jedoch Stimmen und Musik aus der Konserve, ein wenig Geselligkeit gab es in dieser denkwürdigen Neujahrsnacht offenbar schon. Die meisten beschränkten sich wohl darauf, nur mit ihren Allerliebsten anzustoßen, wie etwa ein Paar aus der Nachbarschaft des Trompetenspielers aus dem dritten Stock, das bei einem Glas Sekt und beim Blick aus dem Fenster den Hauptplatz, das Glockengeläut, die Trompetenklänge und das sparsame Feuerwerk für sich alleine zu haben schien.

Nur die Taxifahrer sind auf dem Hauptplatz

Ganz so allein waren die zwei aber nicht: Nicht nur ein Polizeiwagen kurvte in der halben Stunde rund um Mitternacht gleich viermal über den Hauptplatz. Noch mehr Ausdauer zeigten die drei Taxifahrer vor der Sparkasse. Auf welche Geschäfte warteten sie mitten in der Ausgangssperre? Eigentlich rechneten sie zumindest bis zu deren Ende um 5 Uhr morgens nicht mit Kundschaft, sagten Maximilian Doleschal und Michael Neumann. Aber er habe sich gerne für den Silvesterdienst gemeldet, erzählte Doleschal. Er wäre sonst allein daheim gewesen und so könne er zumindest mit den Kollegen ratschen.

Hans-Günter Schwanzer beteiligte sich an der Aktion, am Fenster oder auf dem Balkon zu singen oder zu musizieren. 
Foto: Thorsten Jordan

Dass die Taxler im Dienst sind, liege daran, dass mit der Taxi-Konzession auch eine Beförderungspflicht verbunden sei, und es könnte ja sein, dass es einen Notfall gebe, etwa um ins Krankenhaus zu kommen, erklärten die beiden, die die Nacht über in ihren Fahrzeugen ausharren. Oder vielleicht habe jemand auf der Autobahn ein Panne und benötige einen Transport. Doch auch das ist in dieser Nacht nicht zu erwarten. Der Verkehr auf der Autobahn erreicht in dieser Nacht ungefähr ein Niveau wie sonst vielleicht von Aschthal nach Schäfmoos im Fuchstal.

In Herrsching wird eine alkoholisierte Autofahrerin aufgehalten

Straßen und Plätze in der Stadt und auf den Dörfern waren in dieser Nacht praktisch menschenleer. Allenfalls außerhalb der Altstadt konnte man mal jemanden sehen. In der Bayervorstadt zum Beispiel ließ sich kurz nach Mitternacht eine kleine Gruppe erspähen, auf einer Dorfstraße im Landkreis huschte im Mondlicht eine Person von der einen auf die andere Straßenseite.

Praktisch nur die Polizei war in der Neujahrsnacht auf den Straßen und Plätzen zu sehen.
Foto: Thorsten Jordan

Ähnlich das Bild auch in der Region: Die Weilheimer Polizei meldete in ihrem Bericht am Neujahrsmorgen nur das Wörtchen „Fehlanzeige“. Ebenfalls keine jahreswechseltypischen Ereignisse wurden aus Schongau berichtet. In Herrsching wurde gegen 22.30 Uhr eine 54-jährige Autofahrerin angehalten. Sie konnte nicht nur keinen triftigen Grund für ihre Fahrt nachweisen (dass sie mit ihrem Freund angestoßen hatte und nun auf dem Weg nach Haus war, ließ die Polizei nicht gelten), die Beamten stellten laut Bericht der Inspektion auch fest, dass sie alkoholisiert war.

In Dießen erleidet eine Frau Verbrennungen

Mit schweren Verletzungen begann hingegen in Dießen für eine 28-jährige Frau das neue Jahr. Laut Polizei wurde bei ihr das neue Jahr im eigenen Garten mit einer Feuertonne begrüßt. Im Laufe der Nacht wollte die Frau, die deutlich alkoholisiert war, die dort aufgestellte Feuertonne umrunden. Dabei verlor sie das Gleichgewicht und stürzte über den noch brennenden Behälter. Der Sturz zog Verbrennungen zweiten bis dritten Grades nach sich. Die Frau musste mit dem Rettungswagen zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden. Ansonsten wurden im Dießener Dienstbereich noch zwei Verstöße gegen die nächtliche Ausgangssperre festgestellt – bei einer Streifenfahrt in Schondorf.

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren