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Porträt

25.02.2015

Singen ist für ihn eine Lebenserfüllung

Unter seinesgleichen: Albert Wunder (Zweiter von links) mit Maria Thomamüller (Vorsitzende Chorverband Landsberg), Dr. Karl Heinz Moser und Angelika Werner (Vorsitzende Vox Villae).
Bild: Walter Herzog

Albert Wunder war in sechs Jahrzehnten aktiver Sänger, Chorleiter und Vorsitzender. Er gilt als Autodidakt

„Es ist über eine so lange Zeit alles gelungen“ – wenn man nach 60 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit in verschiedenen Funktionen und Organisationen so zurückblicken kann, dann darf man sich mit Mitte 70 schon mal zurücklehnen und zufrieden Bilanz ziehen. Die Rede ist von Albert Wunder – Sänger, Chorleiter, Vorsitzender des Gesangvereins, Vorstandsmitglied im Chorverband Landsberg, der damals noch Sängerkreis hieß, Mitglied in der Kirchenverwaltung von St. Mauritius und Revisor beim örtlichen Sportverein FC Weil. Viele dieser Tätigkeiten hat Albert Wunder über Jahrzehnte ausgeübt, teilweise auch parallel.

Bereits als 14-Jähriger, das war anno 1955, ist der gelernte Schneidermeister in den Männergesangverein Liederkranz Weil eingetreten. Dort singt er heute wie damals schon im ersten Bass. Der Chor hat vor zehn Jahren dem ursprünglichen Namen ein „Vox Villae“ vorangestellt. Und „die Stimme Weils“, so die Übersetzung, hat sich Ende der 1960er-Jahre auch für Frauen geöffnet. Treibende Kraft war schon damals: Albert Wunder. „Im Verein hat es gekriselt und der Chor drohte auseinanderzubrechen“, berichtet Wunder. Zusammen mit seinem Sängerfreund Johann Winterholler habe er ein neues Führungsduo gebildet und den Gesangverein wieder in ein ruhiges Fahrwasser gelenkt. „Johann hatte die Vereinsführung inne und ich wurde neuer Chorleiter“, erinnert sich der Autodidakt. „Ich habe zwar von klein an Musik gespielt, aber zum Dirigieren war ich nicht aus-gebildet.“

Sein Rüstzeug als Chorleiter vermittelten ihm zwei Mentoren – Ludwig Teufel aus Walleshausen und der Profimusiker Alfred Vogelsang aus Egling. Darüber hinaus gab es fachkundige Unterstützung aus den eigenen Reihen. Der Chorgesang nimmt seither eine stabile und kontinuierliche Entwicklung in Weil. „Als ich spürte, dass der Chor neue Impulse braucht, habe ich mich nach einem Nachfolger am Dirigentenpult umgesehen“, so Wunder. Nach nahezu 40 Jahren übergab Wunder die musikalische Verantwortung im Jahr 2007 an Dr. Karl Heinz Moser. Er selbst wurde zum Ehrendirigenten ernannt und trat bescheiden in den Kreis der Sänger zurück.

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Im Jahre 1970 übernahm Albert Wunder auch die Führung des Vereins. Gleich im ersten Jahr war sein Organisationstalent gefragt, als es galt, in Weil ein dreitägiges Sängertreffen mit Festzelt auszurichten. In seiner 45 Jahre währenden Amtszeit als Vorsitzender hat er weit über 150 Veranstaltungen organisiert – im kirchlichen und weltlichen Jahreskreis sowie bei vielen gesellschaftlichen Anlässen. Dabei seien drei große Kirchenaufführungen für Chor und Orchester mit dem Collegium Musicum Landsberg hervorzuheben. Und in den vergangenen zehn Jahren, als Dr. Moser die musikalische Leitung innehatte, Wunder aber immer noch als Vorsitzender Verantwortung trug, waren die musikalischen Höhepunkte die Schöpfungsgeschichte von Koringer, das Oratorium „Am Anfang war das Wort“ und das Requiem in g-Moll von Domenico Cimarosa. Dazu kamen einige beachtliche Erfolge des Ensembles bei überregionalen Chorwettbewerben.

„Ich habe ein tolles Hobby gefunden“, fasst Albert Wunder seine Aktivitäten als Sänger, Chorleiter und Vorsitzender zusammen und meint weiter: „Die wöchentlichen Proben und die vielen Auftritte sind für mich eine Lebenserfüllung sondersgleichen.“ Ebenso geordnet wie den Chorleiterwechsel arrangierte Wunder den Wechsel an der Vereinsspitze. Anfang dieses Jahres gab er den Führungsstab an seine Stellvertreterin Angelika Werner ab. Neuer Chorleiter ist nun Felix Mathy.

Er selbst bleibt als Zweiter Vorsitzender weiterhin im Vorstand vertreten. Auch nach 60 Jahren ist die Stimme Albert Wunders weiterhin im Bass seines Chores, dem Vox Villae Liederkranz Weil, zu hören.

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