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Landsberg

25.01.2020

Snowdance: Weltpremiere und chillige Eröffnung im Landsberger Stadttheater

Drei Herren, die mit Witz das siebte Snowdance Independent Film Festival eröffneten (von links): Festivaldirektor Tom Bohn, Schirmherr Max Tidof und Schauspieler Götz Otto.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Beim Snowdance Independent Film Festival in Landsberg wurde es gleich gruselig. Ein ruhiger Eröffnungsfilm, eine düstere Geschichte um ein altes Haus und jede Menge Filmtipps für diese Woche.

Einen richtig langen roten Teppich gibt es in Landsberg zwar nicht, dafür aber jede Menge interessante Filme und Filmemacher und tolle Musik. Heute Abend startete wieder das Snowdance Independent Film Festival, das diesmal von Schirmherr Max Tidof und Festivalchef Tom Bohn eröffnet wurde. Schon vor der Eröffnung hatte um 17 Uhr im Landsberger Olympia-Kino die Weltpremiere des Mystery-Thrillers „Frieda - Coming Home“ für Aufsehen gesorgt. Hier waren Filmcrew und Regisseur anwesend.

„Es wird eine spannende Zeit, die vor uns liegt“, versprach Tom Bohn den Gästen im Stadttheater. Bohn, der auch „Tatort“-Regisseur ist und viel mit Ulrike Folkerts – ebenfalls bereits Gast in Landsberg – dreht. Er und der Schirmherr des Filmfestivals, Max Tidof, sind alte Bekannte und haben bereits oft miteinander gedreht, auch independent. Sie boten gemeinsam mit dem James-Bond-Bösewicht Götz Otto den Zuschauern im ausverkauften Stadttheatersaal eine witzige Eröffnung des siebten Snowdance Independent Film Festivals.

Als Eröffnungsfilm wurde "Bruder Schwester Herz" von Tom Sommerlatte gezeigt.
Bild: Julian Leitenstorfer

Einen besonderen Auftritt hatte der Landsberger Oberbürgermeister Mathias Neuner. Er durfte den Eröffnungsfilm „Bruder Schwester Herz“ präsentieren und zeigte sich dabei als Filmkenner. Ein besonderer Moment bei der Eröffnung war die Videoperformance von Vanessa Hafenbrädl, getanzt von Mary Bell. Hier kamen auch James-Bond-Fans auf ihre Kosten.

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In ruhigen Bilder erzählt dagegen „Bruder Schwester Herz“ die Geschichte einer besonderen Geschwisterliebe. Bodenständig, ein wenig langatmig, aber schauspielerisch mit Sebastian Fräsdorf und Karin Hanczewski gut besetzt. Die Geschwister Franz und Lilly haben die Rinderzucht ihres Vaters übernommen. Während Franz mit seinem Leben als Bauer und “Cowboy” rundum glücklich ist, wünscht sich Lilly etwas Anderes, Größeres. Daraus entwickelt sich ein ernsthafter Kampf, der die beiden auf immer zu entzweien droht.

Regisseur Tom Sommerlatte studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig. Sein Kurzfilm „Auf den Hund gekommen” (2014) feierte beim 35. Max Ophüls Festival Premiere. Sein Debutfilm „Im Sommer wohnt er unten“ (2015) war Eröffnungsfilm von „Perspektive Deutsches Kino“ beim 65. Internationalen Film Festival Berlin, wo er auch für den „Besten Spielfilm“ nominiert wurde und von „Hollywood Reporter“ als einer der besten Filme des Festivals bezeichnet wurde. Der Film wurde auf internationalen Festivals gezeigt und gewann mehrere Preise.

Ein Mystery-Thriller hat in Landsberg Weltpremiere

Preise kann „Frieda – Coming Home“ natürlich noch keine vorweisen, schließlich war am Samstag Weltpremiere. Die rund 50 Zuschauer durften im Olympia-Kino das sympathische amerikanische Ehepaar Wilder, Mark (Timo Willman) und die schwangere Olivia (Elisabeth Kanettis), auf ihre erste Europareise begleiten. Es beginnt wie ein netter Liebesfilm, aber das Wissen, dass es sich um einen Mystery-Thriller handelt, und eine der ersten Filmsequenzen, in der Olivia Videos über die Zwischenwelt nach dem Tod und Geistererscheinungen ansieht, lässt einen bange auf die Anzeichen von Unheil warten.

Das erste Bild des Films zeigte schon das Sterben, jedoch ohne Gruseleffekt: Eine Frau liegt an Schläuchen im Krankenhaus. Es handelt sich, wie sich später herausstellt, um die Vermieterin der Amerikaner, die auch noch eine besondere Rolle spielen soll.

Denn das Paar hat ein Häuschen angemietet in dem Ort, von dem aus Olivias Urgroßeltern in die USA ausgewandert sind. Der See am Haus hat einen etwas morbiden Charme und im Haus wird die Idylle bald gestört: Handys verschwinden, es knarzt im Boden oder auf dem Dachboden und plötzlich ist da ein kleines Mädchen. Und Mark, der draußen im ländlichen deutschen Herbstnebel Hilfe holen will, findet seine Olivia nicht mehr …

Die Schauspieler Elisabeth Kanettis (rechts) und Timo Willmann (links) mit Regisseur Michael W. Driesch bei der Weltpremiere von "Frieda -Coming Home".
Bild: Julian Leitenstorfer

Regisseur Michael W. Driesch, der auch das Drehbuch schrieb und den Film produzierte, führt die Zuschauer lange in die Irre. Wie gut, dass zur Weltpremiere die Filmcrew anwesend ist und Driesch ein paar Zuschauer aufklären kann, was nun wirklich mit Mark und Olivia geschehen ist.

Danach wurde noch lange im Foyer des Theaters weitergefeiert und viele Teilnehmer freuen sich schon auf die Kurzfilmabende und besondere Filme wie beispielsweise „Baumbacher Syndrome“ mit Tobias Moretti. „Die Rüden“ ein Experimentalfilm mit einer faszinierenden Hundetrainerin, die fünf Strafgefangene mit drei bedrohlichen Hunden zusammenbringt sowie das Gangsterdrama „Eneme“ mit den beeindruckenden Schauspielern Thure Riefenstein und Udo Schenk, die sich darin einen düsteren Krieg liefern. Die Tragikomödie „All I Never Wanted“ bietet einen sehr kritischen und schonungslosen Blick auf die Welt der Frauen, die sich in der heutigen Mediengesellschaft behaupten müssen.

Psycho-Thriller und Endzeit-Drama

Spannend und hart zu ertragen sind der Psycho-Horror „Artik“ und das Endzeit-Drama „ A Living Dog“, das fast vollkommen ohne Sprache auskommt und vollständig über eine Crowdfunding- Kampagne finanziert wurde. Und unbedingt anschauen sollte man sich „One Half of Me“ auch, wenn er in Finnisch mit englischen Untertiteln gezeigt wird. Der Film erzählt die wahre Geschichte einer finnischen Frau und ihren unglaublichen Überlebenskampf. Die alleinerziehende Barbesitzerin wird von ihrem Freund misshandelt. Ihr Leben ändert sich komplett, als sie bei einem Unfall querschnittsgelähmt wird.

Das Programm und interessante Hinweise auf die Filme findet man im Internet, denn einige Filme bekamen bereits auf Festivals Preise.

Hier sehen Sie noch mehr Bilder von der Eröffnung des Filmfestivals:

Snowdance: Weltpremiere und chillige Eröffnung im Landsberger Stadttheater
40 Bilder
Snowdance in Landsberg: Die Eröffnung des Landsberger Filmfestivals
Bild: Julian Leitenstorfer
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