1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. So sieht Inklusion am Schulkiosk aus

Landsberg

10.10.2019

So sieht Inklusion am Schulkiosk aus

Im JWR-Kiosk läuft das Projekt von Regens Wagner Holzhausen schon seit einiger Zeit sehr erfolgreich und die Mitarbeiterinnen sind zufrieden.
Bild: Romi Löbhard

Plus Zwischen Butterbreze und Schokoriegel: An zwei Landsberger Schulen gibt es ein besonderes Projekt. In Mensa und Kiosk arbeiten Menschen mit Handicap.

Ein ganz besonderes Projekt gibt es an zwei Landsberger Schulen. Im Verpflegungsbereich arbeiten Menschen, die zum Teil eine schwere Behinderung haben. Warum dieser Job für sie so wichtig ist.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

So läuft es in der Praxis ab

Noch ist alles ruhig. Anna Lahner und Margot Eierle und ihre Kolleginnen können in Ruhe vorbereiten, herrichten, kontrollieren. Das wird gleich anders. Nämlich wenn der Pausengong ertönt und Schüler die beiden Kioske von Dominikus-Zimmermann-Gymnasium (DZG) und Johann-Winklhofer-Realschule (JWR) im Schulzentrum an der Platanenstraße stürmen. Seit zwei Jahren werden diese und auch die Mensa des DZG von „Service und Inklusion gGmbH“ (S+I), einem Inklusionsbetrieb von Regens Wagner Holzhausen bewirtschaftet. Zuvor waren – quasi als Testphase – Mensa und Kioske von JWR und DZG bereits zwei Jahre lang direkt von Regens Wagner bewirtschaftet worden.

Geschäftsführer Ulrich Hauser erläutert das Besondere an der im Februar 2017 gegründeten S+I. „Unser Ziel ist“, so Hauser, „Menschen mit Schwerbehinderung einen Arbeitsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt anzubieten.“ Dies seien ganz reguläre, sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse, bezahlt nach den Tarifverträgen für das Hotel- und Gaststättengewerbe. „Inklusionsfirmen wie S+I verpflichten sich, 30 bis 50 Prozent ihrer Arbeitsplätze beziehungsweise mindestens drei Vollzeitstellen mit besonders betroffenen Schwerbehinderten zu besetzen. Diese machen zunächst ein Praktikum“, so Hauser, „als Eignungstest.“

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Es gibt 13 Mitarbeiter bei der Spezialfirma

Derzeit seien alle zur Verfügung stehenden Arbeitsplätze besetzt, so der Geschäftsführer. 13 Mitarbeiter werden im Schulzentrum und in der Mensa des Ignaz-Kögler-Gymnasiums beschäftigt, sechs davon sind Personen mit Schwerbehinderung. Sie können geistig, seelisch oder lernbehindert sein. Solche Menschen könnten in die normale Arbeitswelt eingegliedert werden, finden laut Hauser aber meist nur schwer einen Arbeitsplatz. Anders verhalte es sich bei schwerer Körper- oder Sinnesbehinderung.

Regens Wagner liefert unter anderem den Salat

Das Essen wird von Regens Wagner Holzhausen an DZG, IKG und die RW-Förderstätte in Landsberg geliefert und vor Ort fertiggemacht. Salat kommt je nach Jahreszeit aus der RW-Gärtnerei oder wird in einem der CAP-Märkte zugekauft. Die Mitarbeiter vor Ort portionieren den Salat, belegen Sandwiches und bestreichen Brezen mit Butter. „Gebäck kaufen wir bei örtlichen Bäckereien zu“, so Hauser. „Das Projekt läuft gut und ist ausbaufähig“, erklärt er.

Mittlerweile gebe es eine Warteliste für mögliche weitere Arbeitsplätze. Vorstellen könne er sich das Betreiben einer kleinen Kantine oder auch die Eröffnung eines neuen Geschäftsgebiets. „Die Zusammenarbeit mit Regens Wagner läuft seit Jahren reibungslos“, betont DZG-Direktor Bruno Bayer. „Das Angebot wird gut angenommen, das Personal allgemein gelobt.“ Dieses Lob sei auch von der „Gegenseite“ zu hören, weiß Bayer.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren