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Pürgen

01.01.2021

So steht es um den Gnadenhof Frauenwies in Pürgen

Janne Kellner hofft, dass sich ein Investor findet, der ihren Gnadenhof in Pürgen dauerhaft unterstützt und in der schwierigen finanziellen Situation hilft.
Foto: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Plus Die Suche nach einem Investor für den Gnadenhof in Pürgen gestaltet sich schwierig. Warum Besitzerin Janne Kellner dennoch guter Dinge ist.

Die finanzielle Situation des Gnadenhofs Frauenwies bei Pürgen ist schwierig. Wie berichtet, ist Besitzerin Janne Kellner auf der Suche nach einem Investor und arbeitet dabei mit dem Landsberger Immobilienmakler Riesemann zusammen. Bisher jedoch ohne Erfolg – der Auftrag läuft nur noch bis zum Jahresende. Was der 68-Jährigen dennoch Hoffnung macht.

Anfang Dezember schilderte Janne Kellner die schwierige Lage des Gnadenhofs Frauenwies: Die Corona-Pandemie habe die ohnehin schon finanziell angespannte Situation des Gnadenhofs, der jeden Monat rund 11.000 Euro an Unterhaltskosten benötigt, noch einmal deutlich verschärft: Viele Spenden blieben in diesem Jahr aus. Schon bald könnte deswegen sogar das Futter knapp werden.

Das Bieterverfahren startet bei 800.000 Euro

Mit einer ungewöhnlichen Aktion sollten die Pferde, Ponys, Esel, Katzen und Hunde, die auf dem idyllischen Anwesen zwischen Lengenfeld und Pflugdorf friedlich zusammenleben, doch noch gerettet werden. Der Immobilienmakler Riesemann aus Landsberg bot bei der Suche nach einem Finanzier seine Hilfe an – ohne daran selbst verdienen zu wollen: Zeit und Maklercourtage sollen gespendet werden. Mit Interessenten seien bereits erste Gespräche geführt worden, sagte Manuel Riesemann vor rund drei Wochen gegenüber dem LT. Der Hof sollte nach dem Bieterverfahren verkauft werden – der Startpreis liegt bei 800.000 Euro.

Der Auftrag läuft allerdings nur noch bis Ende des Monats – bisher habe sich noch kein passender Investor gefunden, sagt Janne Kellner. Was sich in den vergangenen Wochen abgespielt hat, habe sie dennoch überwältigt. Denn viele Menschen hätten dem Gnadenhof ihre Hilfe angeboten, nachdem sie von dessen verzwickter Lage erfahren hatten.

Unterstützer haben den Kofferraum voll Tierfutter

Manche von ihnen seien mit ihren Autos auf dem Hof vorgefahren – der Kofferraum voll mit Futter für die Tiere und anderen Dingen, die ihr derzeit weiterhelfen, berichtet Janne Kellner. Andere unterstützen finanziell: Der Schäferhundeverein Kaufering überreichte Janne Kellner unlängst einen Scheck über 2050 Euro. Ein LT-Leser schaltete eine Anzeige in unserer Zeitung, in der er zum Spenden aufruft. „Es ist irre, wie die Leute mir helfen“, sagt Janne Kellner. Das Futter reiche nach ihren Schätzungen nun auf alle Fälle bis Ende Januar.

Eine Spende über 2050 Euro erhielt sie vom Schäferhundeverein Kaufering.
Foto: Höflmayr

Im neuen Jahr will die 68-Jährige ihre Suche nach einem Investor fortsetzen. Eine ihrer Bedingungen: Sie möchte auf alle Fälle auf dem gut 10000 Quadratmeter großen Grundstück, auf dem sich auch zwei Wohnhäuser befinden, mit ihren Tieren weiterleben, um sich weiter um sie kümmern zu können. „Das ist einfach meine Berufung.“

Die Idee eines Campingplatzes gefällt ihr nicht

Die Aussicht auf eine Tiny-House-Kommune, wie sie sich ein Interessent offenbar hätte vorstellen können, oder einen Campingplatz gefällt ihr hingegen nicht: „Für mich sind meine Tiere die wahren Besitzer des Grundstücks, ich bin nur so etwas wie die rechtliche Person“, sagt sie. Deswegen hofft Janne Kellner, dass sich ein Käufer findet, der das Areal – ihren „Ort der Ruhe“ – als langfristige Investition sieht: „Es ist doch ein tolle Geldanlage. Man hat den Lech und den Ammersee in unmittelbarer Nähe und kann sogar die Zugspitze sehen“, sagt sie.

Die große Hilfsbereitschaft der Menschen in der Region hat ihr neuen Mut verliehen: „Ich bin hier durch viele Höhen, aber auch viele Tiefen gegangen. Irgendwie habe ich aber immer alles geschafft.“ Und einen großen Wunsch hat sie für das neue Jahr: „Wenn viele für 2021 einen Dauerauftrag über fünf Euro im Monat für uns abschließen würden, wäre uns enorm geholfen.“

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