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Landsberg

23.07.2020

Sprengkommando rückt an der Schlossbergschule an

Spezialisten des Landeskriminalamts haben gestern an der Schlossbergschule in Landsberg eine Chemikalie in einem extra dafür ausgehobenen Graben gesprengt.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Spezialisten des Landeskriminalamts müssen in Landsberg wegen eines Chemikalienfundes anrücken. Der Einsatz hat erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr.

In Landsberg mussten am Donnerstagnachmittag Spezialisten des Landeskriminalamts anrücken, um an der Schlossbergschule eine Sprengung durchzuführen. Der Knall der Explosion war kilometerweit zu hören.

Auslöser des Einsatzes war eine Chemikalie – Kaliumhydroxid –, die sich noch in der ehemaligen Schule befunden hatte. Dort räumte eine beauftragte Spezialfirma gerade den früheren Chemieraum aus, informiert Polizeihauptkommissar Günter Heinle von der Landsberger Inspektion auf Nachfrage des LT. „Deren Mitarbeiter war die Entsorgung zu gefährlich.“ Hintergrund ist, dass nicht bekannt war, wie lange dieser Behälter bereits dort aufbewahrt wurde. Mit der Zeit wird die chemische Verbindung instabil. Es hätte während des Transportes zu einer gefährlichen Reaktion kommen können. Deswegen hätten die Spezialisten der Technischen Sondergruppe des Bayerischen Landeskriminalamts entschieden, dass der Stoff vor Ort unschädlich gemacht werden müsse, sagt Michael Strohmeier, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Landsberg.

Spezialisten des Landeskriminalamts haben gestern an der Schlossbergschule in Landsberg eine Chemikalie in einem extra dafür ausgehobenen Graben gesprengt.
Bild: Thorsten Jordan

Die Mitarbeiter des LKA trafen um 14 Uhr in Landsberg ein. Mitarbeiter des städtischen Bauhofs hatten mit einem Bagger zwischenzeitlich auf einer Grünfläche hinter dem Schulhaus eineinhalb Meter tiefen Graben ausgehoben. „Laut den Fachleuten erfolgt die Detonation nach oben“, begründete Heinle die Maßnahme. Ein Mitglied des LKA legte sich die Schutzkleidung an und trug die Chemikalie, zum Graben, wo diese 15:53 Uhr kontrolliert gesprengt wurde. Dass auch die Feuerwehr alarmiert wurde, sei eine Vorsichtsmaßnahme gewesen, falls ein Brand ausbreche oder es andere Probleme gegeben hätte, so Heinle. „Laut den Spezialisten war mit einem solchen Szenario aber nicht zu rechnen.“ Eine großräumige Evakuierung sei ebenfalls nicht nötig gewesen, da rund um die Schule viele Bäume stehen, die gravierendere Auswirkungen der Sprengung verhindert hätten, informiert Heinle.

Massive Verkehrsbehinderungen

Die Sprengung der Chemikalie hatte auch erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr in Landsberg. Aus Sicherheitsgründen wurde die Neue Bergstraße ab 15.15 Uhr gesperrt. Der Verkehr staute sich in alle Richtungen, auch bis in die Katharinenstraße. Fahrzeuge, die von der Hubert-von-Herkomer-Straße in die Neue Bergstraße fahren wollten, wurden über die Schlossergasse umgeleitet. Auch ein Krankenwagen, der mit Blaulicht unterwegs gewesen ist, musste auf Höhe der Tiefgarage wieder umkehren. Aus der Tiefgarage am Schlossberg durften die Autos zunächst noch in Richtung Innenstadt hinausfahren, bevor diese um 15:49 ebenfalls komplett gesperrt wurde wegen der anstehenden Sprengung. Das ausgehobene Loch wurde anschließend wieder verfüllt.

Die Schlossbergschule steht derzeit leer. Das denkmalgeschützte Gebäude soll saniert, der Anbau abgerissen und neu errichtet werden. In den Räumen findet dann eine vierzügige Grundschule mit rund 400 Schülern Platz.


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