1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Spurensuche schwierig: Autofahrer liegt eine Woche lang tot im Auto

Mundraching

22.10.2019

Spurensuche schwierig: Autofahrer liegt eine Woche lang tot im Auto

Das Fahrzeug des 46-Jährigen war bei Mundraching von der Fahrbahn abgekommen, über eine Wiese gefahren und dann zehn Meter eine Böschung hinuntergestürzt.
Bild: Feuerwehr Leeder

Plus Eine Woche lang wird nach einem 46-Jährigen gesucht. Nachdem er leblos in seinem Auto bei Mundraching entdeckt wurde, bleiben viele Fragen offen.

Nach dem tödlichen Verkehrsunfall am Lech bei Mundraching, bei dem ein 46 Jahre alter Mann ums Leben gekommen ist, der bereits eine Woche gesucht wurde, gibt es noch offene Fragen. Was war die Ursache für den Unfall, was war die Todesursache und wie kann es sein, dass das Auto erst eine Woche später entdeckt wurde? Die Polizei, die unter anderem mit einem Hubschrauber nach dem Wagen gesucht hat, sucht nach Antworten. Doch die Frage nach der Todesursache wird vielleicht nie beantwortet werden.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Auto ist zwischen Büschen und Bäumen liegengeblieben

Was ist am Montag, 14. Oktober, gegen 18 Uhr passiert? Die Landsberger Polizei schildert den Hergang so: Der 46-Jährige kam mit einem Daimler Citan in der lang gezogenen Kurve vor der Lechbrücke zwischen Mundraching und Lechmühlen aus ungeklärter Ursache nach links von der Fahrbahn ab. Danach fuhr der Wagen etwa 200 Meter über eine Wiese, an deren Ende das Auto etwa zehn Meter einen bewaldeten Abhang hinunterstürzte und seitlich liegen blieb. Eine Woche später entdeckten Spaziergänger das zwischen Büschen und Bäumen liegende Fahrzeug und informierten die Polizei. Die Rettungskräfte fanden den 46-jährigen Fahrer leblos im Fahrzeug. Er war angeschnallt.

Die Unfallstelle etwa 50 Meter östlich der Lechbrücke zwischen Mundraching und Lechmühlen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Nachdem der 46-Jährige aus dem Ostallgäu nicht von der Arbeit – eine Baustelle in Rott – nach Hause gekommen war, meldete ihn die Familie als vermisst. Doch der Gesuchte war von der zuständigen Buchloer Polizei nicht als „vermisst“, sondern als „abgängig“ eingestuft worden. Bernhard Weinberger, der Leiter der Buchloer Polizei, begründet dies wie folgt: Es habe keine Hinweise auf einen Suizid, ein Verbrechen, eine Lebenskrise oder eine psychische Erkrankung gegeben.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Mit dem Hubschrauber nach dem Auto gesucht

Dennoch suchte die Polizei nach dem Auto. Dabei seien mögliche Strecken von der Baustelle in Rott bis zum Heimatort des Gesuchten im nordöstlichen Landkreis Ostallgäu abgefahren worden. Unter anderem auch der Abschnitt zwischen Mundraching und Lechmühlen. Spuren seien dort keine entdeckt worden. Die Wiese, über die der Wagen fuhr, sei frisch gemäht worden. Deswegen hätten sich dort keine Fahrspuren abgezeichnet, sagt Weinberger. „Von der Kreisstraße aus war die Unfallstelle nicht einsehbar“, schreibt die Landsberger Polizei in ihrem Pressebericht.

An dieser Stelle stürzte der Wagen des Mannes eine Böschung hinunter.
Bild: Julian Leitenstorfer

Wie Polizeichef Bernhard Weinberger sagt, war bei der Suche ein Hubschrauber im Einsatz. Auch er habe die Unfallstelle überflogen, aber wohl aufgrund der dichten Bewaldung nichts entdecken können. Der Hubschrauber habe ein Gebiet abgesucht, dass aufgrund des letzten Signals des Handys des Gesuchten festgelegt worden war.

Toter bei Mundraching gefunden: Keine Obduktion angeordnet

Warum der Wagen des 46-Jährigen von der Fahrbahn abgekommen ist, ist laut Polizei offen. Aufschluss darüber könnte eine Obduktion des Toten geben. Doch die muss von der Staatsanwaltschaft angeordnet werden. Das ist nicht erfolgt. Denn wie Bernhard Weinberger sagt, müsste für einen richterlichen Beschluss ein Fremdverschulden vorliegen. Und das könne man in diesem Fall eigentlich ausschließen. Und so könnte die Frage nach der Todesursache vielleicht nie beantwortet werden. Die Familie des Verstorbenen kann sich selbst um eine Obduktion kümmern, um Gewissheit zu haben. Die Angehörigen des Mannes waren Montagabend von der Polizei und Helfern eines Kriseninterventionsteams über den Todesfall informiert worden.

Die speziell geschulten ehrenamtlichen Helfer rücken aus, um Menschen zu betreuen, die durch ein dramatisches Ereignis unter starken seelischen Belastungen leiden oder unter akutem psychischem Schock stehen, aber nicht medizinisch-körperlich versorgt werden müssen. Sie sind da, um Menschen in diesen schwierigen Situationen in den ersten Stunden zu begleiten, um dazusein, um zu helfen.

Große Anteilnahme bei Facebook

Die Anteilnahme vieler Menschen ist den Angehörigen gewiss. Schon auf die bei Facebook gepostete Suchnachricht hatte es viele Reaktionen gegeben. Nachdem unsere Zeitung nun über den tragischen Tod des 46-Jährigen berichtet hatte, gab es zahlreiche Mitleidsbekundungen in den sozialen Medien. Der Gesuchte arbeitete bei einem Unternehmen in Landsberg. Für die Firma war er zuletzt auf der Baustelle in Rott tätig, ehe er mit einem Firmenwagen spurlos verschwand.

Lesen Sie dazu auch: Tödlicher Unfall: Spaziergänger finden Auto von Verschwundenem

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren