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Dießen

28.03.2019

St. Alban: Die Bürgerinitiative will immer ins Wasser

Martina Andresen aus Dießen ist eine Vertreterin der Bürgerinitiative um Peter Augsdörfer, die jetzt mittels Bürgerantrag für ganzjährig frei zugängliche Badestellen am Ammersee kämpfen. Die Stelle nördlich des Campingplatzes hält die BI allerdings für ungeeignet.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Warum die Dießener Bürgerinitiative vom Beschluss des Dießener Marktgemeinderats enttäuscht ist und wofür sie jetzt kämpfen will. Ist die Wasserwacht in St. Alban in Zukunft arbeitslos?

Die Bürgerinitiative (BI), die sich für einen freien Badezugang in Dießen stark gemacht hat, lässt nicht locker. Der jüngste Beschluss des Dießener Gemeinderats, die Strandbäder St. Alban und Riederau künftig mit Beginn der Badesaison bis Oktober als öffentlich zugängliches Freizeitgelände mit Badestellen zu führen, reicht der BI nicht. Deren Sprecher Peter Augsdörfer zeigt sich enttäuscht. „Ich hatte vor der Sitzung Gespräche mit der Gemeinde, die mich hoffnungsfroh gestimmt hatten“, sagt er. „Die neuen Öffnungszeiten von Ostern bis Oktober sind sinnlos. Wir wollen auch im Winter an den See.“ Und dafür werde man weiter kämpfen – mit einem Bürgerantrag.

Lesen Sie dazu auch: Strandbad St. Alban: Künftig ist der Eintritt frei

„Wir sind zwar froh, dass wir jetzt vor dem ersten Ansturm schwimmen können“, sagt Martina Andresen, Mitglied der BI. Laut Gemeinderatsbeschluss sind die Bäder in Zukunft von 6 Uhr bis 22 Uhr geöffnet. „Aber ich kann die Leute verstehen, die auch im Winter den See nutzen möchten.“ Andresen kommt von der Ostsee. „Da ist man kaltes Wasser gewöhnt.“

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Was die Wasserwacht bei der neuen Regelung macht

Was aber bedeutet es, wenn die Strandbäder frei zugänglich sind und keine Eintrittsgelder mehr erhoben werden? Um ihre eigene Sicherheit müssen sich Badende in Zukunft nicht unbedingt mehr Gedanken machen als bisher. „Wir sind nach wie vor da“, sagt Frank Böhm, der Vorsitzende der Kreiswasserwacht Landsberg. In St. Alban ist die Dießener Wasserwacht stationiert. Eine Aufsichtspflicht hätten die ehrenamtlichen Mitglieder bislang auch nicht gehabt. „Wir haben die Badeaufsicht aber unterstützt“, so Böhm. An Wochenenden, Feiertagen oder wann immer die Mitglieder es sich einrichten konnten.

Ihm fällt aber eine Aufgabe ein, die künftig wegfällt: „Wir müssen nicht mehr aufpassen, was auf der Rutsche passiert, denn die gibt es ja nicht mehr.“ Bisher sei es versicherungstechnisch so geregelt gewesen, dass die Rutsche am südlichen Steg nur dann in Betrieb genommen werden durfte, wenn die Wasserwachtsstation besetzt war. Rutsche und Badefloß sind Geschichte. Nicht nur in Dießen auch an anderen öffentlichen Badestellen ohne Aufsicht wie am Eichensee in Vilgertshofen oder am Eglmoos in Reichling müssen derartige Bad-Attraktionen weichen.

Die Bürgerinitiative reibt sich an den geplanten Öffnungszeiten

Und wie steht es um die Sicherheit der Wasserwacht-Station selbst, wenn das Bad ohne jegliche Kontrolle betreten werden kann? „Die Boote und alles Wichtige ist ohnehin unter Verschluss“, sagt Böhm. Ob der Rest, der außerhalb der Station gelagert wird, anders zu sichern sei, müssten die Kollegen vor Ort entscheiden. Zwischen 22 Uhr und 6 Uhr sei die Badestelle ohnehin geschlossen.

Und das stört die Bürgerinitiative. Denn Dießen sei die einzige Seegemeinde in der gesamten Region, in der es keinen ganzjährig frei zugänglichen Strand gebe. Die Forderung: „Solange nicht mindestens zwei öffentliche Strände eingerichtet sind, müssen die beiden Strandbäder provisorisch das ganze Jahr über geöffnet sein.“ Zugleich erkenne man sehr an, dass sich Bürgermeister Herbert Kirsch um einen Badeplatz auf dem Gelände der Stadt Augsburg weiter nördlich bemühe. Das sei auch deshalb nötig, weil schon jetzt die Strandbäder in den Sommermonaten zumindest an den Wochenenden überfüllt seien.

Diese Regeln sollen in Zukunft in St. Alban gelten

Wo sich viele Menschen tummeln, stellt sich schnell die Frage nach der Sauberkeit. Wer räumt auf? Wer sorgt dafür, dass die Wasserwacht sich künftig nicht vermehrt um Schnittverletzungen durch Glasscherben kümmern muss? Wie auf der Internetseite der Marktgemeinde zu lesen ist, wird es auch künftig „Spielregeln für die Benutzung der Badestellen geben“. So bleibe es verboten, Tiere und Fahrräder mit auf die Liegewiese zu nehmen.

Der Pächter des Kiosk sucht nach einem neuen Namen:

Wir müssen unser Logo ändern und wir brauchen Hilfe. Es soll nur das Wort *Strandbad* ersetzt werden. Wir würden uns auf zahlreiches Mitwirken freuen.

Gepostet von Seekiosk St. Alban am  Dienstag, 26. März 2019

Das war und ist auch im Uttinger Strandbad so. „Um die Pflege des Geländes kümmert sich der Pächter des Kiosk“, sagt Geschäftsstellenleiter Florian Zarbo. Und auch die Mitarbeiter des gemeindlichen Bauhofs werden der Badestelle weiterhin ab und zu einen Besuch abstatten. Zarbo weist auch darauf hin, dass Utting in der glücklichen Lage sei, neben dem Strandbad auch noch andere freie Zugänge zum See anbieten zu können.

Das wünscht sich die Dießener Bürgerinitiative auch. Wo aber die freien Badeplätze entstehen könnten, darüber müsse sich einzig die Marktgemeinde Dießen Gedanken machen, sagt Peter Augsdörfer und betont gleichzeitig: „Wir wollen aber auf keinen Fall, dass die Zugänge in einem Naturschutzgebiet entstehen.“

Lesen Sie auch den Kommentar dazu: Strandbad St. Alban: Mal se(h)en, wie’s wird

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