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Landkreis Landsberg

13.01.2021

Stadelbrände im Kreis Landsberg: Was die Angeklagten sagen

Am 6. Januar 2020 brennt dieser Feldtadel nahe der Burgruine Haltenberg bei Scheuring komplett ab. 200 Schafe sterben. Die mutmaßlichen Brandstifter müssen sich jetzt vor dem Landgericht in Augsburg verantworten.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Vor gut einem Jahr brennen im Landkreis Landsberg mehrere Feldstadel ab. Den mutmaßlichen Tätern wird jetzt der Prozess gemacht. So läuft der erste Verhandlungstag ab.

Prozessauftakt gegen die mutmaßlichen Feuerteufel aus dem Landkreis Landsberg. Den beiden 25 und 26 Jahre alten Männern wird vorgeworfen, unter anderem mehrere Feldstadel angezündet zu haben. Einer der Angeklagten hat Erinnerungslücken. Das Verfahren könnte trotzdem schnell zu Ende sein.

Ende 2019, Anfang 2020 sorgte eine Brandserie unter Landwirten in den Landkreisen Landsberg und Weilheim-Schongau für Aufregung. In nur einem Monat gingen allein neun Feldscheunen in Flammen auf. Schnell war klar, dass die Feuer, die auch mehr als eine halbe Million Euro an Schäden verursachten, gelegt worden waren. Am 17. Januar vorigen Jahres war für die Landwirte, die zuvor aus Angst vor den Feuerteufeln ihre Feldstadel nachts überwachten, der Spuk vorbei. Als die Täter gegen 1 Uhr bei Unterdießen an einem Brennholzlagerplatz Feuer legten, wurden sie beobachtet. Eine Polizeistreife nahm die in ihrem Auto geflüchteten Täter in der Wohnung des 25-Jährigen fest.

Die mutmaßlichen Brandstifter setzten mehrere Feldstadel im Landkreis Landsberg in Brand.
Bild: Julian Leitenstorfer

Beide Angeklagte ließen zum Prozessauftakt ihre Verteidiger für sich sprechen. Der 25-Jährige, bis zu seiner Festnahme Soldat bei der Bundeswehr, gestand, alle Feuer gelegt zu haben. Sein ein Jahr älterer Freund gab zu, bei sechs Bränden dabei gewesen zu sein. Er gab an sich nicht mehr zu erinnern, wer der Fahrer gewesen sei, wenn sie mit dem Auto zu den Tatorten fuhren, die bis zu 40 Kilometer entfernt lagen. Eine Antwort auf die viel spannendere Frage nach dem Motiv für die Brandstiftungen blieben beide Angeklagte schuldig. „Mein Mandant macht dazu keine Angaben“, sagte Anwalt Nicol Lödler, der den jüngeren der beiden Männer verteidigt. Was insofern nicht überrascht, denn beide haben auch gegenüber dem vom Gericht beauftragten Gutachter geschwiegen.

Auch sonst war zum Prozessauftakt wenig zu hören, wurde doch mehr hinter verschlossenen Türen als im Gerichtssaal verhandelt. Nachdem Staatsanwalt Stefan Konrad die Anklage verlesen hatte, baten die drei Verteidiger Gericht und Staatsanwaltschaft um ein Rechtsgespräch, das sich bis in die Mittagsstunden hinzog. Immerhin stand danach fest, welche Freiheitsstrafe die Angeklagten bei einem Geständnis – das dann ja erfolgt ist – in etwa erwartet: der 25-Jährige muss damit rechnen, zwischen drei und vier Jahren ins Gefängnis zu kommen. Die Strafkammer stellte dem Mitangeklagten eine Haftstrafe von etwa zwei Jahre in Aussicht, eventuell könnte diese auch zur Bewährung ausgesetzt werden.

Wie der Vorsitzende Richter Christian Grimmeisen bekannt gab, erspart der protokollierte „Deal“ dem Gericht eine langwierige Beweisaufnahme. Für den Prozess waren sechs Verhandlungen bis Anfang Februar terminiert. Doch wie Richter Grimmeisen ankündigte, könnte ein Urteil bereits am nächsten Verhandlungstag, am Montag, 25. Januar, fallen.

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