Dießen

02.07.2016

Stege, Sehnsucht, See

Bildband Stege von Maren Martell.
Bild: Maren Martell

Präsentation Maren Martell stellt ihren Bildband vor. 400 Fotos und Texte von über 50 Autoren

„Stege sind Sehnsuchtsorte am See, sie lösen Emotionen aus, präsentieren sich jeden Tag in einem anderen Licht, in einer anderen Stimmung.“ Maren Martell ist fasziniert von den hölzernen Konstruktionen, die vom Ufer in den See hineinragen. Zuerst war es nur ein Bootssteg in Eching, den die freie Journalistin und Autorin, die am Ammersee lebt, ins Visier nahm. Nach vielen Spaziergängen mit ihren Hunden fing sie an, diese besonderen Stimmungen, das Licht, die verwitterten Holzplanken, die manchmal märchenhaft-verzauberte, manchmal karibisch-fröhliche Atmosphäre mit der Kamera einzufangen. Und die besagte Sehnsucht. Irgendwann beschränkte sie sich nicht mehr nur darauf, einen Ort zu fotografieren. Die Idee zu einem Bildband über die Stege im Fünfseenland war geboren. In zwei Jahren schoss Martell über 4000 Fotos von öffentlichen und verborgenen Stegen am Ammersee, Wörthsee, Starnberger See, Pilsener See und Weßlinger See. Kalte Hände im Winter, nasse Füße im Sommer und viele Holzkonstruktionen, die sie „richtig lieb gewonnen“ hat, begleiteten sie auf dieser Fotoreise, wie sie erzählt. Etwa 400 der Bilder sind nun in ihrem schönen, von Designerin Angela Bauer gelayouteten Bildband mit dem Titel „Stege – Himmel. See. Sehnsucht.“ zu sehen.

In einer launigen Präsentation mit Musik, Liedern und vielen heiteren oder nachdenklichen Gedanken zum Thema wurde das Buch jetzt vorgestellt. Natürlich direkt am See, am Steg, in der Segelschule von Stefan Marx in Dießen. Dort knarzten die alten Holzplanken, als die Gäste und Mitautoren eintrafen.

Mitautoren deshalb, weil Martell in ihrem Buch nicht nur Bilder sprechen lässt. „Ich habe Menschen eingeladen, sich mit ihren Gedanken, Erinnerungen, Anekdoten einzubringen.“ Gefolgt sind dieser Einladung über 50 Künstler, Literaten, Autoren, Dichter, Kulturhistoriker, Festivalleiter, Restaurantbesitzer, Strandbadbetreiber, Bürgermeister und Schauspieler, wie Martell aufzählt. Die Texte harmonieren perfekt mit den Fotografien, geben zusammen ein kunstvolles Ganzes ab, regen zum Sinnieren an. Auch Martells Tochter, die 14-jährige Anna, hat mit zwei Gedichten zum Gesamtwerk beigetragen. Bei der Buchpräsentation trugen einige der Autoren ihre Gedanken vor. Werner Kroener zum Beispiel, Maler und Kunstprofessor, ließ seine „Ballade vom Steg“ hören, die über das Verhalten von Frauen auf den hölzernen Konstruktionen erzählt. Und Kulturhistoriker Thomas Raff berichtete über seine früherotischen Erfahrungen als Jugendlicher – „ohne, dass je etwas stattgefunden hätte“ – vom Landheim-Steg in Schondorf.

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In andalusischer Sehnsucht ließ zwischendrin Flamenco-Gitarrist Ricardo Volkert das Publikum mit seinen Liedern schwelgen. Und Otto Göttler, bayerischer Volksmusiker und Kabarettist, sorgte mit steirischen Harmonika und Gstanzln für zünftige Seemannsstimmung.

Unter anderem Lyriker Anton G. Leitner, Erzabt Notger Wolf, Schauspieler Johannes Steck und viele weitere haben sich in Martells Bildband eingebracht – mit ihren ganz eigenen Sichtweisen zu den Stegen, zum Himmel, zum See, zur Sehnsucht.

Das Buch „Stege – himmel. see. sehnsucht.“ ist im Bauer-Verlag erschienen, es hat 160 Seiten. ISBN: 978-95551-053-4

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