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Dießen

26.03.2019

Strandbad St. Alban: Künftig ist der Eintritt frei

Der Beschluss steht: einstimmig hat sich der Dießener Gemeinderat dafür ausgesprochen, die Strandbäder St. Alban und Riederau künftig als Freizeitgelände mit offenen, kostenfreien Badestellen zu führen
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Ab der neuen Badesaison müssen Besucher in den Freibädern St. Alban und Riederau nicht mehr bezahlen. Dennoch ist die Bürgerinitiative mit der Lösung nicht einverstanden.

Der Dießener Gemeinderat hat sich entschieden: Ab nächstem Monat werden mit Beginn der Badesaison die gemeindlichen Naturbäder St. Alban und Riederau öffentlich zugängliche Freizeitgelände mit Badestellen. Eintritt wird keiner mehr erhoben, dafür entfällt die Badeaufsicht, Floß oder Rutsche werden abgebaut.

Den freien Zugang für alle Bürger hatte auch eine Initiative um Peter Augsdörfer gefordert (Lesen Sie dazu: „Eigentlich möchte ich doch nur baden“ ). Auch er war der Meinung, dass man inzwischen nahe an einem für alle Seiten akzeptablen Konsens angelangt sei. Über das Ergebnis der Gemeinderatssitzung, die von vielen Dießenern besucht wurde, zeigt er sich jedoch nur eingeschränkt zufrieden: „Eigentlich bin ich eher enttäuscht, denn wir wollten den ganzjährigen Zugang zum See haben.“ Die von Bürgermeister Herbert Kirsch vorgeschlagene und vom Gemeinderat ebenfalls einstimmig beschiedene saisonale Beschränkung von April bis Oktober stellt ihn dagegen nicht zufrieden. „Dass abends um 22 Uhr die Tore geschlossen werden, ist wegen des benachbarten Kinderheims durchaus gerechtfertigt“, zeigt er Verständnis. Dass jedoch das Gelände in den Wintermonaten komplett unzugänglich sein wird, das will er nicht so schnell akzeptieren. „Wir haben doch viele Bürger, die sich im Winter gerne in die Sonne an den See setzen, manche springen sogar bei entsprechenden Wassertemperaturen mal kurz in den See.“

Dafür möchte er sich mit seinen Mitstreitern weiterhin einsetzen und vielleicht noch eine Nachbesserung erreichen. Eigentlich wollte sich die Gruppierung nach dem Gemeinderatsbeschluss auflösen, weil das eigentliche Ziel einer offenen Badestelle erreicht worden war. Jetzt werden Peter Augsdörfer und seine Mitstreiter doch an ihrem Bürgerantrag festhalten und noch die fehlenden Unterschriften einsammeln.

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Jetzt wird eine Badeordnung ausgearbeitet

Noch sei ja auch Zeit für Gespräche, schließlich wurde Herbert Kirsch vom Gemeinderat mit dem Beschluss ja auch beauftragt, eine Badeordnung zu erarbeiten und bis zur nächsten Sitzung vorzulegen. Darin werde mit Sicherheit ein Verbot für Hunde und Fahrräder auf dem Gelände festgehalten, so Kirsch. Zelten und und offenes Feuer werden ebenso wenig gestattet sein. Toiletten, Duschen, Spielplatz und Beachvolleyballplatz dagegen bleiben wie auch der Steg, der evewntuell aus Sicherheitsgründen mit einem zweiten Handlauf an der bislang ungesicherten Seite ergänzt werden soll.

Lesen Sie dazu auch: Strandbad-Streit: Kirsch will einen freien Zugang zum See

Der Erhalt zum Beispiel des Beachvolleyballplatzes ist für Kirsch auch schon aus dem Grund wichtig, weil ihm damit ein wichtiges Merkmal eines Freizeitgeländes (mit Badestelle) erhalten bleibt. Ebenfalls weiterhin im Angebot bleibt der Kiosk, dessen Pächter auch weiterhin für die Verkehrssicherungspflicht auf dem Gelände zuständig sein soll. „Wir sind momentan in Gesprächen, die wir nun - da wir wissen, wo es langgeht - intensivieren können.“ Schließlich müssen auch die Verträge nun neu ausgehandelt werden. Schon am Dienstag traf sich Geschäftsstellenleiter Karl Heinz Springer mit Kioskpächter Frank Seiffert am Strandbad St. Alban. „Wir haben bereits einige Dinge besprochen, die wir am Gelände ändern müssten.“ So werden auf alle Fälle sämtliche Hinweisschilder auf das bisherige Strandbad entfernt und auch das Drehkreuz müsse ausgebaut werden.

Die Kritik der Bürgergruppe, dass der offene Zugang nur saisonale Gültigkeit besitzt, kann Karl Heinz Springer schon verstehen. Auch diesbezüglich habe es in der Verwaltung schon Gespräche geben und bereits in der Sitzung hatte nicht nur Gemeinderat Marc Schlüpmann (Grüne) darauf hingewiesen, dass dieser Beschluss nicht in Stein gemeißelt sein müsse. Auch Herbert Kirsch war dafür, die neue Phase der offenen Badestellen, mit Badeordnungen unterlegt, nun anlaufen zu lassen und gleichzeitig damit Erfahrungen zu sammeln.

Auch andere Gemeinden fragen jetzt in Dießen nach

Michael Hofmann (Bayernpartei) versicherte, dass sich der Gemeinderat die neue Regelung natürlich nicht aus reiner Schikanierfreude ausgedacht habe. Seiner Meinung nach sei es das gesamtgesellschaftliche Problem, Verantwortung auf andere abzuwälzen. Das habe im Falle der Strandbäder in St. Alban und Riederau schließlich aus Haftungsgründen dazu geführt, die Einrichtungen künftig als offene Badestellen zu führen, in denen jeder Nutzer für sich selbst verantwortlich sei.

Inzwischen hat sich Klärung dieser Frage, die in Dießen zuletzt noch durch die Expertise zweier externer Verwaltungsexperten fachlich unterlegt wurde, weitläufig herumgesprochen. So haben inzwischen zahlreiche Ammerseegemeinden begonnen, sich damit in Bezug auf ihre Bäder und Strandabschnitte zu beschäftigen. Karl Heinz Springer: „Erst heute habe ich wieder zwei Anrufe von Kollegen bekommen, die sich über unseren Weg informieren möchten.“

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