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Landsberg

19.05.2019

Street Food in Landsberg: So haben dem LT-Reporter die Heuschrecken geschmeckt

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4 Bilder
LT-Redakteur Dieter Schöndorfer testen den Insekten-Wrap von Marco Fischer.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Auf dem dreitägigen Essens- und Partyfestival in Landsberg brauchen die Besucher manchmal auch ein wenig Mut. LT-Redakteur Dieter Schöndorfer unternimmt den Selbstversuch beim Insekten-Koch Marco Fischer.

„Aveoveoyu“ – Komm her und setz dich und hab eine gute Zeit, heißt der indianische Ausdruck frei übersetzt, der am silbernen Airstream-Verkaufsstand von Stefan Fischer zu lesen steht. Der stammt zwar aus Jesenwang, doch verheiratet ist er mit Pajizu, einer taiwanesisch-indianischen Ureinwohnerin. Zusammen mit Tochter Apuu stehen sie zum ersten Mal auf dem Roßmarkt beim Street Food Festival in Landsberg. Fischer bietet, wie er sagt, „taiwanesisch-bayerische Küche“ an wie zum Beispiel Formosa Couscous, „alles frische Gewürze und Zutaten“, ab Bestellung innerhalb von fünf Minuten zubereitet.

Die Rohstoffe kommen aus Brandenburg

Es ist die bunte Vielfalt an Speisen und Getränken, die am Wochenende wieder viele Menschen auf den Roßmarkt und den Infanterieplatz zogen. „Am Samstag kommen eher die Landsberger und am Sonntag das Umland und die Familien“, weiß Veranstalter Bastian Georgi. Einmal anders essen als sonst ist das Motto, und wenn es gebratene Insekten am Wagen von Marco Fischer aus Bischofsmais sind.

Zeit für einen Selbstversuch des Reporters. Schon immer hat es ihn gereizt, einmal die optisch für Westeuropäer zumindest ungewohnten Proteinbomben in knusprig gebratener Form entweder in Wraps oder als Salat zu versuchen. Allein der Kopf hatte bisher stets sein Veto eingelegt. „Es ist das Essen der Zukunft“, versichert Marco Fischer. Die Insekten, hauptsächlich Mehlwürmer, Heuschrecken und Heimchen werden in Deutschland, in Brandenburg, gezüchtet, erklärt er die Herkunft dieser Alternativen zu Schwein, Rind und anderen tierischen Fleischangeboten.

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Und dazu gibt es knackigen Salat

Marco Fischer selbst hat 2016 „irgendwie seine Lebenseinstellung geändert.“ Eigentlich ist er studierter Raum- und Objektdesigner, jetzt bereist er Street-Food-Märkte. Allerdings bietet er auch konventionelle Snacks an, man müsse die Kunden ja auch nicht überfordern. Inzwischen hat den Reporter ein frischer Wrap und der Salat mit Heuschrecken, Heimchen und Mehlwürmern erreicht. Der Kopf sagt immer noch Nein, die eigenen Vorsätze führen dennoch zum ersten Biss. Es schmeckt frisch – das ist der Salat – und knackig – das müssen die Insekten sein. Der Kopf verliert so langsam an Überzeugungskraft. Es schmeckt gut, leicht nussig, was daran liegt, dass Marco Fischer zur Verstärkung dieses Geschmacks die Insekten in Nussöl leicht anbrät.

Wie ihm die Veranstaltung insgesamt "geschmeckt" hat, schreibt LT-Redakteur Dieter Schöndorfer in seinem Kommentar. Street Food: Lasst es uns einfach genießen

Eine ähnliche Erfahrung macht auch Elisabeth Wien aus Untermeitingen. Die Neugier hat sie nach Landsberg geführt, und da Tochter und Ehemann bereits einmal Insekten versucht haben, war die Reihe nun an ihr. Das Urteil: „Knackig, nussig, gar nicht so schlecht.“

Manche finden auch die Preise knackig

Mit dem Fahrrad über die Teufelsküche auf den Roßmarkt kam Henry Mauchenberg. Er findet die Idee, viel Unterschiedliches und kulinarisch Ungewöhnliches probieren zu können, gut. Nicht so gut findet er die für ihn knackigen Preise. „Vielleicht wäre es gut, einfach die Portionen kleiner zu machen und dafür billiger.“ So sei man spätestens nach der zweiten Station schon satt. Das versteht Bastian Georgi, wenngleich er versichert, auf die Händlerpreise keinen Einfluss zu haben: „Auch kleinere Probierangebote wären sicher eine gute Idee.“

Er berichtet aber auch von einer gewissen Unzufriedenheit der Händler, obwohl in den drei Tagen rund 10000 Besucher in die Stadt kamen. Die Verbindung zwischen Roßmarkt und Infanterieplatz habe noch nicht so richtig funktioniert. Dort wurde dann mit Fähnchen und aufgemalten Hinweisen nachgebessert. Stolz ist er aber auf das Miteinander, auch mit den meisten Anwohnern. „Wir sind in ständigem Kontakt und immer erreichbar.“ Nur eine Klage habe es bislang gegeben, „auf die haben wir reagiert“.

Nightshift geht in die Sommerpause

Was dieses Mal eher zurückhaltend angenommen wurde, war die Partyreihe Nightshift. Bastian Georgi: „Die lief nicht so gut wie sonst.“

Wie es um die Ausgehkultur allgemein steht, darüber hatte sich das LT vor Kurzem mit Bastian Georgi unterhalten. Nachtleben: Ist in Landsberg wirklich nichts los?

Deshalb schickt er die Nightshift-Reihe nun auch in die Sommerpause. Im Herbst wird dann aber die Doppelveranstaltung Street Food Festival/Nightshift fortgesetzt. „Dann sind wir aufgrund des Feiertags sogar vier Tage lang vor Ort, vom 3. bis zum 6. Oktober.“

Und hier geht es noch zu unserer Bildergalerie:

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37 Bilder
3. Landsberger Streetfood-Festival
Bild: Thorsten Jordan
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