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Hausen

24.02.2021

Susanne Frick aus Hausen hilft Menschen mit Parkinson

Susanne Frick aus Hausen ist in relativ jungen Jahren an Parkinson erkrankt. Sie engagiert sich in einer Selbsthilfegruppe und ist die „Stille Heldin“ des Monats Februar.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Jung an Parkinson zu erkranken, ist ein schweres Schicksal, das Susanne Frick aus Hausen tragen muss. In einer Selbsthilfegruppe unterstützt die „Stille Heldin“ des Monats Februar auch andere Betroffene.

Selbsthilfegruppen sind für viele Menschen mit Einschränkungen, seien es Krankheiten oder traumatische Erlebnisse, wie ein sicherer Hafen, in dem sie sich mit Menschen mit gleichen Erfahrungen austauschen können. Susanne Frick aus Hausen leitet eine solche Selbsthilfegruppe – für Menschen, die an Parkinson erkrankt sind. Sie ist die „Stille Heldin“ des Monats Februar.

Gerade wenn Angehörige überfordert sind, Freunde sich abwenden oder das Umfeld verständnislos oder abwertend reagiert, kann die Selbsthilfegruppe von großem Wert sein. Verständnis und gegenseitige Unterstützung sind wichtig, ebenso Tipps zu Behandlungsmethoden oder Fachärzten. Von der Erfahrung anderer lernen, die vielleicht schon einen Schritt weiter sind, ist eine vielfach bewährte Methode.

Susanne Frick ist selbst krank und für andere da

Die Krux ist jedoch, dass Leiter von Selbsthilfegruppen meist selbst Betroffene sind. Sie tragen damit nicht nur ihr eigenes Schicksal und müssen mit ihren eigenen Beschwerden fertig werden, sondern sind zudem für andere da – so wie Susanne Frick aus Hausen.

Bei der 52-Jährigen wurde vor zehn Jahren Parkinson festgestellt. Zu diesem Zeitpunkt leitete sie eine Intensivstation eines Münchner Krankenhauses. „Wenn man so jung eine solche Diagnose bekommt, zieht es einem erst mal den Boden unter den Füßen weg“, erinnert sie sich. Seit 2014 bezieht sie volle Erwerbsminderungsrente und kann damit den Belastungen im Arbeitsleben entgehen, die den Gesundheitszustand von Parkinson-Patienten enorm verschlechtern. „Druck von außen kann dazu führen, dass Arme und Beine nicht mehr funktionieren“, berichtet Frick. Verlangsamte Bewegungen sind typisch für diese Krankheit. Das kann andere im Alltag nerven, wenn zum Beispiel das Einsteigen in den Bus zu lange dauert. „Wir werden auch oft als Alkoholiker bezeichnet, weil Schwanken durch Gleichgewichtsstörungen auftreten kann. Das muss man dann zu seiner Krankheit auch noch ertragen“, berichtet Frick.

Gerade Jüngere haben es schwer, Rentenleistungen zu erhalten

Der Weg in die Rente war nicht einfach. Frick musste es erleben, dass Ärzte ungeeignete Medikamente verschrieben und zu wenig Zeit für ihre Patienten aufbringen und Rentenversicherungsträger gerade Jüngeren Steine in den Weg legen. Doch sie hat sich ihr Recht erkämpft und gibt ihr Wissen heute an die Mitglieder der Selbsthilfegruppe „Jung und Parkinson“ weiter, die sie 2016 gründete und seitdem mit viel Erfolg leitet. Inzwischen sind nicht mehr nur junge Menschen dabei: „Die Altersspanne liegt zwischen 40 und 80 Jahren. Wir haben zwischen 20 und 25 Mitglieder“, erzählt Frick.

Die Selbsthilfegruppe ist dem Selbsthilfezentrum in München angegliedert. Zweimal jährlich gibt es sogenannte Vernetzungstreffen, sodass Frick auch Leiter anderer Selbsthilfegruppen kennenlernt. Treffpunkt von „Jung und Parkinson“ ist bei der Caritas in der Brudergasse in Landsberg. „Wir wurden dort offen empfangen, und man kümmert sich rührend um uns“, ist Frick dankbar. Der Lockdown hat jedoch auch diese Treffen lahmgelegt; das letzte fand im Oktober 2020 statt. Seitdem gibt es sporadische Online-Treffen, an denen jedoch nicht jedes Mitglied teilnehmen kann, sei es aus gesundheitlichen Gründen oder weil die Technik nicht verfügbar ist. Hier würde sich Frick mehr Unterstützung aus dem privaten Umfeld der Mitglieder wünschen. „Die Treffen fehlen den Menschen sehr, sie sind eine große Unterstützung“ bedauert Frick.

Die Krankheit schreitet fort, das ist eine psychische Belastung

Momentan kann Frick ihren Alltag alleine bewältigen. Aber Parkinson ist nicht heilbar und schreitet fort. So kommt neben der körperlichen die psychische Belastung dazu. Doch Susanne Frick nimmt ihre Krankheit an. „Es gibt einen Grund dafür, dass sie in mein Leben gekommen ist“, ist sie sich sicher. „Ich habe in meinem Beruf immer alles gegeben und bin über meine Grenzen gegangen.“ Stärke gibt ihr auch ihr christlicher Glauben.

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