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Bilanz

01.02.2021

Teure Kurzarbeit

Die Agentur für Arbeit blickt auf 2020 zurück. Der Aufschwung ging jäh zu Ende

Auch auf dem Arbeitsmarkt im Landkreis Landsberg sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich zu erkennen. Nachdem 2020 anfangs noch dem positiven Trend der vergangenen Jahre folgte, traf der erste Lockdown im März den Arbeitsmarkt mit ganzer Wucht. Im Bereich der Arbeitsagentur Weilheim, zu der der Landkreis gehört, verloren im vergangenen Jahr 12175 Menschen ihre Beschäftigung.

„Ohne den massiven Einsatz von Kurzarbeit wären viel mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse verloren gegangen“, sagt Oliver Wackenhut, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Weilheim. In der Spitze seien im Agenturbezirk im Mai fast 40000 Menschen in Kurzarbeit gewesen. Die meisten Kurzarbeitsanzeigen im Landkreis Landsberg seien aus den Wirtschaftszweigen Gastronomie, Einzelhandel (ohne Kfz-Handel) und Gesundheitswesen gekommen. Es habe aber auch konstante Branchen gegeben, teilweise sogar mit geringem Beschäftigungszuwachs wie etwa die öffentliche Verwaltung, Erziehung und Unterricht, das Baugewerbe, das Sozialwesen sowie die Information und Kommunikation.

Nach einer ausgesprochen guten Herbstbelebung hätten die zweite Corona-Welle und der Lockdown in Deutschland die wirtschaftliche Erholung gedämpft. Der Aufschwung erlitt einen Rückschlag. Zusammengefasst stellt Wackenhut aber fest, dass der regionale Arbeitsmarkt besser durch die Krise gekommen ist, als zu befürchten war. So liegt die Arbeitslosenquote im Landkreis aktuell bei 3,5 Prozent, ein Jahr zuvor bei 2,6. Die Nachfrage nach Arbeitskräften habe gegenüber Dezember 2020 aber einen deutlichen Einbruch erfahren.

Die Kurzarbeit sei alternativlos als flexibles Instrument eingesetzt worden, um Kündigungen zu vermeiden. Gleichwohl die Zahlen ein nie gekanntes Höchstmaß angenommen hätten und Kurzarbeit eine einschränkende Variable darstelle, sei sie ein gutes Zeichen in schwierigen Zeiten. Bedeutet sie doch, dass die Unternehmen gewillt sind, diese Arbeitsplätze zu erhalten, so Wackenhut. Bei den Ausgaben der Agentur für Arbeit schlägt das Kurzarbeitergeld im Jahr 2020 als größter Posten zu Buche. Nach bisherigen Berechnungen betragen die Kosten knapp 150 Millionen Euro.

„Eine Prognose bleibt auch für das Jahr 2021 schwierig“, sagt Wackenhut. Die Zahlen würden weiterhin vom Infektionsgeschehen abhängen, doch habe der wirtschaftliche Aufschwung ab Sommer 2020 deutlich gemacht, wie schnell sich der Arbeitsmarkt erholen kann. (lt)

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