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Theater
17.03.2014

Auf und Ab

"Der Parasit", von Friedrich Schiller, Landestheater Tübingen im Stadttheater Landsberg
Foto: Julian Leitenstorfer

„Der Parasit“ als rasante Komödie

„Der Parasit oder die Kunst, sein Glück zu machen“ hat Friedrich Schiller nach einer Vorlage des französischen Dramatikers Louis-Benoit Picard verfasst, allerdings so viel verändert, dass das Stück als sein Werk gilt. Simone Sterr vom LTT hat daraus eine rasante Komödie inszeniert, bei der die Personen ihrem stetigen Auf und Ab im Leben im Rauf und Runter mal im Lift. Mal auf der Treppe oder auch dem Baugerüst, sichtbaren Ausdruck verleihen. Die klassische Sprache Schillers, die stilfreien Klamotten der Figuren, ein Bühnenbild zwischen Altertum und 21. Jahrhundert – das alles symbolisiert die Zeitlosigkeit von Intrigantentum und parasitären Menschen, die ihr Fähnlein nach dem jeweiligen Wind drehen, von Popokriechern und Rechtschaffenen, die letztendlich doch zu unlauteren Mitteln greifen (müssen), um ihr eigenes Glück abzusichern. Das hervorragende Ensemble des LTT hat das Lustspiel, das im Bereich der Politsatire mit Hang zu karikierendem Spott angesiedelt ist, ziemlich unterhaltsam auf die Landsberger Bühne gebracht. Teil eins vor allem ist ein atemloser Run auf Posten und Pöstchen, ein gnadenloser Kampf mit Wörtern und artistischen Übungen. Nach der Pause flacht das Ganze ein wenig ab und es tun sich ein paar Längen auf. Der Grund dafür liegt möglicherweise auch in der fortschreitenden Beruhigung der Handlung, bei der die Figuren sich der Reihe nach an ihren wahren Plätzen einreihen.

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