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Unterdießen

07.01.2021

Unterdießener Bäcker backt jetzt umweltfreundlicher 

Das ist einer der beiden neuen Pelletsbacköfen in der Bäckerei Pfatischer in Unterdießen: Werner Pfatischer hat viel investiert – was auch der Umwelt zugutekommt.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Die Bäckerei Pfatischer betreibt jetzt zwei besondere Backöfen. Gespannt ist man auf die ersten Brezen aus Unterdießen.

Alles neu macht bei der Bäckerei Pfatischer in Unterdießen nicht der Mai, sondern der Januar: In dieser Woche stellt der Betrieb auf umweltfreundliche Backöfen um. Was es damit auf sich hat und wie schwer die Beschaffung der neuen Öfen war, erklärt Bäckermeister Werner Pfatischer. Und auch er ist gespannt auf das erste „neue“ Brot – und vor allem die Brezen.

Schon lange war Werner Pfatischer auf der Suche nach einem ganz speziellen Backofen. „Wir wollten einen Pelletsofen“, erzählt er. Doch einen solchen zu finden, sei gar nicht so einfach gewesen. „In Peiting habe ich einen entdeckt, das war aber ein Eigenbau“, erzählt Werner Pfatischer. Darauf wollte er sich nicht einlassen – in Italien ist er schließlich fündig geworden. „Im Landkreis haben wir den ersten Pelletsofen“, so der Bäckermeister.

Bis zu 99 Prozent weniger CO2-Ausstoß

Bislang habe man in der Bäckerei drei Öfen gehabt, die mit Öl beheizt wurden. „Diese sind schon rund 30 Jahre alt“, sagt Pfatischer, über kurz oder lang hätten sie ausgetauscht werden müssen. Und da habe man sich um eine umweltfreundliche Variante bemüht. „Die Einsparungen beim CO2-Ausstoß betragen zwischen 95 und 99 Prozent“, teilt Pfatischer mit. Außerdem sei das Pelletwerk in Asch nur sechs Kilometer entfernt, damit „bleibt das Geld in der Region“.

Werner Pfatischer installiert zwei neue Backöfen in seiner Bäckerei
Bild: Julian Leitenstorfer

Hatte die Bäckerei bislang drei Öfen, so werden diese durch zwei – größere – ersetzt. Die Kosten sind allerdings nicht zu verachten: „Die neuen Öfen kosten etwa doppelt so viel wie herkömmliche“, sagt Werner Pfatischer. Um die alten schnell aus- und die neuen ebenso schnell wieder einbauen zu können, hat man auch eine Wand herausgerissen. Insgesamt rechnet Pfatischer mit Kosten in Höhe von rund 180.000 Euro.

Für die Umrüstung gibt es Geld vom Staat

Da es sich aber um eine Umrüstung handelt, die dem Umweltschutz dient, rechnet Pfatischer mit einer staatlichen Förderung in Höhe von 55 Prozent der Kosten.

Die Kosten sind das eine – die Emotionen das andere. „Als Bäcker kann man alles mit der Hand machen, Teig mischen und kneten, Brot und Brezen formen, aber ohne Backofen geht gar nichts.“ Sein Angestellter habe es deshalb auch nicht fertiggebracht, den Ofen das letzte Mal abzuschalten. „Er sagte, das müsse ich machen, er könne es nicht“, sagt Werner Pfatischer.

Jetzt sei man gespannt, wie die neuen Öfen arbeiten würden. Vom Prinzip her gebe es da große Unterschiede, erklärt der Bäckermeister. Bis voraussichtlich 9. Januar ist die Bäckerei geschlossen, sobald die Öfen funktionstüchtig sind, wird dann auch probegebacken – anfangs wird auch ein Mitarbeiter des Herstellers dem Bäcker noch zur Seite stehen. „Wir müssen das am Anfang noch ausprobieren und sind auch schon sehr gespannt“, verrät Werner Pfatischer.

Es gibt noch viel zu testen

Vor allem auf die Brezen, für die man bekannt sei. „Da gibt es sicher einiges zu testen, ob man den Ofen vielleicht vorher freilassen muss“, sagt Werner Pfatischer. Eines sei aber sicher: Die Kunden werden mit den neuen – umweltfreundlicheren – Öfen dieselbe Qualität erhalten wie bisher.

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