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Verkehr: Fuchstalbahn: Gemeinden treffen sich am runden Tisch

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Fuchstalbahn: Gemeinden treffen sich am runden Tisch

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    Nur bei Sonderfahrten sind noch Personenzüge auf der Strecke zwischen Landsberg und Schongau unterwegs. Der Betrieb wurde 1984 eingestellt. Seither verkehren nur noch Güterzüge auf der Trasse. Das soll sich wieder ändern.
    Nur bei Sonderfahrten sind noch Personenzüge auf der Strecke zwischen Landsberg und Schongau unterwegs. Der Betrieb wurde 1984 eingestellt. Seither verkehren nur noch Güterzüge auf der Trasse. Das soll sich wieder ändern. Foto: Andreas Hoehne (Archiv)

    Seit Jahrzehnten kämpfen Initiativen dafür, dass zwischen Landsberg und Schongau wieder Personenzüge fahren. Zuletzt ist es aber ruhig geworden ums Thema Fuchstalbahn. Ein runder Tisch wurde wegen der Corona-Pandemie immer wieder verschoben. Das Treffen soll nun Ende diesen Monats stattfinden. Für Enttäuschung unter den Befürwortern der Wiederinbetriebnahme sorgte kürzlich der Landsberger CSU-Landtagsabgeordnete Alexander Dorow.

    Dorow hatte sich in der Vergangenheit dafür ausgesprochen, die Fuchstalbahn wieder in Betrieb zu nehmen und die Hürden für die Inbetriebnahme von Strecken in Bayern zu senken. Kürzlich votierte er bei einer namentlichen Abstimmung im Bayerischen Landtag aber – wie schon im vergangenen Spätsommer – wieder gegen eine Lockerung. Als besonders hohe Hürde und umstritten gilt das sogenannte 1000-Kriterium. Im Fall der 29 Kilometer langen Strecke der Fuchstalbahn müssen Fahrgäste zusammen 29.000 Kilometer pro Tag fahren. Das wird erreicht, wenn 1000 Personen die ganze Strecke fahren. Sind Reisende nur auf einem Teil der Strecke unterwegs, muss die Fahrgastzahl entsprechend höher sein, damit am Ende der vorgegebene Wert erreicht wird.

    je Kilometer mindestens 1000 Fahrgäste pro Tag unterwegs sein müssen. Im Fall der 29 Kilometer langen Fuchstalbahn also mindestens 29.000 Fahrgäste. Sind Zugreisende nur auf einem Teil der Strecke unterwegs, muss die Fahrgastzahl entsprechend höher sein, damit am Ende der vorgegebene Wert erreicht wird.

    Hat der Fraktionszwang gewonnen ?

    Kritik an Dorows Abstimmungsverhalten übt unter anderem Tyll-Patrick Albrecht. Der Denklinger ist stellvertretender Regionalvorsitzender für Oberbayern bei Pro Bahn. „Nach den Lippenbekenntnissen in der Vergangenheit bin ich sehr enttäuscht über sein Abstimmungsverhalten. Hier hat offenbar der Fraktionszwang gewonnen.“ In Alexander Dorow und Landrat Thomas Eichinger (CSU) sieht Albrecht zwei zentrale Personen, um bei ihrer Parteifreundin, Verkehrsministerin Kerstin Schreyer, auf Verbesserungen hinzuwirken. „Solange das Verkehrsministerium weiterhin alle Bemühungen blockiert, bleibt es schwierig, bei der Reaktivierung von Bahnstrecken in Bayern voranzukommen“, sagt Albrecht.

    Der Landtagsabgeordnete Alexander Dorow (CSU) wird für sein Abstimmungsverhalten kritisiert .
    Der Landtagsabgeordnete Alexander Dorow (CSU) wird für sein Abstimmungsverhalten kritisiert . Foto: Julian Leitenstorfer (Archiv)

    Kritik an Alexander Dorow übt auch die Kauferinger Landtagsabgeordnete Gabriele Triebel (Grüne). „Ich bin sehr irritiert von seiner Wankelmütigkeit. Erst stimmt er gegen die Aufweichung der Kriterien, spricht sich dann dafür aus, um bei der nächsten Abstimmung wieder dagegen zu votieren.“ Die Grünen-Politikerin befürwortet eine Lockerung der Regel. Sie sieht in der Vorgabe von 1000 Reisenden pro Kilometer eine zu hohe Hürde für ländliche Räume.

    Alexander Dorow sagt auf Nachfrage des LT: „In einer Sitzung der CSU-Fraktion haben unsere Mitglieder des Fachausschusses über den Antrag zu den Reaktivierungskriterien informiert und berichtet, dass es mehrere Punkte gibt, denen wir nicht zustimmen können. Ich habe mich auf das Urteil der Kollegen verlassen und deswegen gegen eine Aufweichung gestimmt.“ Als Nein zu einer Wiederinbetriebnahme der Fuchstalbahn will er das aber nicht verstanden wissen. „Ende Juli findet ein runder Tisch mit den Anrainergemeinden statt, an dem ich auch teilnehme. Dann wird ein Verkehrsgutachten vorgestellt, das hoffentlich überzeugt. Ziehen die Gemeinden entlang der Strecke mit, ist vieles möglich. Das ist für mich der Punkt, der über die Zukunft der Fuchstalbahn entscheidet.“

    Der runde Tisch verschiebt sich wegen Corona

    Eingeladen zum runden Tisch, der schon im Frühjahr 2020 stattfinden sollte, aber wegen der Corona-Pandemie mehrfach verschoben wurde, hat Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman. Termin ist der 26. Juli. An der Strecke liegen im Landkreis die Gemeinden Kinsau, Fuchstal, Denklingen, Unterdießen und die Stadt Landsberg. Dann wird auch ein Eckpunktepapier des Verkehrsingenieurs Andreas Holzhey vorgestellt. Er ist auch Betreiber der Bahnhöfe in Landsberg und Schongau.

    In dem Papier setzt er sich unter anderem damit auseinander, welche Maßnahmen die anliegenden Kommunen treffen müssen, damit eine Reaktivierung möglich ist und welche Optionen der Finanzierung es gibt. So seien die Richtlinien geändert worden, und es gebe nun mehr Fördermittel. Auch sei neu geregelt worden, dass die Kommunen bei der Sicherung der Bahnübergänge entlastet werden, sagt er vor rund einem Jahr im Gespräch mit unserer Zeitung. Aus Denklingen und Hohenfurch waren Ende vergangenen Jahres ablehnende Stellungnahmen hinsichtlich einer Wiederinbetriebnahme zu hören. Denklingens Bürgermeister Andreas Braunegger begründete diesen Schritt damals so: „Wir wollen damit in der Debatte, die schon 20 Jahre dauert, ein Zeichen setzen. Wir werden die Entscheidung aber zurückstellen, bis der runde Tisch mit den Bürgermeistern stattgefunden hat.“

    Die Entscheidungsträger haben gewechselt

    Und was erhofft sich Tyll-Patrick Albrecht vom runden Tisch? „Es ist ein Schritt von vielen und nicht verkehrt, weil über die Jahre die Entscheidungsträger in den Rathäusern und den Gemeinderäten gewechselt haben. So sind dann alle auf dem aktuellsten Stand.“ Aus seiner Sicht stehen die Chancen, dass nicht mehr nur Güterzüge zwischen Landsberg und Schongau verkehren, so gut wie nie. „Dank des modifizierten Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes des Bundes stehen so viel Fördermittel zur Verfügung wie noch nie. Diese Chance sollte nicht vertan werden“, sagt der Denklinger.

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