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Eresing

28.09.2020

Verkehr in Eresing: Jetzt gibt's eine neue Initiative zu einem alten Problem

Schulweghelfer an der Hauptstraße während der morgendlichen Rush Hour in Eresing.
Bild: Hans-Joachim König

Plus Wegen des starken Verkehrs in Eresing melden sich jetzt vor allem Bürger aus dem Viertel zwischen Schöffeldinger und Windacher Straße zu Wort. Dort sind viele Kinder zuhause. Bei einer ihrer Forderungen hat sich schon etwas getan.

Der Verkehr ist seit vielen Jahren für viele Einwohner das Thema in Eresing. Es gibt Messungen und Untersuchungen, die regelmäßig fortgeschrieben werden und Nachweise für die steigende Belastung bringen. Eine mögliche Westumgehung ist im Flächennutzungsplan vorgesehen. Mit ihrer Umsetzung ist allerdings noch nicht allzu schnell zu rechnen – vermutlich. Es gab Aktionen und Arbeitskreise, die sich mit dem Thema beschäftigten. Seit Januar gibt es eine neue Bürgerinitiative, ausgehend von Anwohnern der Schöffeldinger und Windacher Straße.

Wollen Bürger aus den Wohngebieten im Südwesten des Ortes in den Dorfkern, in denen in den vergangenen Jahren auch einiges neu gebaut wurde, zu wichtigen Infrastrukturen wie Kindergarten, Schulbus, Gemeinde, Kirche, Alter Wirt und Sportplatz gelangen, müssen sie beide Straßen überqueren. „Wir haben 100 Unterschriften für eine Lösung der Verkehrsprobleme gesammelt und an Bürgermeister Loy übergeben“, berichtet Matthias Schneider. Dabei habe ein Gespräch stattgefunden, bei dem die Probleme geschildert werden konnten. Der neue Bürgermeister Michael Klotz sei ebenfalls bereits kontaktiert worden.

Die Straßen seien für die heutigen Fahrzeuge zu schmal

Als das Hauptproblem betrachtet die Initiative, dass die Hauptstraße nicht für den derzeitigen Verkehr ausgelegt sei. „Die Fahrzeuge sind größer und breiter als noch vor zehn Jahren“, sagt Schneider. Das bedeute, dass nicht nur große Container-Lkw oder Traktoren, sondern auch Pkw immer wieder dazu gezwungen sind, auf die schmalen Gehsteige links und rechts der Hauptstraße auszuweichen. „Für uns heißt das, Kinder auf dem Weg zum Schulbus in der Ortsmitte zu begleiten.“ Allein in dem Wohngebiet zwischen Windacher und Schöffeldinger Straße seien derzeit 40 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren zuhause.

Glücklicherweise gebe es zuverlässige Schulweghelfer, die morgens den Verkehr stoppen und so eine sichere Überquerung der Hauptstraße ermöglichen. Mittags und nachmittags allerdings gebe es diese Hilfe nicht. Eltern wechselten sich deshalb beim Abholen ab. Die vielen Kinder seien ein Kernpunkt, das Problem der sicheren Straßenüberquerung gehe aber durch alle Bevölkerungsschichten bis hin zu Senioren auf dem Weg zum Friedhof. Die Lage in Eresing spitze sich zu, ist die Meinung der Initiative.

Die Zahl der Kinder hat zugenommen

Als Grund wird die starke Zunahme von jungen Familien mit Kindern genannt. So habe sich die Kapazität in der Kindertagesstätte innerhalb von zehn Jahren verdreifacht. Die Grundschule in Windach besuchten 67 Kinder aus Eresing. Derzeit werde das Gewerbegebiet an der Geltendorfer Straße bebaut. Als Folge sieht die Bürgerinitiative, dass der Schwerlastverkehr zunehmen wird. Was ist zu tun? „Kleine Schritte helfen schon“, meinen die Vertreter der Bürgerinitiative, „die Lebensqualität in unserem Dorf zu erhöhen.“ So sollte „effizienter“ geblitzt werden, „insbesondere zu den morgendlichen und abendlichen Verkehrsstoßzeiten“.

Weiter wünscht sich die Initiative einen Ortstermin mit Bürgermeister, Gemeinderat, Polizei und Straßenbaubehörde. „Für die Hauptstraße sollte erneut ein Antrag auf Temporeduzierung gestellt werden“, lautet eine weitere Forderung.

Dies war in früheren Zeiten bereits mehrmals geschehen und jedes Mal abgelehnt worden. Die Hauptstraße ist eine Kreisstraße und deshalb ist der Landkreis dafür zuständig. Weitere Vorschläge sind Bedarfsampeln und/oder Fußgängerüberwege.

Die Schöffeldinger Straße wird genau vermessen

Bei der Forderung, dafür ungeeignete Straßen für den Schwerlastverkehr zu sperren, hat sich bereits etwas getan. Wie Bürgermeister Klotz auf Nachfrage berichtet, sei die Schöffeldinger Straße genau ausgemessen worden. Dies habe das Landratsamt verlangt, bevor über eine Sperrung entschieden werden könne. „Die GPS-Messung ist mittlerweile durchgeführt, die Daten liegen dem Landratsamt vor.“

In der Schöffeldinger Straße in Eresing geht es manchmal eng her.
Bild: Hans-Joachim König

Die Anzeigetafel, die seit Kurzem aus Richtung Schöffelding kommenden Autofahrern zeigt, wie schnell sie fahren, wird laut Klotz demnächst weiter Richtung Ortseingang versetzt. „Wir müssen erst einen dafür geeigneten Platz schaffen.“ Der derzeitige Ort des Smileys wurde von der BI als „viel zu weit innerhalb“ kritisiert. Unverständnis herrscht seitens der Anwohner auch über das einseitige Halteverbot in der Schöffeldinger Straße. Dies sei kontraproduktiv, hieß es. Schließlich würden auf der Straße abgestellte Autos die Geschwindigkeiten drosseln. Letztendlich dämpfte Bürgermeister Klotz aber die Hoffnung, dass viele Vorschläge umgesetzt werden. „Die Möglichkeiten der Gemeinde sind begrenzt.“

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