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Kaufering

16.03.2019

VfL-Führung: Kandidat Michael Erl wirft vorzeitig das Handtuch

Dr. Michael Erl ist Kampfsportler und Trainer. Er wollte eigentlich Vorsitzender beim VfL Kaufering werden.
Bild: Thorsten Jordan (Archivfoto)

Eklat bei der Mitgliederversammlung des VfL Kaufering: Dr. Michael Erl wollte eigentlich den Vorsitz übernehmen, verlässt jedoch vorzeitig den Saal. Seine Vorwürfe sind massiv.

Eigentlich hätte am Freitagabend bei der Mitgliederversammlung des VfL Kaufering ein neuer Vorstand gewählt werden sollen. Denn das bisherige Gremium um den Vorsitzenden Bernhard Mödl hatte im Vorfeld bereits seinen Rückzug angekündigt. Mit Dr. Michael Erl stand bereits ein potenzieller Nachfolger Mödls in den Startlöchern. Im Vorfeld war auch von einem zweiten Kandidaten die Rede. Sein Name wurde am Freitagabend bekannt. Doch überschattet wurde alles vom vorzeitigen Abgang von Michael Erl, der noch vor dem Tagesordnungspunkt "Neuwahlen" wutentbrannt den Saal verließ. Er ließ seiner Wut in einer Pressemitteilung freien Lauf.

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"Der scheidende Vorsitzende Bernhard Mödl und der amtierende Kassenwart Gerhard Himmelstoß haben es geschafft, durch einen faulen und hinterhältigen Trick meine Kandidatur als Vorsitzender des VfL Kaufering zu boykottieren", schreibt Dr. Michael Erl unter anderem.

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"Vereinsschädigendes Verhalten"

Sie hätten die Frage, an wen die Gaststätte verpachtet wird, einfach entgegen der Satzung und der Tagesordnung nach vorne geschoben. So sei die Frage der Verpachtung der Gaststätte bereits entschieden gewesen, bevor Erl überhaupt zu seiner Kandidatur gekommen sei. Denn die Mitglieder hatten zu entscheiden, ob der aktuelle Pächter der Gaststätte Lechau etwas weniger Pacht als aktuell bezahlen muss. Erl hatte - wie mehrfach berichtet - geplant, die Gaststätte mit seiner Kampfkunstschule zu übernehmen, um dort ein Café zu betreiben. Erl kommt aus der Abteilung Karate des Vereins. Ihm schwebte vor, die Gaststätte Lechau zu übernehmen und die Nutzung zu teilen. In einem Teil der Räume sollte eine private Kampfschule etabliert werden, der andere Teil wäre für ein Café mit Öffnungszeiten von 14 bis 20 Uhr gedacht gewesen. Erls Vorstand hätte sich vor allem aus Personen der Abteilung Karate zusammengesetzt.

"Die beiden Vorstandsmitglieder haben bewusst und wohl aus Feigheit vor einem möglichen Sieg meinerseits - denn ich war zu diesem Zeitpunkt der einzige Kandidat mit einer kompletten Mannschaft für den Vorstand des VfL Kaufering - zunichte gemacht", so Erl weiter. Er sei daraufhin vorzeitig und ohne abschließende Worte aus der Sitzung gegangen. "Ein solch vereinsschädigendes und feiges Verhalten war mir persönlich dann doch zu viel. Ich hätte mich gerne mit einem anderen Kandidaten um den Vorstandsposten beworben." Voraussetzungen für Erls Kandidatur sei aber immer schon die Verpachtung der Gaststätte an die BW Kampfkunstschule Kaufering gewesen. Er sei tief enttäuscht und fühle sich von Bernhard Mödl und Gerhard Himmelstoß verdrängt.

Die Tagesordnung lag seit Ende Januar vor

Die beiden hätten den Tagesordnungspunkt „Verpachtung der Gaststätte“ entgegen der Satzung nach vorn geschoben und somit seine Kandidatur , die ja auch an eine Übernahme des Lokals gebunden war, verhindert. Dass allerdings, wie Erl weiter vorwirft, der Punkt „entgegen der Tagesordnung“ nach vorn geschoben worden sei, stimmt nicht ganz. Die Tagesordnung lag in dieser Reihenfolge vor und war - wie Bernhard Mödl auf Nachfrage erklärt - Ende Januar allen Abteilungen zur Überprüfung vorgelegt worden.

Der andere Bewerber um das Amt des VfL-Vorsitzenden ist Klaus Rehekampff. Er ist in Kaufering aufgewachsen, wohnt allerdings seit Jahren in Landsberg. Beim VfL ist er in der AH-Mannschaft (Fußball) aktiv. Er gehe völlig unvoreingenommen an die Geschichte heran, so der Physiker. „Ich kenne die alten Geschichten nicht und die sind mir auch völlig egal“, erklärte er bei einer kurzen Vorstellung eines möglichen Konzepts für einen neuen Vorstand. Eine Mannschaft habe er noch nicht beisammen, nur die Aussicht auf einen Schriftführer gebe es bisher. Die Suche sei auch erst vor etwa zehn Tagen gestartet worden.

Bis 10. Mai muss eine Lösung her

Über die Zielgruppe sagte Rehekampff: Aktive seien raus, die hätten eh schon sehr viel zu tun. Er stelle sich Personen vor, die mal aktiv waren und den Verein gut kennen. Die Versammlung einigte sich darauf, dass der noch amtierende Vorstand so lang weitermacht, bis eine neue Mannschaft gebildet und in einer „zeitnahen“ außerordentlichen Mitgliederversammlung gewählt werden kann. Absolute Deadline ist der 10. Mai, dann wird es schwierig für den großen Kauferinger Sportverein. Würde er aufgelöst werden müssen, dann komme es, wie Bernhard Mödl unter anderem ausführte, zu einem Schuldenübertrag von 75 Euro pro Mitglied. Außerdem müssten bei einem Neuanfang alle Mannschaften wieder in den untersten Klassen beginnen.

Lesen Sie den Kommentar zum Thema: VfL-Krise: Kein Ende in Sicht

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