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Versammlung

21.02.2019

Von der Artenvielfalt bis zur Gülle

Die Bestimmungen für die Ausbringung von Gülle verschärfen sich. Darüber wurde bei der Versammlung in Eresing unter anderem diskutiert.

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft trifft sich in Eresing. Es gibt Kritik am Bauernverband

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) ist laut eigener Definition eine bäuerliche Interessenvertretung, die für eine nachhaltige, sozial- und umweltverträgliche Landwirtschaft eintritt. Die Jahresmitgliederversammlung fand in Eresing statt. Sowohl Landtagsabgeordneter Dr. Leopold Herz (FW), der Vorsitzender des Landwirtschafts-Ausschusses ist, als auch Eresings Bürgermeister Josef Loy (CSU) betonten den hohen Stellenwert der bäuerlichen Familienbetriebe für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und den Umwelt- und Naturschutz.

Vor rund 100 Mitgliedern und Gästen sagte Bürgermeister Loy, dass es in den 1960er-Jahren noch 30 landwirtschaftliche Betriebe in Eresing gab, jetzt seien es nur noch sieben. Diese Landwirte würden wesentlich das Gemeindeleben mitgestalten. Zudem gebe es beispielsweise in Eresing keinen Bauhof, Sommer- und Winterdienst würden zuverlässig und kostengünstig von den Landwirten übernommen.

Die AbL unterstützte das Volksbegehren „Rettet die Bienen“. AbL-Landesvorsitzender Josef Schmidt bedauerte, dass der Bauernverband mit bewussten Vereinfachungen und Falschdarstellungen extrem Stimmung gegen das Volksbegehren gemacht habe. Die Landwirtschaft bewirtschafte fast die Hälfte der Landesfläche und müsse in der Folge auch mehr als bisher für die Artenvielfalt tun. Die AbL will darauf hinwirken, dass in der konkreten Umsetzung des Volksbegehrens der bäuerliche Sachverstand und die Interessen der Landwirtschaft berücksichtigt werden.

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Schmidt forderte zudem eine gerechtere Verteilung der EU-Direktzahlungen, bei der die Leistungen für das Gemeinwohl und die Anerkennung der bäuerlichen Arbeit mehr zählen sollte als der Besitz von landwirtschaftlicher Nutzfläche. Schmid gab auch einen Rückblick und eine Vorschau. Er erinnerte an die große „Mia hams satt“- Demo“ im Oktober in München, die Dürreproblematik des vergangenen Sommers und kritisierte die Exportorientierung in der Landwirtschaft.

In einem Grußwort verwies AbL-Bundesgeschäftsführer Georg Janssen aus Lüneburg auf das AbL-Punktemodell zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU. Mit dem Punktemodell soll die Förderung der vielfältig wirtschaftenden Betriebe mit bodengebundener, artgerechter Tierhaltung gestärkt werden. Er informierte unter anderem auch über die Entscheidung, dass „Neuland“, ein von der AbL 1988 mitbegründeter Verband für besonders artgerechte Tierhaltung, künftig bei Aldi einliefere.

In der Versammlung ging es auch um die Düngeausbringung und die sich ab kommendem Jahr verschärfenden Bestimmungen dazu. Dem will der Landwirt und Agrarwissenschaftler Dr. Peter Hameln aus Hessen entgegenwirken: „Emissionsmindernde Güllebehandlung statt Schleppschlauchtechnik – klimaschonendere Alternativen der Gülleausbringung“, lautete sein Vortrag. Er behandelt die Gülle schon im Stall mit einer Mischung aus Gesteinsmehl, Pflanzenkohle und Leonardit, einer huminsäurehaltigen Weichbraunkohle.

Dass die bodennahe Gülleausbringung vor allem bei Grünland umstritten ist, zeigte die Diskussion. Die Praktiker warnten vor negativen Effekten der neuen Ausbringtechnik: Unter anderem werde Boden wegen des überbetrieblichen Einsatzes verdichtet, Futter verschmutzt und der Strukturwandel wegen hoher Kosten beschleunigt, so einige der Befürchtungen. (lt)

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