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Landsberg

25.11.2019

Vor der Polizei vom Rad gestürzt: Junger Mann rastet aus

Nach einem Sturz vom Fahrrad vor der Landsberger Polizei kam auf einen jungen Mann einiger Ärger zu. Jetzt stand er vor Gericht.
Foto: Julian Leitenstorfer/Archiv

Plus Ausgerechnet vor der Polizeiinspektion in Landsberg baut ein 19-Jähriger einen Unfall: Das bringt ihm einigen Ärger und vor Gericht eine Bewährungsstrafe ein.

Sturzbetrunken ist im vergangenen Mai ein 19-Jähriger mit seinem Fahrrad nahe der Einfahrt zur Landsberger Polizeiinspektion auf die Katharinenstraße gestürzt. Jetzt stand er vor Gericht und dabei ging es vor allem um das, was nach dem Sturz passierte. Denn danach machte der junge Mann einigen Ärger.

Der 19-Jährige wehrte sich so vehement gegen eine Festnahme, einen Alkotest auf der Wache und gegen eine Fahrt zur Blutentnahme im Klinikum, dass sich drei, zeitweise vier Polizisten mit ihm herumschlagen mussten. Auch im Krankenhaus soll er laut Anklage randaliert und mit den Füßen gegen Vollstreckungsbeamte getreten haben. Dies alles ahndete das Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Richter Alexander Kessler jetzt mit einer Bewährungsstrafe. Der Angeklagte räumte die ihm zur Last gelegten Taten ein.

Den Polizisten wurden "krampfartige Anfälle" vorgetäuscht

Dass er sich an fast nichts erinnern kann, hatten ihm weder das Gericht noch die Vertreterin der Anklage und die Polizisten, die bei der Beweisaufnahme aussagten, abgenommen. Die Beamten waren überzeugt, dass er „krampfartige Anfälle“ vorgetäuscht hatte, um der bevorstehenden Blutentnahme aus dem Weg zu gehen. Als die Prozedur im Klinikum vorbei war, zeigte sich der Angeklagte bei der Rückfahrt zur Polizeiinspektion dann äußerst kooperativ, wie in der Verhandlung berichtet wurde. Fingerabdrücke ließ er sich ohne Probleme zu machen, abnehmen. Darüber wunderte sich besonders eine Polizistin, der der Mann kurz vorher noch den „Stinkefinger“ entgegengestreckt hatte.

„Sorry, ich war betrunken“, versuchte der Angeklagte zu erklären, was an diesem 4. Mai 2019 geschehen war. Mit einem Kumpel habe er sich um Mitternacht auf einer Bank im Stadtzentrum getroffen, um zu reden und miteinander zu trinken. Eine Flasche Wodka und sechs Flaschen Bier sollen es bis 6 Uhr morgens gewesen sein. Beim Angeklagten wurden später 1,92 Promille gemessen.

Die Suche nach den Fahrrädern gestaltete sich schwierig

Zu Fuß gingen die beiden zum Bahnhof, um ihre unversperrt abgestellten Fahrräder abzuholen. In ihrem Zustand habe es gedauert, bis sie fündig geworden sind, hieß es in der Verhandlung. Eine aufmerksame Seniorin beobachtete die Fahrradsuche der jungen Männer. Die Sache war ihr nicht geheuer, sie rief die Polizei. Die Beamten mussten nicht weit laufen oder fahren, um dem Duo habhaft zu werden: Denn der 19-Jährige war auf Gehsteig beziehungsweise der Parkbucht an der Katharinenstraße mit seinem Fahrrad gestürzt. Ein Beamter half ihm auf die Beine. Doch auf die Wache und später zum Klinikum mitkommen wollte der junge Mann nicht.

Der Vorsitzende Richter Kessler hielt dem Angeklagten erhebliche Charakter- und Erziehungsmängel und gewisse Reiferückstände vor. Deswegen wurde das Jugendstrafrecht angewandt. Seine weitere Zukunft sehen das Jugendschöffengericht, Staatsanwältin Yvonne Möller und Verteidigerin Dr. Silke Ackermann positiv. Er absolviert derzeit eine Berufsausbildung.

So fällt die Strafe aus

Auf ihn kommen zehn Monate Haft, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden, und eine Woche Arrest zu. Ihm wird für diese Zeit eine Bewährungshelferin zur Seite gestellt. Weiter wurden ihm 80 Stunden Sozialarbeit und ein Soziales Kompetenztraining auferlegt, außerdem fünf Beratungsgespräche in Sachen Alkohol und Aggression.

Übrigens: Es waren ihre eigenen Fahrräder, auf die sich der Angeklagte und sein Kumpel am Bahnhof geschwungen hatten.

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