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Apfeldorf

31.10.2018

Walter Storhas und sein Gespür für Wasser

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2 Bilder
Der 74-jährige Walter Storhas mit seiner Wünschelrute aus Weide und seiner ältesten Enkelin Anna-Lena.
Bild: Gisela Klöck

Mit Wünschelruten spürt Walter Storhas Wasseradern auf. Der 74-Jährige aus Apfeldorf hat der Stadt Schongau einmal einen besonderen Dienst erwiesen.

Walter Storhas aus Apfeldorf hat eine besondere Gabe. Er spürt sofort, wenn sich im Haus eine Wasserader befindet. Der Landwirt hilft Menschen, die seinen Rat suchen. So bekommt er im Bekanntenkreis Anfragen, wohin das Bett, der Schreibtisch oder das Sofa gestellt werden sollen, damit die Bewohner eines Hauses besser schlafen und arbeiten können.

Geboren wurde Walter Storhas auf Schloss Hurlach. Seine Mutter war bei der Familie von Schnurbein in Diensten und brachte dort auch ihr erstes Kind zur Welt. Gerne erinnert sich Walter Storhas an die Zeit im Schloss. Im Jahr 1952 erbte sein Vater einen Hof in Asch und die Familie zog dorthin. Der sieben Jahre alte Bub lebte sich im Fuchstal schnell ein. Später lernte der heute 74-Jährige die Landwirtschaft in Großkitzighofen. 20 Jahre lebt er in Asch und heiratete mit 28 nach Apfeldorf auf den Hof seiner Frau Annemarie. Dort spürte er erstmals seine Gabe.

Der Pfarrer von Birkland zeigte ihm, wie er die Gabe richtig einsetzt

Walter Storhas merkte, dass mit dem Haus und dem Stall etwas nicht stimmt. Die Schwiegereltern hatten gesundheitliche Probleme. Auch der Birkländer Pfarrer Josef Schmelz hatte die Gabe, Wasseradern aufzuspüren und den Menschen zu helfen. Ihn holte Storhas zu Hilfe. Für ihn war es damals eine Bestätigung, dass die Probleme von Wasseradern kommen. Die Betten wurden umgestellt und der Zustand der Schwiegereltern besserte sich. Der Pfarrer aus Birkland erkannte die Begabung und wies Walter Storhas ins Wünschelrutengehen ein.

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Der 74-Jährige empfiehlt in erster Linie das Verstellen der Betten. Es gebe heute zwar auch Geräte, die Wasseradern harmonisieren, aber davon hält er nicht so viel. Seiner Meinung nach kommen viele Gesundheitsprobleme von einem falschen Schlafplatz. „Mit den Händen, dem Pendel oder der Rute spüre ich, ob es etwas bringt“, sagt er. Seine Hände erzählen auch von der Arbeit auf dem Hof und im Wald. Er erzählt unablässig schier unglaubliche Geschichten.

Auf der Suche nach Trinkwasser

Etwa die eines jungen Mädchens, das epileptische Anfälle hatte. Die Eltern wandten sich in ihrer Verzweiflung an Walter Storhas. Der pendelte aus. Danach wurde das Bett umgestellt und die Anfälle verschwanden. Seit einem halben Jahr sei das Mädchen gesund. Ähnliche Erfolge habe er auch bei Fällen von Neurodermitis. Er könne auch bei Schlafstörungen, Unruhezuständen und Schreikindern helfen.

„Jeder Mensch reagiert anders, manchen macht es nichts aus, wo sie schlafen, andere sind sehr feinfühlig. Menschen, die sensibel sind, lassen sich leichter helfen“, meint er. Seinen größten Erfolg habe er im Jahr 2014 gehabt. Damals half Walter Storhas der Stadt Schongau dabei, ein zweites Standbein für die Wasserversorgung zu finden. Es ging um die Sicherung des gemeinsamen Trinkwasserschutzgebietes mit Schwabsoien. Damals war in der Presse zu lesen, dass Walter Storhas „das Drama im Heilig-Geist-Wald“ beendet habe. Storhas führt seine Erfolge auf Naturbeobachtungen und sein Gespür für die Wünschelrute zurück.

Walter Storhas bezeichnet sich als Waldfuchs

Seit 2012 suchte man in Schwabsoien nach weiteren Quellen. Gebohrt wurde im Heilig-Geist-Wald südlich von Denklingen und in den Staatsforsten. Insgesamt wurden 17 ergebnislose Bohrungen in dem Waldgebiet zwischen Kinsau und Dienhausen durchgeführt. Dann kam der Wünschelrutengänger aus Apfeldorf ins Spiel. Durch seine Hinweise war man erfolgreich. Es kam Wasser in ausreichender Menge und guter Qualität. Walter Storhas bekam dafür von Bürgermeister Falk Sluyterman im August 2015 eine Dankurkunde überreicht. Stolz blickt er auf diesen Erfolg zurück.

Walter Storhas liebt besonders den Wald. „Ich bin ein Waldfuchs“, meint er. Er beobachtet den Wuchs der Bäume, ihren Stand, den Zwiewuchs und sucht Wasseradern. Schon mehr als 30 Jahre ist er als Rutengänger tätig. „Ein gesunder, unbelasteter Schlafplatz, viel Bewegung an frischer Luft, gesunde Ernährung und der gelegentliche Gang zum Arzt sind wichtig, alles andere liegt in Gottes Hand“, sagt der 74-Jährige.

Walter Storhas hat zwei Töchter und sechs Enkel. Die älteste Enkelin Anna-Lena aus Asch hat auch ein besonderes Talent. Sie malt Tierporträts. Sie und ihre Schwester sind zudem erfolgreiche Sportschützinnen.

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