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Denklingen

01.07.2019

Was sich die Vereinschefs vom Bürger- und Vereinszentrum erwarten

So sieht das Bürger- und Vereinszentrum in Denklingen in der Animation aus, nachdem es kostenmäßig um ein Drittel abgespeckt wurde.
Bild: Gemeinde Denklingen

Der Denklinger Gemeinderat stimmt dem Bauantrag für das 13-Millionen-Euro-Projekt zu. Das LT hat mit mehreren Vereinen gesprochen: Welche Raumprobleme sie derzeit haben und wie sie das Vorhaben bewerten.

Es sind insgesamt rund 2500 Quadratmeter, mit denen viele Denklinger Hoffungen verbinden und die im Ort angesichts der dafür anfallenden Kosten für Gesprächsstoff sorgen. Es geht um das geplante Bürger- und Vereinszentrum am Buchweg, für das laut Kostenschätzung 13,4 Millionen Euro fällig werden. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung den Weg für das Projekt frei gemacht und dem Bauantrag zugestimmt. Klappt alles wie geplant, kann das Bürger- und Vereinszentrum ab Ende des Jahres 2022 genutzt werden, wie Bürgermeister Andreas Braunegger auf Nachfrage des LT informiert.

Anmelden, wenn man auf die Toilette will

Erleichtert darüber ist Jürgen Waldhör, Vorsitzender des Musikvereins Denklingen. Künftig werden die Musiker nicht nur unter deutlich besseren akustischen Gegebenheiten proben können, sondern auch ausreichend Platz haben. „Im jetzigen Vereinsheim haben wir einen Raum mit einer Größe von 48 Quadratmetern, und es sind 53 Aktive. Ehrlich gesagt bin ich froh, wenn der eine oder andere mal nicht kommt. Und wenn ein Musiker auf Toilette will, muss man das anmelden, weil er oder sie den Raum nicht einfach verlassen kann, weil es so eng ist.“

Das Vereinsheim haben die Musiker und die Landjugend in den 60er-Jahren gemeinsam errichtet. Schon seit 20 Jahren gibt es Bestrebungen der Musiker, die Situation zu verbessern, so Waldhör. Ein Anbau habe sich als zu teuer erwiesen. Letztlich taten sie sich mit anderen Vereinen zusammen, um am Sportplatz ein neues Gebäude zu errichten. Damals intervenierte Brauneggers Vorgänger Michael Kießling, inzwischen für die CSU im Bundestag, weil er der Ansicht war, dass sich die Vereine nicht derart verschulden sollten und die Gemeinde in der Pflicht stehe, erinnert sich Waldhör. Die Kostenschätzung für den ersten Entwurf für ein Bürger- und Vereinszentrum lag allerdings bei 20 Millionen Euro. Zu viel befand Braunegger, der 2018 Bürgermeister wurde, und verordnete dem Projekt eine Schlankheitskur.

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Für den Musikverein fast dreimal so viel Platz wie bisher

Waldhör bewertet beide Versionen als „sehr gelungen“ und freut sich, dass der Musikverein statt 48 künftig 134 Quadratmeter zur Verfügung hat und für die Proben vor Konzerten und Wertungsspielen nicht mehr in die Turnhalle ausweichen muss. Zudem gibt es einen zusätzlichen Raum, der als Notenarchiv und für Einzelproben genutzt werden kann, und die Musiker müssen die Instrumente – anders als bisher – nicht jedes Mal wegräumen. Der Musikverein beteiligt sich laut Vorsitzendem auch an den Bauarbeiten. „Die Wandvertäfelung machen wir selber.“ Und sie können den integrierten 460 Quadratmeter großen Bürgersaal ebenso wie die Theatergruppe für Auftritte nutzen.

Hoffnungsvoll blickt auch Angelina Frieß, Zweite Mädchenvorsitzende der Landjugend Denklingen, auf die von Architekt Michael Riedle entwickelten Pläne. „Dadurch, dass wir uns noch den Raum mit dem Musikverein teilen, können wir diesen nicht nach unseren Vorstellungen gestalten. Eine dauerhafte Sitzgelegenheit, ein Kicker oder ein Billardtisch wären schon toll. Im Bürger- und Vereinszentrum ist das dann möglich.“ Auch hätten die Mitglieder – aktuell sind es 50 aktive sowie einige passive – dann die Möglichkeit, sich am Freitagabend zu treffen. Bislang sei das nicht möglich, weil zu der Zeit der Musikverein probe. Positiv bewertet sie auch, dass es wieder ein gastronomisches Angebot geben wird. „Eine Wirtschaft fehlt derzeit leider.“ Das Restaurant kann laut Planungen sowohl für Feste und Feierlichkeiten mit 140 Plätzen genutzt werden sowie für den Alltagsbetrieb mit einer einfachen Schiebetür als Raumteiler verkleinert werden.

Schützen: Gut, dass nicht jeder Verein sein eigene Stube hat

Auf das ebenerdige und barrierefrei zugängliche Gebäude – bei dem nur die Technik in Räumen im Obergeschoss untergebracht sein wird – freut sich auch Markus Mayer, Vorsitzender des Schützenvereins Frohsinn. Dieser wird dort ebenfalls eine neue Heimat und bessere Bedingungen vorfinden. „Der Deutsche Schützenbund schreibt eigentlich vor, dass am Schießstand vor dem Schützen ein Meter Platz sein muss und vier Meter dahinter. Bei uns kann man aktuell froh sein, wenn der andere Schütze dahinter noch durchkommt. Auch verfügen wir nach der Fertigstellung dann über einen vollelektronischen Stand“, zählt Mayer die Vorteile auf.

Die Räumlichkeiten des Vereins befinden sich derzeit unter der Turnhalle. Zudem gibt es künftig zehn Schießstände, einen mehr als bisher. „Ich hoffe, dass wir durch die Nähe zu den anderen Vereinen wahrnehmbarer und attraktiver werden. Wir haben Nachwuchssorgen“, so Mayer. Rund 160 Mitglieder – davon 60 Aktive – hat Frohsinn. Positiv bewertet Mayer deswegen auch, dass die Vereine keine eigenen Stuben im Bürger- und Vereinszentrum haben. „Ich weiß, dass meine Meinung nicht alle teilen, aber das daraus resultierende Miteinander in der Gastronomie ist aus meiner Sicht ein großer Gewinn.“ Zumal bei den Schützen zum Monatsende die Wirtschaft schließt: „Die Wirtin hört auf und die Suche nach einem Nachfolger blieb erfolglos“, so Mayer. Künftig kommen die Schützen dann auch mehr mit anderen Sportlern zusammen. Auch die Abteilungen des VfL Denklingen ziehen ein und es werden neue Fußballplätze angelegt.

Die Kosten sind natürlich ein Thema

Und die Kosten? Natürlich seien die im Ort Gesprächsthema, sagt Jürgen Waldhör. Die Reaktionen seien aber seiner Wahrnehmung nach trotzdem mehrheitlich positiv. Mayer verweist auf den zeitlichen Aspekt. „In den vergangenen Jahrzehnten wurde für die Vereine wenig getan und das Bürger- und Vereinszentrum wird Jahrzehnte genutzt. Das relativiert die Kosten aus meiner Sicht und es ist vertretbar. Zudem profitieren ja alle davon.“

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