Sozialverband

15.05.2019

Wechsel beim VdK

Das Team des VdK-Kreisverbands (von links): Kreisvorsitzender Walter Eichner, Lotsin Maria Brehm-Grünwald, Sven Schrems und Dietrich Mehl.
Bild: Dagmar Kübler

Sven Schrems ersetzt Geschäftsführer Dietrich Mehl, der nach Rosenheim geht. Immer mehr Menschen suchen Rat

Wechsel beim VdK-Kreisverband Landsberg: Sven Schrems tritt am 1. Juli die Nachfolge von Kreisgeschäftsführer Dietrich Mehl an. Schrems, gebürtig im Schwarzwald, arbeitet bereits seit 2011 für den VdK. Er war Sozialrechtsberater in Weilheim, Starnberg und Landsberg. Nun übernimmt er die Leitung in Landsberg – und seine Stelle als Rechtsberater muss neu besetzt werden.

Kein einfaches Unterfangen beim derzeitigen Fachkräftemangel, wie der 55-Jährige betont. Schrems will, wie auch sein Vorgänger Mehl, nach den „stürmischen Zeiten“ weiterhin Stabilität und Kontinuität in den Kreisverband bringen und durch mehr Öffentlichkeitsarbeit den Sozialverband bekannter machen, vor allem auch bei jungen Menschen – denn diese zählen zunehmend zu den Ratsuchenden. „Der VdK hilft den Schwächeren“, betont auch Kreisvorsitzender und Altlandrat Walter Eichner.

Dietrich Mehl verlässt nach dreieinhalb Jahren seinen Posten aus persönlichen Gründen. Der 45-Jährige wird Kreisgeschäftsführer des VdK Rosenheim. In Landsberg habe er sehr gute Erfahrungen gemacht. „Die Zahl der Ratsuchenden hat deutlich zugenommen“, blickt er zurück. 2296 Beratungen habe der VdK Landsberg im vergangenen Jahr durchgeführt. Die Schwerpunkte lägen dabei bei der gesetzlichen Rente und Krankenversicherung sowie beim Schwerbehindertenrecht. Auch die Zahl der Mitglieder ist gestiegen, freut sich Dietrich Mehl, allein in den vergangenen 15 Monaten um 9,2 Prozent auf 4550 Personen.

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460 Anträge stellte der Kreisverband im vergangenen Jahr, gegen Leistungsträger wurden 114 Widerspruchsverfahren geführt. „Diese Widersprüche sind inhaltlich detailliert zu begründen und erfordern viel Recherche“, so Mehl. Rund zehn bis 15 Tage müssen Ratsuchende auf einen Termin zur Rechtsberatung warten, eine vergleichsweise kurze Wartezeit, wie Mehl sagt, im Vergleich zu anderen Geschäftsstellen oder Fachärzten. Gerade bei Widersprüchen sei es wichtig, dass sich die Mitglieder sofort melden, damit die Fristen eingehalten werden können.

Eines macht Mehl Sorge: die gesellschaftliche Entwicklung. „Einsamkeit und Verzweiflung nehmen zu. Viele Menschen fühlen sich überfordert und nicht mehr verstanden.“ Der VdK könne Rechtsberatung leisten, jedoch fehle die Zeit, näher auf die Probleme der Ratsuchenden einzugehen. Diese seien, gerade nach schweren Schicksalsschlägen oder Krankheiten, vielfältig. Zu gesundheitlichen Problemen gesellten sich finanzielle, familiäre oder psychische Schwierigkeiten.

Diesen Menschen will Maria Brehm-Grünwald ein offenes Ohr schenken und ihnen Wege und Lösungen aufzeigen. Sie ist die erste ehrenamtliche Lotsin beim Landsberger VdK. Brehm-Grünwald kommt aus dem sozialen Bereich. Termine mit ihr können über das Sekretariat des VdK Landsberg vereinbart werden. Ihre Sprechzeiten sind donnerstags von 13 bis 15 Uhr; sie können auch von Nicht-Mitgliedern wahrgenommen werden.

Der VdK setze sich politisch dafür ein, dass die soziale Gerechtigkeit nicht verloren gehe, sagt Kreisvorsitzender Walter Eichner. Damit der Sozialverband künftig noch stärker im Landkreis Landsberg vertreten ist, sei die Gründung eines Ortsverbandes Westliches Lechfeld geplant. (küb)

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