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Landsberg

28.07.2016

Weitere Verträge sollen folgen

Bei der Unterzeichnung des städtebaulichen Vertrags: Michael Ehret, Geschäftsführer von „ehret+klein“, und OB Mathias Neuner (rechts). 

Vertragswerk zum Urbanen Leben am Papierbach einstimmig im Stadtrat verabschiedet. Was nun passiert.

Für die Stadt Landsberg war es gestern sicherlich ein bedeutender Moment: Oberbürgermeister Mathias Neuner und Michael Ehret unterzeichneten im OB-Büro den städtebaulichen Vertrag Urbanes Leben am Papierbach. Am Abend zuvor hatte der Stadtrat in nicht-öffentlicher Sitzung einstimmig den Weg dazu geebnet, schon in der kommenden Woche können nun die Pläne für das neue Wohnquartier öffentlich ausgelegt werden. Rund 1500 neue Bürger werden sich Bauabschnitt für Bauabschnitt in 600 Wohnungen auf dem Areal der ehemaligen Pflugfabrik niederlassen. Entsprechend umfangreich ist auch das Vertragswerk, das in dreifacher Ausfertigung vor den beiden Hauptverantwortlichen der beiden Partner lag. Es regelt die Zusammenarbeit der öffentlichen Hand mit den privaten Investoren. Städtebauliche Verträge lassen sich in Ziel- und Zeitplanvereinbarungen, aber auch Folgekostenverträge einteilen. So werden in der nächsten Zeit noch weitere „Unterverträge“ folgen, die ganz bestimmte Einzelthemen ausführlicher festhalten.

Beispiele, die in dem städtebaulichen Vertrag geregelt werden, sind etwa die kulturelle Nutzung von Gebäuden oder aber der neue Lechsteg, der für die Stadt Landsberg große Bedeutung hat. Wie berichtet, entschloss sich der Stadtrat, das Bauwerk etwas aufwendiger zu gestalten als ursprünglich angedacht. Mathias Neuner: „Da sind wir uns einig: Aufgrund der großen Bedeutung des Bauwerks für die Stadt sollten wir in der Ausführung keine Nachteile in Kauf nehmen.“ Der OB verhandelte mit dem Investor nach, der sich zwar im Rahmen des Angemessenheitsgebotes (50 Prozent) an den Erstellungskosten beteiligen muss, dessen Anteil bislang aber auf 1,3 Millionen Euro gedeckelt war. Inzwischen scheint auch diesbezüglich eine Einigung erzielt.

Seit gestern fixiert und durch Unterschrift bestätigt ist als weiteres Beispiel die Verlegung des Jugendzentrums von der Spöttinger Straße, der Neubau and er Lechstraße geht auf die Kosten des Investors. Das frei werdende Areal, auf dem eigentlich „ehret+klein“ einen Kindergarten betreiben wollte, bleibt laut Stadtratsbeschluss vom Juni in kommunalem Besitz. Eine knappe Mehrheit hatte den Betrieb der Kinderbetreuungseinrichtung an sich gezogen. Die Stadt solle dann selbst einen oder mehrere Betreiber auswählen. Inzwischen hat man sich wohl mit dem Beschluss arrangiert, jedenfalls berichtete OB Neuner am gestrigen Donnerstag nicht von einer Änderung der Entscheidung.

Dabei dürfte der öffentliche Tagesordnungspunkt 13, der sich in der Mittwochssitzung mit den fehlenden Kindergarten- und Kinderkrippenplätzen beschäftigte, keinen Einfluss auf diese Entscheidung gehabt haben. So benötigt die Stadt Landsberg aktuell und zum kommenden Kindergartenjahr 2016/2017 noch immer 27 Kindergarten- und 47 Kinderkrippenplätze. Durch einen Mehrfachbeschluss konnte diesem Problem zwar begegnet, es aber nicht erschöpfend gelöst werden. Mathias Neuner: „Wir werden nicht alle Kinder unterbringen.“ Als kurzfristige Lösung beauftragten die Stadträte die Verwaltung, das Angebot der Lebenshilfe anzunehmen, die einen Schulungsraum am Eulenweg zur Verfügung stellt, eingerichtet mit Kindergartenmobiliar. Geeignet wäre dieser Raum dann für 25 Kinder.

Etwas Neues in Landsberg wird zudem die Großtagespflege sein. Doris Baumgartl, Referentin für Kinderbetreuungseinrichtungen, freute sich, dass diese Variante nun auch vor Ort angeboten werden kann. Die Großtagespflege ist eine Form der Kindertagespflege, bei der sich mehrere Kindertagespflegepersonen zusammenschließen und in geeigneten Räumlichkeiten bis zu maximal zehn Kinder betreuen. Räume, die schnell bezogen werden können, befinden sich dabei in den beiden ehemaligen Hausmeisterwohnungen des Sportzentrums, wodurch weitere 16 bis 20 Kinder von Tagesmüttern betreut werden könnten. Doris Baumgartl: „Damit würden wir das Angebot für die Eltern erweitern und erhöhen auch deren Flexibilität.“

Als problematisch verworfen wurde ein Modulanbau am Kinderhaus Römerauterrasse, wogegen eine Erhöhung des bestehenden Gebäudes ebenso geprüft wird wie der Neubau eines Kindergartens im Osten der Stadt am Reischer Talweg. Mathias Neuner: „Wir werden nach der Sommerpause ein Konzept zu beiden Varianten vorstellen.“ Noch einen Beschluss fasste der Stadtrat und auch diesen einstimmig: Mit der katholischen Kirchenstiftung werden die Gespräche erneut aufgenommen, was die Nutzung und den Umbau des Heilig-Kreuz-Kindergartens und der dazugehörigen Hausmeisterwohnung angeht.

Inzwischen hat auch der Landkreis Landsberg der Regierung von Oberbayern gegenüber bestätigt, dass die Stadt Landsberg zwei zusätzliche Kindergartengruppen à 25 Kinder und fünf Krippengruppen à 15 Kinder benötigt.

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