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Landsberg

24.06.2017

Wenn der Hund mit zum Baden geht

Hund und Mensch im gleichen Wasser an der Lechstaustufe 15 oberhalb des Englischen Gartens in Landsberg: Nicht jedem gefällt diese Art der Doppelnutzung im Bereich des Treppeneinstiegs.
Bild: Thorsten Jordan

Nicht jeder mag es, wenn er eine Badestelle wie an der Staustufe 15 mit Vierbeinern teilen muss. In den offiziellen Strandbädern gibt es gewöhnlich klare Regeln.

Wer der heißen Stadt entfliehen will, hat es in Landsberg meist nicht weit, um ans kühlende Nass zu kommen. Ein solches Plätzchen bietet sich beispielsweise lechaufwärts einige hundert Meter vom Englischen Garten entfernt an der Staustufe 15. Freilich ist der Badespaß dort nicht für alle ungetrübt. Denn manche Badende verschaffen dort auch ihren Hunden eine Erfrischung im kühlen Lechwasser.

Die kleine Wiese vor der Wasserwachthütte an der Staustufe 15 ist ein ruhiges Fleckchen mit einer kleinen Treppe an den Lech, ein wenig verborgen und doch nahe an der Stadt. Es gibt aber offensichtlich ein Problem, wie Wasserwacht-Chef Stefan Erhard schon weit vor Beginn der Badesaison in einem Brief mitgeteilt bekam: „Es hat sich leider in den letzten Jahren eingeführt, dass Menschen mit ihren Hunden die Einstiegsstelle mitbenutzen. Dies muss nicht sein, auch die Stöckchenwerferei gefällt mir nicht“, schrieb ihm eine Besucherin des Badeplatzes. Sie möge zwar Hunde, aber nicht in unmittelbarer Nähe von Badenden, und: „Die Hundebesitzer gehen womöglich ja auch nicht mit ihren Vierbeinern gemeinsam in die Badewanne“, heißt es in dem Brief weiter, der mit dem Hinweis auf einen nur 500 Meter entfernten Hundebadestrand endet.

Wie ist es um das Konfliktpotenzial bestellt?

Eine wirkliche Lösung des Problems kann Wasserwacht-Chef Erhard freilich nicht anbieten. Die Rettungsschwimmer, die dort eine Gerätehütte und eine Slipanlage für ihre Boote haben, kümmerten sich zwar ehrenamtlich um den kleinen Badeplatz, unter anderem dadurch, dass sie den Platz so weit sauberhalten, erklärt Erhard. Sie hätten aber keine Handhabe gegenüber Hundebesitzern. Insgesamt sieht er jedoch ohnehin kein besonderes Konfliktpotenzial zwischen Mensch und Hund. „Eigentlich haben wir das Problem ganz gut im Griff“, sagt Erhard. Manche ließen zwar ihre Hunde an der Ufertreppe in den Stausee, die meisten aber bei der Slipanlage der Rettungsschwimmer etwa 50 Meter weiter südlich.

Eigentümer des Geländes sei der Kraftwerksbetreiber Uniper. Abgesehen von den Schildern, die verbieten, in der Nähe des Stauwerks ins Wasser zu steigen, gelten an der Staustufe die gleichen Regeln wie sonst in der Landschaft, in der sich jedermann grundsätzlich frei auch an Gewässern bewegen darf.

In den offiziellen Bädern müssen Tiere draußen bleiben

Ein LT-Ortstermin bestätigte diesen Eindruck. Zwar musste man nicht lange suchen, um einen Hundekothaufen zu finden, die befragten Badegäste versicherten jedoch, sie hätten kein Problem mit vierbeinigen Badegästen. Neben Hunden fänden sich ja auch manchmal tote Fische im Wasser, meint eine Frau, die (ohne ihren beiden Hunde) gerade über die Ufertreppe in den Stausee steigt. Ähnlich gelassen sieht das Thema Hunde ein junger Mann, der sich auf der Liegewiese niedergelassen hat. Was ihm mehr auffällt, sind die Abfälle, die insbesondere jugendliche Besucher zurückließen. Eigentlich sollte es hier auch einen Mülleimer geben, meint er.

Dass die Staustufe 15 auch ein beliebter Hundebadeplatz ist, dürfte auch daran liegen, dass in den offiziellen Badeplätzen in der Regel keine Hunde erwünscht sind. Explizit hat dies der Landkreis für seine Erholungsflächen am Echinger Ammerseeufer und am Windachspeicher geregelt. Während der Badesaison ist der Strand in Eching (mit Ausnahme des dort verlaufenden Weges) für Hunde (und auch andere Haustiere) tabu. Am Windachspeicher müssen Hunde angeleint sein. Wer sich daran nicht hält, dem droht ein Bußgeld von bis zu 2500 Euro. Auch in den Strandbädern am Ammersee müssen Hunde draußen bleiben: „So etwas kommt in einem Strandbad überhaupt nicht infrage“, sagt Rupert Riedel vom Uttinger Bad, aus hygienischen Gründen, und weil sich viele Badegäste davon schlichtweg belästigt fühlten.

Hier gibt es einen Ratgeber

Umso lieber tummeln sich Hundefreunde mit ihren vierbeinigen Begleitern dort, wo sich auch erholungssuchende Individualisten wohlfühlen. An „Geheimtipps“ abseits der Menschenansammlungen auf den offiziellen Badeplätzen. So lässt sich etwa auf einem Freizeitportal im Internet (www.seen.de/ratgeber/regeln-hunde) der Hinweis lesen: „Um sicher zu gehen, lohnt es sich offizielle Strände weitestgehend zu meiden – Hunde sind hier selten erlaubt. Eine schöne und ruhige Alternative bieten die sogenannten ,schwarzen Strände’: Hier wird das Baden meist nicht überwacht und niemand stört es, wenn euer Hund durchs Wasser schaufelt.“

Unter den dort aufgeführten Regeln für Hunde am Badeplatz wird auch das Verhalten gegenüber anderen Badegästen thematisiert: „Ein Häufchen gehört in die Tüte – gerade am See. Schließlich laufen hier Kinder mit nackten Füßen herum und niemand freut sich, wenn er unter seinem Handtuch ein Geschäft entdeckt. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass sich euer Hund möglichst weit von anderen Badegästen entfernt das Wasser aus dem Fell schüttelt, denn niemand möchte von kaltem Spritzwasser getroffen werden. Tipp: Hunde sind Rudeltiere. Sie schütteln sich immer dort, wo ihr Herrchen steht.“

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