Newsticker

Corona-Lage spitzt sich zu: Großbritannien erlässt frühe Sperrstunde für Pubs und Bars
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Wetter extrem im Landkreis Landsberg: Hochsommer im September

Landsberg

14.09.2020

Wetter extrem im Landkreis Landsberg: Hochsommer im September

Marisa, Vanessa und Letizia genießen das schöne Wetter am Lechstrand in Landsberg.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Mitten im September ist im Landkreis Landsberg gefühlt Hochsommer. Wie die Menschen in der Region die schönen Tage verbringen.

Jugendliche planschen ausgelassen im Lech, an den Eisdielen bilden sich lange Schlangen, in den Freibädern ist immer noch Betrieb und auf den Äckern staubt es bei der Arbeit: Es ist Hochsommer mitten im September. Gestern wurden im Landkreis mancherorts bis zu 28 Grad gemessen. Klar, dass viele an so einem Tag Abkühlung suchen. Wir haben die Menschen in den vergangenen Tagen begleitet und uns im Landkreis umgehört, wie sie den Sommer mitten im September erleben.

  • Der Bäderleiter Thomas Zeck kann sich nicht daran erinnern, dass es in den vergangenen Jahren um diese Zeit so warm war. Als Leiter der Bäder des Landkreises freut er sich natürlich über das sommerliche Wetter. „Es war sinnvoll, die Badesaison bis Freitag zu verlängern“, sagt er. Die Zahlen vom Wochenende bestätigen diese Einschätzung. Allein am Sonntag zählte er 900 Besucher im Lechtalbad und 500 im Freibad in Thaining. Das seien gute Werte für die Corona-Zeit. Viele Besucher wollen sich einfach nur erfrischen und etwas ausruhen, hat Thomas Zeck beobachtet. Bei 22 Grad Wassertemperatur im Naturbad in Kaufering sei das gut machbar.
Reinhilde Wagle aus Kaufering dreht ihre Runden im Lechtalbad.
Bild: Thorsten Jordan
  • Die Badegäste Am Montagnachmittag ist es Lechtalbad eher ruhig. Eine Schwimmerin mit Sonnenbrille plaudert mit dem Schwimmmeister, während sie ihre Bahnen zieht. Reinhilde Wagle aus Kaufering kommt öfter ins Naturfreibad, wenn es Arbeit und Termine zulassen. „Aber jetzt ist es mittags angenehm.“ Das warme und trockene Wetter sei zwar gut fürs Freibad, aber schlecht für die Petersilie in ihrem Garten. Die sei schon ganz gelb geworden. „Aber ich habe mich gefreut, dass ich noch hier ins Bad gehen und das genießen darf. Man kann ja nicht nur den ganzen Tag putzen“, so die 76-Jährige.

Auf der Liegewiese neben dem Becken genießen Patrick Andresen und Alexandra Klett die Sonnenstrahlen. Eigentlich seien sie eher die See-Typen, meinen sie. Aber im Moment sei so wenig los, da hat es sie ins Naturfreibad gezogen. Die 26-Jährige habe gar nicht gewusst, dass das Kauferinger Bad seine Öffnungszeiten noch einmal verlängert habe. „Es ist angenehm, im September noch mal baden zu gehen“, sagt die Landsbergerin. „Dadurch, dass das Jahr so verlaufen ist, nimmt man as noch mit.“ Kathrin Rund ist mit ihrer Tochter und ihrer Mutter Gisela Vogele im Naturfreibad. Am Lechtalbad schätzt sie, dass sie, anders als in Augsburg, ohne Voranmeldung schwimmen gehen könnten. „Ich finde es ganz toll, dass die Freibäder die Badezeit verlängert haben. Dann muss ich das auch nutzen“, sagt die 61-jährige Gisela Vogele.

  • Der Bootsverleiher In Landsberg drängten sich am Wochenende die Menschen in der Stadt, und auch am Ammersee war viel los. Etwas ruhiger verlief der Sonntag allerdings beim Bootsverleih von Michael Marx in Utting. „Ich habe mit mehr Andrang gerechnet“, sagt er. Es habe auf alle Fälle niemand anstehen müssen, der ein Tretboot ausleihen wollte. Geärgert hätten ihn einige Gäste, die ein Boot reserviert und dann kurzfristig abgesagt hätten. Michael Marx hat beobachtet, dass der Besucherandrang am Ammersee durchaus unterschiedlich ausfalle. So seien in Utting rund um den Campingplatz mehr Menschen unterwegs gewesen als etwa am Dampfersteg.
  • Der Landwirt Hin- und hergerissen sind derzeit die Landwirte im Landkreis. Das sagt Johann Drexl, der Obmann des Kreisverbands des Bayerischen Bauernverbands. Das warme und trockene Wetter habe durchaus seine Vorteile. Bei der Ernte – Mais und Kartoffel sind derzeit reif – werde der trockene Boden weniger beschädigt. Doch alles habe auch seine Nachteile. Beim Roden von Kartoffeln oder Zuckerrübe würde bei trockenen Böden mehr Wurzelwerk herausgerissen. Kritisch könnte die Witterung für Zwischenfrüchte wie Wintergerste und Winterroggen werden, die bei Trockenheit schlechter keimen. „20 bis 30 Liter sollte es schon noch regnen“, sagt Johann Drexl mit Blick auf die kommenden Tage. Doch nach Regen sieht es derzeit nicht aus. Das erinnert den Landwirt an den Sommer des Jahres 2018. Auch damals sei es im Landkreis sehr trocken gewesen und am 12. September 27 Grad gemessen worden.
  • Die Wetterexpertin Traudl Manka aus Landsberg beobachtet schon seit vielen Jahren das Wetter im Landkreis Landsberg. Den morgendlichen Hochnebel und die hohen Temperaturen hat sie vorhergesagt. Sie orientiert sich dabei am Wachstum der Wetterkerze. Und wie wird das Wetter in den nächsten Tagen? „Es wird kaum regnen und etwas abkühlen“, sagt sie. Traudl Manka sagt, dass man sich in unserer Region an Trockenheit und Hitze gewöhnen muss. Denn Jahr für Jahr verschiebe sich das Klima und passe sich dem Italiens langsam an. „Derzeit haben wir ein Klima wie früher in Südtirol“, sagt Traudl Manka.

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren