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Landkreis Landsberg

24.01.2021

Wie die Eisbader vom Ammersee ihr Immunsystem stärken

Silvana Kolman und Stefan Gruschwitz tauchen gerne in eiskaltes Wasser ein – wie hier am gefrorenen Windachspeicher.
Foto: Thorsten Jordan

Plus Die einen packen sich für einen Spaziergang dick ein, den anderen kann es nicht kalt genug sein. Das LT unterwegs mit den Eisbadern vom Ammersee.

Momentan sind die Außentemperaturen zwar wieder etwas gestiegen, dennoch lädt im Januar der Ammersee wohl die wenigsten Menschen zum Baden ein. Doch es gibt ein paar Hartgesottene, die es sich auch bei einer Wassertemperatur von gerade einmal drei Grad nicht nehmen lassen, mit Badeanzug, Badehose oder Bikini ins kalte Nass zu steigen. Zwei von ihnen sind Silvana Kolmann aus Dießen und Stefan Paul Gruschwitz aus Utting.

Der 54 Jahre alte Baubiologe und seine 49 Jahre alte Partnerin sind „Eisbader“. Für einen Bericht im Landsberger Tagblatt sind die beiden mit unserem Fotografen Thorsten Jordan an den noch zugefrorenen Windachspeicher gefahren. Dort schlägt Stefan Gruschwitz mit einer Axt ein rund zwei Quadratmeter großes Loch in das etwa zehn Zentimeter dicke Eis und drückt die Eisplatte nach unten weg.

Vorher muss Stefan Gruschwitz aber erst einmal die Eisdecke aufhacken.
Foto: Thorsten Jordan

Dann steigen er und Silvana Kolman in das 0,6 Grad kalte Wasser. Mit dabei ist Malteserhund Lucky, der sich das Ganze von der Eisoberfläche aus anschaut. Nach dem eisigen Bad geht es wieder an Land, um noch eine Weile zu meditieren und dem Körper Zeit zu geben, sich selbst aufzuwärmen.

Es gibt ein ganzes Ice-Team vom Ammersee

Kolman und Gruschwitz gehören zu einer ganzen Gruppe von Eisbadern und Eisschwimmern, dem „IceTeamAmmersee“ mit mittlerweile über 30 Mitgliedern, die sich regelmäßig treffen, um bis zu 15 Minuten im eiskalten Wasser auszuharren. Gruschwitz ist unter anderem Gründer und Firmeninhaber von Geoviva Deutschland & Bosnien sowie Business- und Lifecoach. Mit dem Eisbaden und den dazugehörigen Atemübungen habe er unter anderem seine Schmerzen in der Hüfte lindern und seinen Heuschnupfen ad acta legen können, berichtet er.

Der Beweis: Das Wasser im Windachspeicher ist eiskalt.
Foto: Thorsten Jordan

Silvana Kolman ist durch eine Begegnung mit Gruschwitz auf einer Reise zum Eisbaden gekommen, erinnert sie sich. „Gut vorbereitet durch Atemübungen und langsames Gewöhnen der Hände und Füße an kaltes Gebirgswasser, konnte ich schon bald ohne Probleme über fünf Minuten in fünf Grad kaltem Wasser bleiben.“ Seitdem habe sie die Atemübungen, kaltes Duschen und Eisbäder in ihren Alltag integriert. „Für mich ist Eisbaden wie Meditation, nur ich und das Wasser und die Kälte“, schwärmt sie. Sowohl Silvana Kolman als auch Stefan Gruschwitz duschen jeden Morgen kalt – zusätzlich zur fünf- bis 15-minütigen Bademeditation im Winter.

Sehen Sie hier die Reportage von LT-Redakteur Dominic Wimmer beim Eisbaden:

LT-Reportage: Wie heftig ist das Kältetraining im Ammersee?
Video: Dominic Wimmer

„Wichtiger als die Zeit, die man im eiskalten Wasser verbringt, ist das Körpergefühl, das sich entwickelt“, erläutert Gruschwitz. Beim Eisbaden gehe es nicht um Rekorde oder um gegenseitige Herausforderungen. Vielmehr stünde im Vordergrund, Stress im eigenen Körper abzubauen, das Immunsystem zu stärken und das Herz-Kreislauf-System zu unterstützen.

„Eisbaden wenden im Übrigen viele Hochleistungs- und Spitzensportler an, um schneller zu regenerieren“, berichtet Gruschwitz. Kolman und Gruschwitz betonen eindringlich, dass niemand ohne entsprechende Kenntnisse und Vorbereitungen in eiskaltes Wasser steigen sollte.

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