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Dießen

09.01.2019

Wie ein Dießener mit den Rockstars per Du wurde

Michael Fuchs-Gamböck stellt sein Buch "Er hatte sie alle" vor. Der Dießener hat viele Größen der Pop- und Rockindustrie interviewt.
Bild: Julian Leitenstorfer

Madonna, Mick Jagger und viele mehr: Michael Fuchs-Gamböck hat als Musik-Journalist viele Stars interviewt. Jetzt erscheint das neue Buch des Dießeners - „Er hatte sie alle“.

„Musik ist der Schlüssel zu unserer Seele, wenn sie etwas taugt.“ Dieser Satz stammt nicht etwa von Wolfgang Amadeus Mozart, Richard Wagner oder Ludwig van Beethoven. Er floss vor beinahe drei Jahrzehnten aus der Feder eines damals 27-jährigen Musik-Journalisten, dem Rock- und Klassik-Superstar Nigel Kennedy am weißen Flügel eine private Exkursion in die Traumwelt der Musik schenkte.

Heute ist der Dießener Michael Fuchs-Gamböck 53 Jahre alt und hatte irgendwie das Gefühl, mit der Zeit des Rock’n’Roll, Rock und Pop abschließen zu müssen. Deshalb bezeichnet er auch sein 51.Buch, das am Freitag erscheinen wird, als sein Abschiedsbuch von einer Zeit der Begegnungen mit Musik-Größen der vergangenen 25 Jahre, die vom gebürtigen Friedberger (Landkreis Aichach-Friedberg) interviewt wurden.

Nun ist ein 53-Jährige eigentlich noch nicht zu alt, um weiter im Musik-Journalismus tätig zu sein, doch für Michael Fuchs-Gamböck (MFG) sieht eine Ära zu Ende gehen, die es so auch nie mehr geben kann. „Wir Typen von der Rock-Journalie werden kaum noch eingeladen, um Musiker etwa zu Hause bei sich zu interviewen.“ Sparen ist in den Verlagen angesagt. Heute, so behauptet MFG, müsse er genauso viel arbeiten, um halb so viel wie damals zu verdienen. Vieles muss am Telefon erledigt werden, der für Fuchs-Gamböck so wichtige Kontakt mit den Stars geht verloren.

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Irgendwann hatte er genug vom Business

Natürlich gebe es Ausnahmen: „Ich hab mit Ozzy Osbourne telefoniert, da wär im Wohnzimmer wohl auch nichts anderes herausgekommen“, schmunzelt er, wohlwissend, dass ein Telefonat mit dem legendären Leadsänger der Band „Black Sabbath“ nicht jedem im Leben vergönnt sein wird.

Michael Fuchs-Gamböck aber hatte sie alle, behauptet er in seinem neuen Band mit identischer Titelzeile („Er hatte sie alle“ – 50 Geschichten aus 25 Jahren Rock ’n’ Roll-, Rock- & Pop-Abenteuer) ganz unbescheiden. Er war jung, undiszipliniert, trug die Haare 1983 violett gefärbt, wurde dennoch Ressortleiter Kultur beim Playboy in Deutschland wie auch beim Zeitgeistmagazin „Wiener“. Er wollte aber kein „weiterer Steigbügelhalter für die Interessen der Stars“ sein, ihnen nicht erzählen, wie toll sie sind. Ihm, dem Jungspund, war klar: „Ich musste den Respekt vor den sogenannten Stars verlieren.“ Ganz unbescheiden beschloss er, selbst ein kleiner Star zu werden. Wenn er zum Beispiel einen Mick Jagger traf, so berichtet er in seinem durchaus schon unterhaltsamen Vorwort, musste das so aussehen, „als würde ich mit einem alten Kumpel ein paar Erinnerungen austauschen“.

Ein Star wollte die Atmosphäre mit ein paar Joints lockern

Das gelang laut Fuchs-Gamböck natürlich nicht immer, denn es gab durchaus auch die Begegnungen unter einer Stunde, wo der Manager mit der Stoppuhr daneben saß. Am Ende waren es dennoch über 6000 Interviews, die er für die unterschiedlichsten Magazine geführt hat. Mit Konstantin Wecker, der seinen eigentlich musikalischen Höhepunkt in den 70er-Jahren hatte, verbindet ihn noch heute eine enge Freundschaft.

Der Job verlangte dem Musik-Enthusiasten alles ab, psychisch wie physisch. „Es macht aber immer noch Spaß.“ Eingangs erwähnter Super-Geiger Nigel Kennedy zum Beispiel offerierte einst neben einer an Dramatik kaum zu überbietenden Autofahrt im englischen Malvern neben Champagner den einen oder anderen Joint, vielleicht, um die Gesprächsatmosphäre zu entkrampfen. „Es war ein Leben voller Aufregung, Abenteuer und Irrsinn“, nicht immer leicht, aber immer spannend und erfüllend – eben voller Sex & Drugs & Rock ’n’ Roll, wie Iggy Pop, einer seiner Gesprächspartner, sang und vorlebte.

Von David Bowie über Madonna bis Iggy Pop

All diese und ähnliche Erlebnisse im Zeitraum von 1990 bis 2015 unter anderem mit David Bowie, Madonna, Ron Wood, Rammstein, Nina Hagen, Eric Clapton – er hatte sie wirklich nahezu alle – hat Michael Fuchs-Gamböck, der sich heute unter anderem als Gemeinderat in Dießen engagiert, auf 396 Seiten zusammengefasst. Das Buch macht daher den reiferen Lesern sicher jede Menge Spaß, den Jüngeren gibt es den Einblick in eine Zeit, die Musikgeschichte darstellt – wie einst Mozart, Wagner oder Beethoven.

Hier können Sie das Buch "Er hatte sie alle" bestellen.

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