Newsticker
Corona-Zahlen: 10.810 Neuinfektionen und 294 neue Todesfälle
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Wie leicht Hacker Smartphone & Co. knacken

Landsberg

26.11.2019

Wie leicht Hacker Smartphone & Co. knacken

Um das Thema Cyber-Security ging es bei den Landsberger Medientagen. EDV-Experten gaben nutzvolle Tipps.
Foto: Thorsten Jordan

Plus Wer einen Link oder Anhang einer dubiosen Mail öffnet, kann sich schnell einen Virus einfangen. Bei den Landsberger Medientagen erklären Experten, was in Sachen Cyber-Security zu beachten ist.

Ist mein Passwort sicher? Wie kann ich Viren auf meinem Computer vermeiden? Mit diesen und vielen weiteren Fragen zum Thema Sicherheit beschäftigte sich der Vortrag „Crashkurs Cybersecurity“. Er fand im Rahmen der Medientage Landsberg in der Berufsschule statt. Für die knapp 35 Besucher gab es Tipps zum Schutz der eigenen Daten. Außerdem verdeutlichten die Referenten Daniel Goller, Georg Janko und Joffrey Maar anhand einiger Live-Hacking-Demonstrationen, wie Hacker heutzutage arbeiten.

Janko, der bei der Firma HvS-Consulting arbeitet, stellte schnell klar: „Erfolgreiche Cyberattacken gehen in den meisten Fällen über den Menschen.“ Damit meinte er, dass eine Benutzeraktivität vom Opfer ausgehen muss, beispielsweise durch das Öffnen eines Anhangs oder eines Links in einer E-Mail.

Daniel Goller, Georg Janko und Joffrey Maar (von links) referierten in Landsberg zum Thema Cyber-Security.
Foto: Thorsten Jordan

Wenn der Link in der Mail erst einmal geöffnet ist, ist es schon zu spät

Mithilfe eines Hacking-Programms zeigte Janko, wie einfach es ist, E-Mails mit gefälschtem Absender und virenbelasteten Inhalten zu senden. Werde der Link in der E-Mail einmal geöffnet, sei es bereits zu spät. Deswegen rät Janko, die Plausibilität des Inhalts und des Absenders zu kontrollieren. „Eine direkte Wahlaufforderung von Angela Merkel oder ein Jobangebot von Donald Trump sind einfach sehr, sehr unrealistisch.“

Zur Kontrolle könne man auch mit der Maus über den Link fahren, denn dann erscheine die Zieladresse des Links. Sollte dieser auf eine fragwürdige Website führen, rät Janko vom „Daraufklicken“ ab.

Jeder PC sollte einen Virenscanner haben

Joffrey Maar, der bei Rational für die Informationssicherheit verantwortlich ist, teilt die Meinung von Georg Janko und sagte: „Es geht nur mit dem Menschen. Die Mitarbeiter müssen sich über die Gefahren im Klaren sein.“ Auch Daniel Goller arbeitet bei Rational. Für ihn als Ausbildungsleiter sei speziell die Schulung der Azubis eine wichtige Aufgabe. Da Opfer sich auch Viren durch das bloße Surfen im Internet einfangen können, rät Maar: „Der Computer sollte immer einen Virenscanner und die neuesten Updates des Betriebssystems sowie der einzelnen Programme, die auf dem Gerät installiert sind, haben.“ Zur Verdeutlichung, welche Macht Hacker nach einem erfolgreichen Angriff über den Computer des Opfers haben, infiziert Janko seinen eigenen Laptop mit einem Trojaner.

So unsicher sind die meisten Passwörter

Mittels eines Hacking-Programms hat er diesen zuvor auf einem anderen System in wenigen Sekunden erstellt. Diese Programme seien in Deutschland illegal, er jedoch dürfe sie im Zuge des Bildungsauftrags verwenden. Von einem fremden System kann er nun fast vollständig auf die Funktionen des anderen Endgeräts zugreifen. Der Hacker kann beispielsweise den Laptop herunterfahren, Dateien öffnen und downloaden oder Passwörter ganz einfach mitlesen.

Sichere Passwörter sind Janko im Zuge des Vortrags ein wichtiges Anliegen. „Um Passwörter wie ,123456’, ’hallo’ oder andere Wörter, die in einem Wörterbuch zu finden sind, zu knacken, braucht ein Hacker etwa eine Sekunde.“ Selbst achtstellige Passwörter mit Großbuchstaben und Zusatzzeichen seien für große Hacker-Netzwerke in wenigen Stunden leicht zu entschlüsseln. Der Tipp des Sicherheitsexperten sind lange Passwörter. „Für Passwörter mit 16 oder 17 Stellen brauchen selbst die besten Netzwerke mehrere Jahrhunderte“, so Janko. Maar ergänzte: „Wenn Ihr Passwort länger ist als das Ihres Nachbarn, greifen Hacker eher Ihren Nachbarn an.“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren