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Kaufering

15.11.2019

Wie sich Hilti in Kaufering vergrößern will

Auf diesem Parkplatz am Standort in Kaufering soll das neue Innovationszentrum der Firma Hilti errichtet werden.
Foto: Hilti Deutschland

Plus Das Unternehmen möchte seinen Standort in Kaufering um ein Innovationszentrum erweitern. Was geplant ist und warum der Bauantrag zunächst abgelehnt wurde.

Es war ein überraschender Vorgang in der Sitzung des Bauausschusses in Kaufering: Auf der Tagesordnung stand ein Bauantrag der Firma Hilti, die ein neues Innovationszentrum errichten möchte. Über den Antrag des größten Arbeitgebers der Marktgemeinde wurde aber in der Sitzung nicht diskutiert, sondern dieser gleich einstimmig abgelehnt. Im Marktgemeinderat wurde der Bauantrag jetzt ohne große Nachfragen genehmigt. Warum die Gemeinderäte eine Kehrtwende gemacht haben und was der Hersteller von Befestigungstechnik in Kaufering plant.

Der Schornstein soll 40 Meter hoch werden

Den Hintergrund für die Absage im Bauausschuss erklärte Claudia Endres, Mitarbeiterin der Bauverwaltung, gleich in der Sitzung des Ausschusses. Demnach sei die Gemeinde davon ausgegangen, dass von Bürgern oder Behörden Stellungnahmen eingehen, zu denen der Marktgemeinderat dann selbst Stellung beziehen muss. „Wir rechnen besonders mit Blick auf den 40 Meter hohen Schornstein mit Einsprüchen. Sind diese abgearbeitet, geben wir grünes Licht. Diese Vorgehensweise ist mit der Firma Hilti abgestimmt“, informierte Endres in der Sitzung. Laut Claudia Wallner, Pressesprecherin von Hilti, sind die 40 Meter Höhe nötig, um die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten. Dabei spiele auch eine Rolle, wie hoch die umliegenden Gebäude sind, die der Kamin überragen müsse.

Es sind keine Einwände vorgebracht worden

In der Sitzung des Marktgemeinderats sollten nun die Stellungnahmen und Einwendungen zu den geänderten Teilen des Bebauungsplanentwurfs bezüglich des Kamins behandelt werden. Es waren aber keine eingegangen, wie Claudia Endres auf Nachfrage unserer Zeitung sagte. Dementsprechend wurde der Beschlussvorschlag der Verwaltung zur „1. Änderung des Bebauungsplanes Hilti“ ohne Nachfragen als Satzung beschlossen. Aufgrund dieser Entscheidung konnte auch dem Bauantrag „Neubau eines Innovationszentrums“ das gemeindliche Einvernehmen erteilt werden.

Büro, Labor, Sprühkabine und Testofen

Was plant Hilti? Das Unternehmen möchte in dem Innovationszentrum Kernbereiche der Entwicklung am Standort zusammenfassen, sodass eine bessere Verzahnung in der Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Entwicklungsabteilungen entsteht, sagt Claudia Wallner auf Nachfrage des LT. Damit solle auch der erhöhten Mobilität, Flexibilität und der stärkeren Vernetzung derzeitiger Forschungsarbeit Rechnung getragen werden. Das Innovationszentrum für die Hilti Entwicklung soll mit Büro, Labor, Testfeld, Sprühkabine und Testofen sowie eine Verbindungsbrücke zu Gebäude 11 ausgestattet werden.

Von anderen Standorten des Unternehmens würden aber keine Ressourcen nach Kaufering verlagert, sagt Pressesprecherin Wallner. In der Marktgemeinde seien Forschung und Entwicklung in den Bereichen Brandschutztechnik, Befestigungstechnik und Dübeltechnik angesiedelt. Das neue Entwicklungsgebäude werde voraussichtlich im Jahr 2022 bezugsbereit sein. Angaben zu den Kosten machte Hilti nicht, auch weil die Planungen noch nicht abgeschlossen seien. Das Projekt führe aber in diesem Bereich nicht dazu, dass mehr Mitarbeiter gebraucht würden, ergänzt Wallner.

Der Standort wächst immer weiter

Aus Sicht von Hilti ist der Neubau wichtig, um die eigene Position im Wettbewerb mit anderen Unternehmen zu sichern, so Wallner. Die Firma Hilti wächst am Standort Kaufering immer weiter. Allein in den vergangenen drei Jahren habe sich die Mitarbeiterzahl um 150 auf 2000 erhöht. Das sorgte aber auch für Platzprobleme. Deswegen hatte das Unternehmen 2017 damit begonnen, für eine niedrige zweistellige Millionen-Euro-Summe ein weiteres Verwaltungsgebäude zu errichten, das diesen Juli in Betrieb gegangen ist. Untergebracht sind in dem neuen Gebäude die Abteilungen Forschung/Entwicklung sowie Marketing/Vertrieb.

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