Windach

18.10.2016

Windach hot si traut

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2 Bilder
Der Zimmerer hob das Glas auf den alten Pfarrhof...
Bild:  Franz Thoma

Nach dem Richtspruch des Zimmerers ein Juchzerer von Monika Drasch auf das Mehrgenerationenhaus.

Nun ist sichtbar und begreifbar, was aus verschiedenen Konzeptideen als das Beste erachtet wurde und nun als Windacher Mehrgenerationenhaus „Alter Pfarrhof“ Formen annimmt: Etwas Außergewöhnliches wurde geschaffen und das war der Uttinger Musikerin Monika Drasch, die den Heb-auf gemeinsam mit Maria Reiter musikalisch begleitete, einen Juchzerer wert: „Windach, Windach hot si traut!“. Handwerker, politische Prominenz und die zukünftigen Bewohner ließen sich gerne musikalisch in den Gemeinschaftsraum locken, wo gleich weiter aufgespielt und gemeinsam gesungen wurde.

Der Abend ließ erahnen, welches Lebensgefühl in das Anwesen nach Fertigstellung im nächsten Jahr einziehen kann. Denn hier sollen die Parteien in den 15 Wohnungen im sanierten alten Pfarrhof und im Neubautrakt nicht einfach nebeneinander wohnen, sondern auch Gemeinsamkeiten entwickeln. Was verbindet Monika Drasch mit der Maro-Genossenschaft? Sie findet die Verantwortlichen überaus vertrauenswürdig, die Projekte fabelhaft und die ganze Idee zukunftsweisend. Auch sie selbst sei Mitglied in der Genossenschaft, erzählt Drasch.

Auch Landrat Thomas Eichinger kam ins Schwärmen über die Idee der Mehrgenerationenhäuser, als erfreuliches gesellschaftliches Comeback eines Lebensmodells, dass sich früher innerhalb der Großfamilie schon bewährt habe. Bürgermeister Richard Michl stand die Freude über das Projekt und den damit verbundenen bezahlbaren Wohnraum ins Gesicht geschrieben.

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Martin Okrslar, Gründer und Geschäftsführer der „Maro Genossenschaft für selbstbestimmtes und nachbarschaftliches Wohnen,“ bedankte sich bei allen Beteiligten und wusste um abenteuerliche Anekdoten, gerade um die Erhaltung des Tonnengewölbes im Gemeinschaftsraum, was letztlich mit Geduld, Spucke und viel Beton eindrucksvoll gelungen sei.

Auch Architekt Benedikt Sunder-Plassmann scheint mit dem Baukörper rundum zufrieden. Schon sehr früh habe sein Büro Ideen vorgestellt, die machbar und finanzierbar waren. Noch unter Pfarrer Robert Neuner sei es Wunsch der Kirchenverwaltung gewesen, dass der Pfarrhof einer sinnvollen Nutzung zugeführt soll. Unter mehreren diskutierten Konzepten fiel die Wahl auf die Maro-Genossenschaft, ein Kontakt, den laut Sunder-Plassmann ursprünglich Gemeinderat Rudolf Frommknecht hergestellt hatte.

„Unsere Häuser können ausschließlich auf Wunsch einer Anlegergemeinschaft entstehen“, so Maro-Vorstand Okrslar. Die Genossenschaft setze diese Vorstellungen dann um. Finanziert werde das Projekt vor allem über die Einlagen der Mitglieder. Jeder trage seinen Anteil dazu bei und könne davon profitieren, sei es durch eine Wohnung mit niedriger Mietpreisentwicklung oder eine Ausschüttung, die aktuell bei rund vier Prozent liege.

Alle Wohnungen sind genossenschaftlichen Mietwohnungen, die Mieter haben Wohnrecht auf Lebenszeit und beteiligen sich an der Planung und auch an der zukünftigen Entwicklung des Hauses. Sieben der insgesamt 15 Wohnungen seien mithilfe der staatlichen Wohnbauförderung finanziert, berichtete Okrslar. Je nach Einkommen lägen die Mietpreise dann bei 3,60 bis sechs Euro. Der normale Mietpreis liege bei 8,60 Euro zuzüglich der Einlage in der Genossenschaft.

Als Einzugstermin ist Herbst 2017 anvisiert.

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