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Windelzuschuss: Damit es sozial und ökologisch ist

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Kommentar Von Gerald Modlinger
08.10.2019

LT-Redakteur Gerald Modlinger denkt über den Sinn von Subventionen wie den Windelzuschuss des Landkreises nach.

Wenn die Kommunen und der Staat Steuergelder umverteilen, beabsichtigen sie damit üblicherweise zwei Dinge: Entweder sie erbringen soziale Leistungen für einzelne Bevölkerungsgruppen, oder sie wollen deren Verhalten in eine bestimmte Richtung lenken, zum Beispiel sich ein Elektroauto zu kaufen oder die alte Heizung zu erneuern.

Der bei den Eltern von kleinen Kindern gern genutzte Windelzuschuss des Landkreises fällt in die erste Kategorie von Subventionen. Der Landkreis will damit eine Überbelastung von Familien vermeiden, deren Müllaufkommen während der ersten Lebensjahre ihrer Kinder zu deutlich höheren Entsorgungskosten führen würde.

Wie ein Familienrabatt auf die Mineralölsteuer

Die ökologische Lenkungswirkung ist freilich fragwürdig. Der Windelzuschuss ist etwa so, wie wenn für familienbedingte Autofahrten ein Rabatt bei der Mineralölsteuer eingeführt würde, denn er verbilligt es, Müll zu produzieren. Dagegen können Familien, die in besonderer Weise Müll vermeiden, diese soziale Leistung nicht in der vollen Höhe abschöpfen. Natürlich müssen sie für nicht entstandenen Abfall auch keine Gebühren zahlen, aber der Arbeitsaufwand bei Mehrwegwindeln ist größer als bei Einwegwindeln.

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Bevor es aber nun zu kompliziert wird: Vielleicht wäre es in der Tat ein gutes Entgegenkommen des Landkreises, den wenigen Familien, die die maximal 144 Euro nicht von ihrer Gebührenrechnung abziehen können, doch ein Restguthaben für die Zeit zu gewähren, ab der die Windelzeit vorbei ist. Es würde kaum etwas kosten und wäre eine soziale Leistung mit Öko-Komponente.

Mehr zum Thema lesen Sie hier: Ist der Windelzuschuss im Landkreis Landsberg ungerecht?

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