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Fuchstal

02.08.2020

Windstrom: Millionenprojekt in Sachen Energiezukunft Fuchstal

Im Kingholz westlich von Fuchstal stehen vier Windräder. Aus dem dort gewonnenen Strom könnte künftig Wasserstoff erzeugt werden.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus In Fuchstal wird ein Batteriespeicher errichtet, der den Windstrom speichert. Wie die Gemeinde ihre Energiezukunft plant.

Fuchstal Ein besonderer Moment war es zweifellos in der jüngsten Fuchstaler Gemeinderatssitzung im Ascher Haus der Begegnung. Doch er drohte zwischen der Behandlung von Bauanträgen und Wiederaufforstungen etwas unterzugehen. Vergeben wurde ein Auftrag in Höhe von 2,05 Millionen Euro für einen Batteriespeicher, also eine Dimension, die, so Bürgermeister Erwin Karg, bislang keine andere Kommune, zumindest in Bayern, aufweisen könne.

In der Batterie mit einer Leistung von fünf Megawatt können drei Millionen Kilowattstunden Windstrom gespeichert werden. Dies ist mehr, als beispielsweise in den Monaten Juli und August zusammen erzeugt werden. Der Batteriespeicher nimmt den Platz von zwei Schiffscontainern ein, verdeutlichte Karg die Ausmaße, und wird westlich des Wärmetopfs auf der vorbereiteten Fläche zwischen Mittelschule und Holzwerk aufgestellt.

Wärme für das Fernwärmenetz

Gespeist wird er über die neun Kilometer lange Leitung von den vier Windkraftanlagen im Kingholz, die bereits im vergangenen Herbst verlegt worden war. Mit ihr erfolgt auch in Zeiten erhöhten Strombedarfs die Rückleitung in das Netz. Zusätzlich kann mit der „Power-to-Heat“-Anlage, für die der Auftrag in Höhe von 250.000 Euro bereits Ende Juni erteilt worden war, der Strom zur Wärmeerzeugung für das Fernwärmenetz genutzt werden.

Windstrom: Millionenprojekt in Sachen Energiezukunft Fuchstal

Vergeben wurde der Auftrag für den Batteriespeicher an ein Unternehmen aus Feldkirchen bei München, das sich auf den Bau von Stromspeichern spezialisiert hat. Insgesamt habe man bei 13 Firmen angefragt, so Karg, davon hätten neun ein Angebot abgegeben. Das Spektrum der Beträge reichte von 1,9 Millionen bis 3,9 Millionen Euro. Zum Zuge sei nicht die Firma mit dem niedrigsten Angebot gekommen, sagte Bürgermeister Erwin Karg. In der Ausschreibung war darauf hingewiesen worden, dass der Preis nur zu 30 Prozent in die Wertung einfließt, zu 70 Prozent aber der technische Wert, der unter anderem die Lebensdauer und die Sicherheit umfasst.

Die Bauanträge müssen noch genehmigt werden

Damit ist ein Großteil der Komponenten des 5,15 Millionen teuren Projekts „Energiezukunft Fuchstal“ in Auftrag gegeben worden. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags mit 3,85 Millionen Euro gefördert.

Vor der Messstation (links im Bild) werden die Container mit dem Batteriespeicher aufgestellt.
Bild: Andreas Hoehne

Zur Bauausführung meinte Karg auf Nachfrage unserer Zeitung, dass man die Genehmigung der im Juni gestellten Bauanträge durch das Landratsamt abwarten müsse. Entscheidend sei dann, ob es die Witterung noch zulasse, die erforderlichen Bodenplatten zu betonieren. Der 16 Meter hohe Wärmespeicher, der aus Metallelementen mit einer inneren Isolierung besteht, könne auch bei kühlerem Wetter montiert werden. Auch für die Aufstellung der Batteriecontainer benötige man eine Bodenplatte. Zusätzlich wird auf dem Gelände ein 28 Meter langes und 14 Meter breites Betriebsgebäude aufgestellt, für das ebenfalls Ende Juni der Bauantrag gestellt worden war.

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