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Asyl

15.04.2015

Wohncontainer am Kloster sollen länger bleiben

In den Wohncontainern in der Münchener Straße in Landsberg leben derzeit 60 Asylbewerber.
Bild: Thorsten Jordan

Die Zahl der Flüchtlinge ist innerhalb von drei Monaten stark angestiegen. Der Landkreis will daher bis Ende 2019 den Standort in der Münchener Straße in Landsberg belassen. Darüber muss jetzt der Stadtrat entscheiden

Der Strom der Flüchtlinge nach Deutschland reißt nicht ab. Das hat auch Folgen für den Landkreis Landsberg. Mittlerweile wird davon ausgegangen, dass bis Ende des Jahres 1070 Asylsuchende in Stadt und Gemeinden untergebracht werden müssen. Aktuell sind es 702. Das Landratsamt hat sich deswegen mit einem Antrag an die Stadt gewandt, die Wohncontaineranlage an der Münchener Straße bis Ende des Jahres 2019 bestehen zu lassen. Die Zustimmung des Stadtrats endet eigentlich im Oktober diesen Jahres.

Es ist ein Schreiben mit zwei Sätzen. Der Antrag, der bereits bei der Stadt eingegangen ist, begründet die Verlängerung bis 31. Dezember 2019 mit der ständig steigenden Zahl an Flüchtlingen. Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt Wolfgang Müller, der Pressesprecher des Landratsamtes, dass ein entsprechender Antrag bei der Stadt gestellt wurde. Landrat Thomas Eichinger sei in einem persönlichen Gespräch von den Schwestern des Klosters der Dominikanerinnen zugesagt worden, dass von ihrer Seite einer Verlängerung nichts im Wege stehe. Die Wohncontainer, in denen 60 Personen leben, stehen auf einem Grundstück des Klosters.

Einigkeit herrscht laut Müller auch mit der Firma, die die Wohncontainer aufgestellt hat. Der Vertrag mit dem Unternehmen habe eine Klausel enthalten, die eine Verlängerung um 18 Monate erlaubte. Es sei aber auch kein Problem, die Container bis Ende 2019 stehen zu lassen. Was jetzt noch fehlt, ist die Zustimmung des Stadtrats. Der hatte das Aufstellen von Wohncontainern in der Münchener Straße bis Oktober diesen Jahres befristet. Nun muss er in einer seiner nächsten Sitzungen über eine mögliche Verlängerung entscheiden.

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Christian Ott ist beim Landratsamt für die Unterbringung und Betreuung der Asylbewerber zuständig. In der Sitzung des Senioren- und Sozialpolitischen Ausschusses des Kreistags berichtete er von drei bewegten Monaten, die er und seine Mitarbeiter hinter sich hätten. Im Januar seien im Landkreis noch 490 Flüchtlinge untergebracht gewesen. Ihre Zahl sei mittlerweile auf über 700 angestiegen. Die Prognose für das Ende des Jahres liege bei 1070 Personen. Damit bis dahin alle Asylsuchenden untergebracht werden können, müssten, Stand heute, über 350 neue Betten geschaffen werden. Derzeit leben die Flüchtlinge in einer Containeranlage und 71 Wohnungen an 48 Standorten.

Die Unterbringung von Asylbewerbern war auch Thema bei der Dienstbesprechung der Bürgermeister im Landratsamt. „Die anteilige Unterbringung nach Einwohnern als Schlüssel gilt weiterhin“, sagte Landrat Thomas Eichinger in der Ausschusssitzung. Die Gemeinden seien bemüht, dies einzuhalten. Es sei aber nicht verpflichtend.

Der Kauferinger Gemeinderat ist indes gewillt und bereit, dem Landkreis ein Grundstück zur Verfügung zu stellen, auf dem eine Containerwohnanlage errichtet werden kann. Wie bereits berichtet, sollen die Wohnungen in einem Gebäude des Landkreises in der Schlesierstraße bis zum Ende des Jahres geräumt werden. Dort leben derzeit rund 80 Flüchtlinge. Als „Ersatz“ sollen im Markt Wohncontainer aufgestellt werden. Wie Bürgermeister Erich Püttner unserer Zeitung sagte, werden derzeit mehrere Standorte von der Verwaltung geprüft.

Die Suche nach Wohnraum oder Grundstücken beschäftigt Landratsamt und Gemeinden ständig. Platz werde nicht nur für Asylbewerber, sondern auch für jene Menschen gesucht, die als Flüchtlinge anerkannt werden. Sie werden amtsdeutsch als „Fehlbeleger“ bezeichnet. Helmut Schiller von der Arbeiterwohlfahrt berichtete im Sozialpolitischen Ausschuss von den Schwierigkeiten, Wohnungen für diese Personen zu finden. Landrat Eichinger sprach von einem „Dilemma“, das über den sozialen Wohnungsbau (LT berichtete) abgefedert werden solle.

Marianne Asam vom Bayerischen Roten Kreuz Landsberg berichtete in der Sitzung des Senioren- und Sozialpolitischen Ausschusses über „erfreuliche Neuigkeiten“ aus der Landsberger Berufsschule. Dort sollen ab September drei weitere, und damit fünf Klassen mit jungen Asylbewerbern unterrichtet werden, eine davon möglicherweise nur für Analphabeten. "Kommentar

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