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  3. Kaufering: KZ-Friedhof: „Erst wurde den Menschen ihre Identität weggenommen und dann das Leben"

Kaufering
14.05.2024

KZ-Friedhof: „Erst wurde den Menschen ihre Identität weggenommen und dann das Leben"

Am Kauferinger KZ-Friedhof wurden zuletzt zwei Informationstafeln eingeweiht.
Foto: Thorsten Jordan

Um der Opfer des Zweiten Weltkriegs zu gedenken, die auf dem Kauferinger KZ-Friedhof beerdigt sind, wurden zwei Erinnerungstafeln aufgestellt.

Mit schätzungsweise 3000 begrabenen Toten ist der Kauferinger KZ-Friedhof in der Hurlacher Heide die größte der 14 Ruhestätten in der Region, für in den Außenlagern Kaufering des Konzentrationslagers Dachau umgekommenen Häftlingen. Nach den Friedhöfen in Seestall und Hurlach wurden nun an diesem Ort Informationstafeln aufgestellt und, vom Augsburger Ensemble Feygele musikalisch würdevoll umrahmt, feierlich eingeweiht. 

Erst in den 80ern wurde über den KZ-Friedhof in Kaufering gesprochen

Kauferings Bürgermeister Thomas Salzberger vermittelte in seiner Begrüßung einen kurzen, aber umso heftigeren Einblick in die Geschehnisse zwischen dem 18. Juni 1944, als der erste Zug mit KZ-Häftlingen in den Kauferinger Bahnhof einrollte, und der Befreiung durch US-amerikanische Soldaten am 27. April 1945. „Wir dürfen nicht zulassen, dass so etwas wieder geschieht“, forderte Salzberger. Auch deshalb sei er dankbar, dass Informationstafeln, mitunterstützt von der Stiftung Bayerische Gedenkstätten und der Europäischen Holocaustgedenkstätten-Stiftung, geschaffen und aufgestellt werden konnten. 

Landtagsabgeordnete Gabriele Triebel, in Kaufering aufgewachsen und auch heute noch hier lebend, erzählte von der „schweren Stille“, die in ihrer Kindheit über den Ereignissen der letzten Monate des Zweiten Weltkriegs in ihrem Heimatort lag. „Da gehst du nicht runter, zu dem Judenfriedhof“, habe ihre Mutter zu ihr gesagt. „Natürlich kamen wir als Kinder hierher“, so Triebel, „haben uns über die fremden Schriftzeichen gewundert und darüber, dass hier und nicht auf dem normalen Friedhof Tote begraben worden waren.“ Erst Anfang der 1980er-Jahre sei diese Stille von Schülergruppen unter Anleitung ihres Geschichtslehrers aufgebrochen worden. Heute gebe es erneut Angriffe auf die freiheitliche Grundordnung, die teilweise abgewiegelt, über die wenig gesprochen werde. „Das dürfen wir nicht hinnehmen“, so Triebel, denn die Geschichte lehre uns, was bei einer solchen Stille passieren könne. 

Die Bilder der Feierstunde im Bunker der Welfenkaserne/Erinnerungsort Weingut II und die feierliche Eröffnung der Ausstellung "Alois Elsner - Der stille Helfer"
68 Bilder
Gedenkveranstaltung anläßlich des 79. Jahrestages der Befreiung des KZ-Außenlagers Landsberg / Kaufering
Foto: Thorsten Jordan

Kauferinger Pfarrer rät zur Achtsamkeit

Nüchtern-sachlich listete die Historikerin Edith Raim zunächst die Zahlen auf. Die Leichen der aufgrund der unmenschlichen Arbeitsbedingungen und in Unterbringungen gestorbenen Häftlinge seien nach Dachau gebracht und im Krematorium verbrannt worden. Benzinmangel und ein Befehl Himmlers habe dazu geführt, dass die Toten zunächst in Massengräbern verscharrt wurden. Erst nach Beschwerden und auf Anweisung von Behörden seien Friedhöfe eingerichtet worden. „Diese sind Produkte des nazistischen Rassenwahns“, so Dr. Raim. „Erst wurde den Menschen ihre Identität weggenommen und dann das Leben. Dass heute, nach fast 80 Jahren, das ehrende Gedenken für die Toten nachgeholt wird, gibt Grund zur Hoffnung.“ Der immer wieder geforderte Schlussstrich unter die Geschichte, er dürfe nicht gezogen werden, denn Erinnerung verleihe Kraft. 

Josef Strzegowski legte an dem Mahnmal Nelken nieder.
Foto: Thorsten Jordan

Für Jürgen Nitz ist der KZ Friedhof Hurlacher Heide „seit 27 Jahren, seit ich evangelischer Pfarrer in Kaufering bin, ein vertrauter Ort. Ohne großes Aufsehen träfen sich hier regelmäßig Menschen aus der Pauluskirche Kaufering und beten für diejenigen, die hier gelitten, die hier gestorben und begraben sind.“ Vor allem seit die ersten Nachkommen hier waren, seit hinter den unglaublichen Zahlen Namen stehen und Gesichter erscheinen, sei es stilles Anliegen. Dass Gerhard Roletschek mit akribischen Nachforschungen die abstrakten Zahlen „vermenschlicht“ hat, dafür sei er ihm sehr dankbar, so Nitz. Für Angehörige und Nachkommen sei dies ein kleiner Trost dafür, dass ihre Toten nur zufällig, weil Kaufering einen Bahnhof hatte, hier ihre letzte Ruhestätte fanden. „Für uns heißt es“, so der Pfarrer, „achtsam zu sein – dass aus Namen nicht wieder Zahlen werden.“ 

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Schüler tragen hoffnungsvolle Texte aus der Zeit vor

Bevor ein Trauergang zum Mahnmal mitten im Friedhof, mit Niederlegung von bereitgestellten roten Nelken die Gedenkveranstaltung abrundete, trugen Schülerinnen und Schüler der Realschule Kaufering kurze Texte aus Schriften von Viktor Frankl und Coco Schumann vor. Beide waren Häftlinge in den Außenlagern Kaufering, beide wurden von US-Truppen befreit. Beide Texte waren von Hoffnung durchzogen, von, ja fast Optimismus, dass alles gut werden würde. 

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