Landkreis Im Bayerischen Landtag war unlängst erneut der Ausbau der S4-West ein Thema. Die Staatsregierung spricht sich nun für den Ausbau der S-Bahn-Linie 4 (Geltendorf-Ebersberg) zwischen Eichenau und Pasing auf vier Schienen aus. Das verkündete Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) im Bayerischen Landtag. Von vielen wird dieser Vorstoß begrüßt. Eine Kauferinger Landtagsabgeordnete ist jedoch irritiert über das Vorgehen der Ministerin.
Schreyer betonte, dass der Bund liefern müsse: „Der Freistaat begrüßt ausdrücklich, dass der Bund mit seinem Deutschlandtakt den viergleisigen Ausbau der Linie S4 zwischen Pasing und Eichenau in den vordringlichen Bedarf des Bedarfsplans Schiene aufgenommen hat.“
Bayerische Regierung will viergleisige Strecke für die S4
Dieser Aussage ging ein Dringlichkeitsantrag der Grünen-Fraktion voraus. Man forderte die Staatsregierung auf, die Strecke Pasing-Eichenau sofort als viergleisigen Ausbau weiter zu verfolgen, statt auf nur drei Gleise mit sogenannter „Aufwärtskompatibilität“ zu setzen. Die Kauferinger Landtagsabgeordnete Gabriele Triebel (Grüne) sieht sich mit Blick auf die seit drei Jahrzehnten andauernden Planungen, die immer neuen Untersuchungen und Beschlüsse an die „Irrfahrten des Odysseus“ erinnert. Sie sagt: „Das bedeutet: zwei Mal Planung, zwei Mal Kosten, zwei Mal Baustelle für Pendelnde und Anwohnende der S4 – das macht gar keinen Sinn, das ist reine Hinhaltetaktik, gepaart mit Geldverschwendung.“
Denn klar ist laut Triebel, dass mit der im August 2021 noch unter Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) erfolgten Aufnahme in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans dem viergleisigen Ausbau ein positives Nutzen-Kosten-Verhältnis attestiert ist. Umso überraschender und noch weniger nachvollziehbar wirke daher die Ablehnung durch CSU und Freie Wähler. Gabriele Triebel erinnert daran, dass die Strecke auch den Fernverkehr über Landsberg, das Allgäu und Bodensee bis in die Schweiz bedient und forderte daher in ihrer Rede die Staatsregierung auf: „Beenden Sie endlich ihre antik anmutende Verkehrsplanung und schwenken Sie um auf eine moderne, nachhaltige und zukunftsfähige Mobilität.“
Einen angeblichen „Sinneswandel“ habe es vonseiten der Staatsregierung nie gegeben, betont dagegen der Landsberger Landtagsabgeordnete Alex Dorow (CSU). Die Regierung begrüße den viergleisigen Ausbau ausdrücklich. „Was jetzt endlich kommen muss, ist auch eine verbindliche Zusage des Bundes. Die Schaufensteranträge der Grünen im Bayerischen Landtag oder unzutreffende Behauptungen, der Freistaat hätte kein Interesse an einem viergleisigen Ausbau, helfen da leider nicht weiter“, sagt Dorow im Hinblick auf die Kritik der Grünen.
Hintergrund: Die vorherigen Fahrgastzahlen der Prognosen bis 2030 wären für eine Bundesförderung bisher nicht ausreichend gewesen. Das ist laut Dorow jetzt mit der Aufnahme in den Deutschlandtakt hinfällig geworden. Erst jetzt könnten die offenen Fragen, etwa zur Finanzierbarkeit und zur Baurechtserlangung, geklärt werden. „Hierfür brauchen wir den Bund, der bekanntlich für den Aus- und Neubau der Schieneninfrastruktur verantwortlich ist“, sagt der CSU-Politiker. Der Freistaat hat das bereits mit rund zwölf Millionen Euro Planungsmitteln unterstützt. Der Zielfahrplan sieht außerdem für Zugpendler im Kreis Landsberg vor, dass 2030 keine Regionalzüge mehr in Kaufering und Geltendorf halten. Stattdessen fährt dann die Regional-S-Bahn S24X.
Fahrgastverband Pro Bahn begrüßt den S4-Ausbau
Der Fahrgastverband Pro Bahn begrüßt den sofortigen viergleisigen Ausbau der S4 zwischen Pasing und Eichenau als beste Lösung für die Region und hofft, dass die Pläne schnell umgesetzt werden. „Wir freuen uns, dass die Verkehrsministerin damit die Position der betroffenen Kommunen und nicht zuletzt auch von uns teilt, dass hier vier Gleise nötig sind“, so Andreas Barth, Sprecher des Fahrgastverbands.
Das habe nicht nur positive Auswirkungen auf das Münchener S-Bahn-System, sondern verbessere auch die Qualität der Zuganbindung Richtung Allgäu erheblich. Uneinigkeit bestehe noch über die Lage der S-Bahn-Gleise: Pro Bahn fordert, dass die S-Bahn-Gleise jeweils außen liegen. Nur damit könne der Bahnsteig ohne große Höhenunterschiede zumindest in einer Richtung erreicht werden. Dies verbessere die Barrierefreiheit deutlich.