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Landsberg: Die Künstlergilde Landsberg würdigt Axel Flörke

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Die Künstlergilde Landsberg würdigt Axel Flörke

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    Nina Keim hat den mittlerweile verstorbenen Axel Flörke porträtiert.
    Nina Keim hat den mittlerweile verstorbenen Axel Flörke porträtiert. Foto: Christian Rudnik

    Alle Vorbereitungen zur Ausstellung der Künstlergilde waren getroffen, der Themenvorschlag als eine Herzensangelegenheit des vor Kurzem verstorbenen Vorsitzenden Axel Flörke in der jüngsten Vorstandssitzung akzeptiert und an die Mitglieder weitergeleitet: "48°1’N 10°56’O", die geografischen Daten der geschätzten Mitte des Landkreises Landsberg. Kunst in der Auseinandersetzung mit dem verstandesmäßig nur schwer zu fassenden Begriff Heimat, und, aktuell, als Kommentierung der Regionalmarke "Landsberg Ammersee Lech", so der Wunsch Axel Flörkes, sollte in der Sonderausstellung in der Säulenhalle ihren Beitrag zum Diskurs um, insbesondere regionale, Identität leisten. 

    Nach Eingang der Arbeiten würde Flörke diese in gewohnter Weise genau sichten, um sie in einer ihrer Bezeichnung würdigen "Laudatio" eine um die andere vorzustellen und am Ende seiner Ausführungen dennoch wohl auch diesmal ein besorgtes "habe ich auch keinen vergessen?" in die Runde schicken. Dass es dazu nicht mehr kommen sollte, war von niemandem vorherzusehen. Und der plötzliche Tod ihres Vorsitzenden löste, nicht nur in den Reihen der Gilde-Künstler, große Bestürzung aus. Dennoch entschied man sich, an der Ausstellung festzuhalten.

    Die Sonderausstellung "48'1'N 10'56'0" der Künstlergilde ist aktuell in der Säulenhalle Landsberg zu sehen. Das Foto entstand bei der Eröffnung.
    Die Sonderausstellung "48'1'N 10'56'0" der Künstlergilde ist aktuell in der Säulenhalle Landsberg zu sehen. Das Foto entstand bei der Eröffnung. Foto: Christian Rudnik

    "Eine Absage", zeigte sich Flörkes Stellvertreterin Heidi Gerhardinger überzeugt, "hätte Axel nicht gewollt." Gerade nach den Einschränkungen während der Corona-Zeit sei ihm daran gelegen gewesen, Künstlern nun verstärkt Möglichkeiten zu bieten, sich und ihre Arbeit in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Dabei hatte der ehemalige Gymnasiallehrer eine Gruppe ganz besonders im Auge: junge Talente. Schon die Übernahme des Gilde-Vorsitzes vor gut einem Jahr hatte Flörke an die Bedingung einer Öffnung der Künstlervereinigung diesen Kollegen gegenüber geknüpft. Dass mit der erst 21 Jahre alten Nina Keim als beitragsfreiem Jungmitglied und Kulturförderpreisträger Vincent Göhlich als jüngstem Vollmitglied der Gilde jetzt zwei Künstler am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn an der aktuellen Ausstellung beteiligt sind, ist sichtbares Zeichen des eingeleiteten Kurswechsels. 

    Trauer über den Tod, aber keinerlei Tristesse

    Trauer über den Tod, aber keinerlei Tristesse bei der Erinnerung an eine inspirierende Persönlichkeit vereinen sich in Keims Porträt: Axel Flörkes Gesichtszüge verschattet durch die Beschränkung der Palette auf Schwarz, Weiß und alle dazwischen liegenden Graustufen, umgeben allerdings von einer "Aura" bunter Farbflitter als Ausdruck seiner mitreißenden und untrennbar mit ihm verbundenen Begeisterungsfähigkeit. Von dieser Seite hat auch Vincent Göhlich den langjährigen Kulturreferenten der Stadt kennengelernt, der ihn 2021 vom "Bauzaun des ULP am Papierfleck weg" als Leiter eines diese Graffiti-Aktion begleitenden Workshops engagierte. "Ein Mentor, der einem immer auf Augenhöhe begegnete", sei Flörke gewesen, findet sich der junge Künstler in seinem Urteil in Übereinstimmung mit Stadtrat Jonas Pioch. 

    Vincent Göhlich vor einem seiner Werke in der Landsberger Säulenhalle.
    Vincent Göhlich vor einem seiner Werke in der Landsberger Säulenhalle. Foto: Christian Rudnik

    Dieser wie auch stellvertretender Landrat Markus Wasserle war der Einladung der Gilde gern gefolgt und eröffnete die Ausstellung mit einer sehr persönlich gehaltenen Laudatio auf seinen "immer über das Notwendige hinaus engagierten politischen Ziehvater". Eine Trauerrede, war sich Pioch sicher, "hätte Axel nicht gewollt". Und auch einen Austausch vermeintlich "unpassender" Arbeiten hätte er abgelehnt. Also blieb auch Vincent Göhlich bei seiner für die Ausstellung vorgesehenen "Sternrose", einer ornamental sich vom Zentrum nach außen entwickelnden Arbeit in Schablonen- und Sprühtechnik mit wiederkehrendem, teils nur fragmentarisch erscheinendem Maskenmotiv in leuchtendem Blau-Gelb- beziehungsweise Grün-Rot-Kontrast.

    In die gleiche Spannung gesetzt ist Gernot Kragls Bildpaar "Anderswo I + II", eine Arbeit in Hinterglastechnik, mit der der Künstler seine aus der Ölmalerei bekannte Vorliebe für leuchtende Farben pflegt und gestalterisch konsequent vorantreibt. Inspiriert durch ihren Bildträger, eine ausrangierte alte Schreibtischplatte, hat Agnes Bauer, wie sie lächelnd versichert, "ihre Hausaufgaben gemacht" und das gesetzte Thema "48°1’N 10°56’O" als Zitat auf das Holz übertragen. Ergänzt durch indische Schriftzüge tritt die "geschätzte Mitte des Landkreises Landsberg am Lech" so in Kontakt mit "außerregionalen Identitäten" und öffnet sich der Welt.

    Zur Ausstellung der Künstlergilde waren auch (von links) Markus Wasserle, Jonas Pioch und Heidi Welnhofer gekommen.
    Zur Ausstellung der Künstlergilde waren auch (von links) Markus Wasserle, Jonas Pioch und Heidi Welnhofer gekommen. Foto: Christian Rudnik

    Die Sonderausstellung "48°1’N 10°56’O" der Künstlergilde Landsberg in der Säulenhalle ist geöffnet bis Dienstag, 2. Mai, täglich von 15 bis 19 Uhr.

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