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Landsberg
03.03.2024

Erzähl-Mahl: Mehr als nur Teigtaschen aus Afghanistan

Faieqa Sultani und Ali Reza Haidary flohen vor den Taliban und leben seit zwei Jahren in Landsberg. Sohn Kian ist in Deutschland geboren.
Foto: Vanessa Polednia

Die Künstlerin Faieqa Sultani aus Landsberg bereitet für die Kochserie Mantu zu. Das Gericht erinnert sie an ihre Heimat, die sie nach der Übernahme der Taliban verlassen musste.

Ob gekocht, gedünstet, gebraten oder frittiert: Teigtaschen sind auf der ganzen Welt verbreitet. So auch in Afghanistan. Aus dem asiatischen Binnenstaat kommt Faieqa Sultani. Sie lebt seit mittlerweile mit ihrer Familie in Landsberg und kocht für unsere Serie "Erzähl-Mahl" Mantu. Ihre persönliche Verbindung zu den herzhaften Teigtaschen ist bittersüß. Sultani erinnert das Gericht an ihre Heimat und an ausgelassene Zusammentreffen der Familie und Verwandtschaft, die sie zurücklassen musste. Denn nach der Machtergreifung der Taliban in Afghanistan sah sie sich gezwungen zu fliehen.

Frauen und Mädchen werden in Afghanistan aus der Öffentlichkeit verdrängt

Sultani, damals eine Malerin und Fotografin mit eigener Kunstgalerie in Kabul hatte bereits 2014 einen Selbstmordanschlag bei einer Theaterpremiere in Kabul überstanden. Die 30-Jährige hat zusammen mit ihrem Ehemann Ali Reza Haidary, ein Filmemacher und Grafikdesigner, jahrelang auf die Missstände in Afghanistan aufmerksam gemacht und sich insbesondere für die Rechte von Frauen eingesetzt. Nach der Machtübernahme der Taliban im August 2021 fasste das Ehepaar endgültig den Entschluss zu fliehen. Denn ihre Berufe konnten sie unter diesen Bedingungen nicht mehr ausüben; Aktivistinnen und Aktivisten droht unter dem autoritären Regime der Tod. 

Um viele Verwandte satt zubekommen, benötigt man für die Füllung:  500 Gramm Rinderhackfleisch drei mittelgroße Zwiebeln Korianderpulver, Salz und Pfeffer  Für den Teig: 375 g Mehl 1/2 TL Salz 2 EL Öl  Zum Garnieren: Sonnenblumenöl, türkischen Joghurt, frische Petersilie und getrocknete Minze
6 Bilder
Erzähl-Mahl: Faiqa Sultani kocht Mantu
Foto: Vanessa Polednia

Im August jährt sich der Tag der Machtergreifung somit zum dritten Mal. Faieqa Sultani bekommt weiterhin deprimierende Nachrichten von ihrer Familie und ihren Freunden: „Sie können nicht arbeiten und sitzen zu Hause fest." Nach Angaben der Vereinten Nationen leben 97 Prozent der afghanischen Bevölkerung in Armut. Speziell die Rechte von Frauen, Mädchen und Minderheiten werden verletzt. So werden Frauen und Mädchen systematisch aus dem öffentlichen Leben verdrängt. Die Vereinten Nationen bewerten diese gezielte Diskriminierung als Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Unter anderem ist Mädchen der Besuch von weiterführenden Schulen und Frauen der Besuch von Universitäten untersagt. 

Faieqa Sultani kocht für ihre Familie Mantu

Faieqa Sultani war bei der Flucht schwanger mit ihrem Sohn Kian. Der Eineinhalbjährige, der mit großen Augen den Besuch begutachtet sitzt wie selbstverständlich in seinem Hochstuhl Landsberger Wohnung. Eines Tages soll auch er erfahren, warum seine Eltern aus ihrer Heimat geflohen sind. Die Wohung im Landsberger Osten ist mit selbstgemalten Bildern von Sultani dekoriert. Ali Reza Haidary schenkt während seine Frau noch mit dem Zubereiten der Teigtaschen beschäftigt ist, Schwarzen Tee ein. "Tee gibt es bei uns zu allen Tages- und Nachtzeiten", erwähnt er dabei.

Um viele Verwandte satt zubekommen, benötigt man für die Füllung:  500 Gramm Rinderhackfleisch drei mittelgroße Zwiebeln Korianderpulver, Salz und Pfeffer  Für den Teig: 375 g Mehl 1/2 TL Salz 2 EL Öl  Zum Garnieren: Sonnenblumenöl, türkischen Joghurt, frische Petersilie und getrocknete Minze
6 Bilder
Erzähl-Mahl: Faiqa Sultani kocht Mantu
Foto: Vanessa Polednia

Mantu, das sind kleine mit Hackfleisch und Zwiebeln gefüllte Teigtaschen – "ein besonderes Essen", sagt die junge Mutter, die gekonnt den Teig ausrollt, kreisrund aussticht und mit wenigen Handgriffen in die gewünschte Form bringt. Schnell hat man Routine, denn von diesem Gericht macht man keine kleinen Portionen, so die Afghanin. Wenn dann würden gleich viele zubereitet werden, etwa zu einem Familienfest. Dann sei bei den Gastgebern Teamwork gefragt, erklärt sie. "Die Töchter müssen helfen, die Söhne nicht." 

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Die Landsbergerin mit afghanischen Wurzeln möchte Kunstlehrerin werden

Die junge Frau und ihre Familie haben in Landsberg Fuß gefasst, auch wenn sie aktuell auf der Suche nach einer neuen Wohnung sind. Beide haben mittlerweile ihre B1-Deutschprüfung bestanden und hoffen bald Arbeit zu finden. "Die Sprache sprechen ist für mich das schwierigste", sagt Faieqa Sultani. Während Ali Reza Haidary gerne wieder in seinem Beruf als Filmemacher und Grafikdesigner tätig wäre, kann sich Faieqa Sultani vorstellen, Kunstlehrerin zu werden, um ihre Leidenschaft für die Malerei an andere weiterzugeben. Mit der bestandenen Deutschprüfung sind sie diesen Berufswünschen ein Stück weit näher gekommen.

Auch mit künstlerischen und kulturellen Aktivitäten wollten sie sich in der Gesellschaft einbinden. So hat Sultani ihre Kunst schon etwa im Rochlhaus in Thaining und in Kaufbeuren ausgestellt. "Malen ist meine Leidenschaft", sagt sie und ihre Augen strahlen. Mit ihrer Kunst möchte sie den afghanischen Frauen eine Stimme geben und auf die schwierige Situation in ihrer Heimat aufmerksam machen.

In der Kochserie „Erzähl Mahl“ bereiten Menschen aus der Region ein Gericht aus ihrem Herkunftsland zu. Wir haben mit ihnen über ihre Heimat gesprochen und wie sie in der Region gelandet sind.

Die 30-jährige Faieqa Sultani lebt mit ihrer Familie in Landsberg und kocht für unsere Serie afghanische Teigtaschen.
Video: Vanessa Polednia
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