1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Lokalsport
  4. Eishockey in Landsberg: Goodbye Andrew McPherson

Landsberg

13.11.2019

Eishockey in Landsberg: Goodbye Andrew McPherson

Einen Monat lang hat Andrew McPherson bei den Landsberg Riverkings ausgeholfen. Wenn er am Freitag nach dem Heimspiel gegen Königsbrunn vom Eis geht, ist seine Zeit in Landsberg vorbei.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Der Deutsch-Kanadier bestreitet am Freitag sein letztes Spiel für die Riverkings. Es kann gut sein, dass es auch das letzte Eishockey-Punktspiel für den 40-Jährigen sein wird.

Nein, traurig ist Andrew McPherson nicht, wenn er in Landsberg am Freitag sein letztes Spiel absolviert. „Man soll niemals nie sagen“, meint der 40-Jährige am Telefon, aber vermutlich wird es sein letztes Punktspiel überhaupt sein. Dass dieses ausgerechnet in Landsberg sein wird, hat für ihn eine besondere Bedeutung. Und Pläne für „die Zeit danach“ hat der Deutsch-Kanadier auch schon.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Um 20 Uhr treten die Landsberger Riverkings im Hungerbachdome gegen den EHC Königsbrunn an. Ein letztes Mal mit Andrew McPherson. „Das ist einfach cool“, sagt McPherson und ein bisschen ist er auch froh, dass der extreme Stress damit wieder ein Ende hat. „Ich bin jede Woche am Donnerstag nach Landsberg gefahren und nach dem Spiel am Sonntag wieder zurück nach Bremerhaven.“ Denn dort ist inzwischen sein Lebensmittelpunkt. Zusammen mit seiner Frau und seinem neunjährigen Sohn Tyger – der inzwischen natürlich auch Eishockey spielt – hat sich McPherson dort seine Existenz aufgebaut.

Der Stress hat ein Ende

Inzwischen arbeitet er für einen Eishockey-Ausrüster und ist auch deshalb viel unterwegs. „Aber da kann ich mir die Zeit selbst einteilen. Ich bin dann eine Woche weg und dafür kann ich wieder zwei, drei Wochen von zu Hause aus arbeiten.“ Der Eishockey-Stress, durch den man jede Woche zwei, meist drei Tage unterwegs ist, hat damit ein Ende.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Und zwar ein Ende, wie es sich McPherson gewünscht hat. „Ich habe in Landsberg meine ersten Spiele in Deutschland gemacht“, erzählt er. Das war in der Saison 2005/2006, damals noch für den EV Landsberg 2000 in der Oberliga. Es war die Saison, nach der der EVL 2000 in die Zweite Bundesliga aufgestiegen war. Auch in diesem Jahr war McPherson einer der Leistungsträger beim EVL – und ein Publikumsliebling. Der Stürmer hatte in der Zweiten Liga in 51 Spielen 21 Tore erzielt und sagenhafte 62 Scorerpunkte gesammelt – in der Oberliga waren es in 49 Spielen sogar 36 Tore und 77 Scorerpunkte.

Mit der Familie lebt er in Bremerhaven

Allerdings war der Aufstieg in die Zweite Liga der Anfang vom Ende für den EV Landsberg. McPherson zog weiter durch Deutschland, über Straubing (DEL), Riessersee, Hannover und Kaufbeuren schließlich nach Bremerhaven zu den Fishtown Penguins, wo er mit seiner Familie „sesshaft“ wurde. 2018 bestritt er seine letzte Saison für Bietigheim in der DEL2, dann hängte er seine Schlittschuhe an den Nagel – bis im September der Anruf aus Landsberg kam. „Ich wollte immer noch mal in Landsberg spielen. Noch mal vor diesen Fans und in diesem Stadion“, sagt er.

Mit der Partie am Freitag werden es zehn Spiele sein, die er dann in Landsberg absolviert hat. Zehn Spiele, die ihm nicht nur „unheimlich viel Spaß“ gemacht haben, sondern auch besonders viel bedeuten. „Das ist jetzt für mich ein perfekter Abschluss. Ich habe in Landsberg begonnen und höre in Landsberg auf. Jetzt ist es einfach eine runde Sache. Vorher hatte ich immer das Gefühl, dass da noch irgendetwas fehlt.“

„Die Jungs können alle laufen und schießen“

Diesen perfekten Abschluss hätte ihm auch die Mannschaft ermöglicht. „Das sind super Jungs, das ist wirklich eine Mannschaft“, beschreibt er die Riverkings. Als „Neuer“ sei es kein Problem gewesen, in die Mannschaft reinzukommen. Was nicht immer der Fall sei. „Ich wusste nicht, ob ich wieder reinkomme. Egal in welcher Liga: Die Jungs können alle laufen und schießen.“

Und ein Jahr Pause hatte er schließlich hinter sich, eher er wieder in Landsberg auflief. „Ich wünsche ihnen allen noch ganz viel Erfolg. Mit Fabio Carciola haben sie einen super Trainer und das Team hat unheimlich viel Potenzial.“ Denn von der Ferne wird er das Abschneiden der Riverkings auf jeden Fall weiter verfolgen. „Jetzt sowieso, nachdem ich die Jungs alle kenne und weiß, wie hart sie arbeiten.“

Bislang hat er sechs Scorerpunkte gesammelt

In den neun Spielen bislang hat McPherson drei Tore und drei Assists verbucht. Zufrieden? „Das kann man nicht an Toren oder Punkten messen, ich hoffe einfach, dass ich helfen konnte“, sagt der Ex-Profi. Ein weiteres Andenken an seine Zeit in Landsberg kommt allerdings mit nach Bremerhaven. „Als ich das erste Tor geschossen habe, hat mir einer der Jungs den Puck gegeben“, erzählt er – und so etwas bewahre man immer auf.

Neben seinem Beruf will er auf jeden Fall dem Eishockey weiter verbunden bleiben. In Bremerhaven trainiert er neben der U11-Mannschaft auch die Damen. „Wir haben leider nur ein Mal in der Woche Eis, das ist zu wenig, um wirklich weiterzukommen. Aber die Mädels sind sehr ehrgeizig und das macht Spaß“, sagt McPherson. Und Damen-Eishockey habe noch einen weiteren Vorteil: „Ich glaube, sie hören ein bisschen besser auf das, was man sagt.“ Dem Eishockey verbunden bleibt er also auf jeden Fall.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren