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Landkreis Landsberg

08.07.2020

Im Landsberger Inselbad ist Einbahnstraßen-Training angesagt

Die Schwimmer des SC Lechfeld absolvieren das Training vorschriftsmäßig mit Abstand.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Mit Trockentraining haben sich die Schwimmer aus Landsberg und Kaufering in der Corona-Pause fit gehalten. Jetzt dürfen sie wieder in die Schwimmbäder. Aber sie müssen sich auf eine neue Situation einstellen.  

Während die „normalen“ Besucher des Inselbads kurz vor 19 Uhr gemütlich das Wasser verlassen, können es andere kaum erwarten, endlich wieder ins Becken zu springen: Die Schwimmabteilungen des VfL Kaufering und SC Lechfeld starten ihr Training. Nach der langen Corona-Pause ist auch für sie wieder das Training losgegangen. Zwar auch unter erschwerten Bedingungen, aber die Schwimmtrainer sind erfinderisch.

Aufgereiht wie eine Perlenschnur tauchten die Köpfe der Schwimmer hintereinander auf der Bahn auf. Immer schön mit Abstand die 50 Meter lange Bahn hinunter, unten eine Kurve und dann wieder zurück zum Start. Die Bahnen im Inselbad sind so breit abgesteckt, dass es auch mit „Gegenverkehr“ kein Problem gibt. Und die Schwimmer halten sich brav an die Vorgaben, scheinen einfach nur froh zu sein, dass sie wieder ins Wasser dürfen. Und das bestätigen auch die Trainer der beiden Vereine.

In der Pause ist das Wassergefühl verloren gegangen

Das Wassergefühl sei während der langen Pause schon ein bisschen verloren gegangen, sagt Dirk Soßna, Sportwart beim SC Lechfeld. Aber das komme wieder, ist sich Soßna sicher. Die Corona-Pause habe man gut überstanden. „Die Kinder haben sich fit gehalten“, freut sich der Sportwart. Und jetzt im Sommer seien auch die Wasserzeiten kein Problem. „Wir haben insgesamt 15 Wasserzeiten in der Woche, eine davon in Thaining.“ So lasse sich der Rückstand gut wieder aufholen.

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Dass die Kinder wegen der langen Pause die Lust aufs Schwimmen verlieren würden, diese Gefahr hatte man nicht gesehen und wurde in dieser Einstellung auch bestätigt. Denn in den Zeiten der Corona-Pause gab es keine Aus-, dafür aber einige neue Mitgliedsanträge. So ist die Mitgliederzahl des noch jungen Vereins, der im März 2019 gegründet wurde, von 27 auf inzwischen 72 gestiegen.

Die Trainingsgruppen werden nach Leistung eingeteilt

Das Training selbst lasse sich trotz der Vorgaben gut gestalten, sagt Soßna. „Wir haben die Trainingsgruppen aufgeteilt, so sind immer Sportler im Wasser, die annähernd dieselben Zeiten schwimmen.“ Dadurch vermeide man, dass man überholen muss. „Die Einbahnregelung ist damit kein Problem, nur Langstrecken sind nicht möglich, dass sich dann die Zeitunterschiede doch auswirken würden“, erklärt der Sportwart des SC Lechfeld.

Und hoch motiviert waren die Kinder nach der langen Pause. „Sie sind auch gekommen, als es regnete und kalt war“, sagt Trainer Christian Sczesny. „Es war einfach Wahnsinn, wie viel Spaß sie wieder hatten.“ Allerdings hatten sich auch die Trainer umstellen müssen. „Drei Monate sind gerade bei kleineren Kindern eine lange Zeit. Da sind sie ein paar Zentimeter gewachsen und auch schwerer geworden. Daran mussten sich die Kinder im Becken erst mal gewöhnen.“

Gibt es im Herbst wieder Wettkämpfe?

Dafür bleibt jetzt Zeit, bis wieder Wettkämpfe anstehen – wobei Dirk Soßna zuversichtlich ist, dass es im Herbst schon wieder so weit sein könnte. Jetzt im Sommer ist der SCL-Sportwart mit der Trainingssituation trotz Corona-Einschränkungen sehr zufrieden – schwieriger könnte es wieder werden, wenn die Freibadsaison zu Ende geht, da mit dem Lechtalbad in Kaufering wegen Wasserzeiten noch Verhandlungen anstehen.

Großen Trainingseifer stellt man auch bei den Schwimmern des VfL Kaufering fest. „Gefühlt ist die Trainingsbeteiligung stärker als zuvor“, sagt Abteilungsleiter Udo Franke. Wie in vielen anderen Sportarten und Vereinen hatte auch der VfL Kaufering während der Pause virtuelles Training angeboten. Zwei Schwimmer hätten zwar ihre Karriere beendet, doch „das hatte nichts mit Corona zu tun, das war schon früher klar“, sagt Udo Franke. Ansonsten verzeichnet auch er eher Neuanmeldungen als Abmeldungen. Trotz der Vorschriften seien die Kinder und Trainer hoch motiviert.

Auch beim VfL Kaufering ist Abstand im Wasser angesagt. Nur bei den Ansagen von Trainer Sven Sczepanek geht es mal  ein bisschen enger zu.
Bild: Thorsten Jordan

Das kann Trainer Sven Sczeponek nur bestätigen. „Es macht uns allen jetzt viel Spaß und Freude, die drei Monate Pause waren wirklich hart.“ Jetzt werde erst mal an der Ausdauer gearbeitet, und das nennt man bei den Schwimmern „Kacheln zählen“.

Schwierige Zeiten hat auch der Triathlet Simon Langwieser hinter sich. Während er das Lauf- und Radtraining relativ schnell wieder hatte aufnehmen können, blieb das Schwimmen ein Problem. „Mit Krafttraining habe ich zu Hause versucht, die Muskulatur aufrecht zu erhalten“, erzählt er. Und als er endlich wieder ins Wasser konnte, musste er feststellen, dass es nicht alle mit den Regeln so genau nehmen. „Das funktionierte nur teilweise“, sagt der Student.

 Triatlet Simon Langwieser ist zwischenzeitlich zum Schwimmtraining auch in den Lech gegangen. Jetzt ist er froh, wieder in Thaining trainieren zu können.
Bild: Julian Leitenstorfer

Auch für ihn war es eine Umstellung: „Die ersten paar Mal fühlten sich viel anstrengender an“, erzählt er. Da das Plantsch in Schongau noch geschlossen ist, wich er nach Thaining und ins Inselbad aus – dabei sei gerade das 50-Meter-Becken im Inselbad anfangs bedeutend größer erschienen, als es tatsächlich war.

Zuvor war er auch mit Neopren in die Lechstaustufe gegangen. „Aber da schwimmt man dann eine Viertelstunde in die eine Richtung und dann wieder eine Viertelstunde zurück.“ Darunter habe die Motivation schon gelitten. „Da hatte ich wirklich mal eine Woche keine Lust“, sagt Simon Langwieser. Inzwischen ist die Lust wieder da – vielleicht gibt es ja doch noch einen Wettkampf. Und selbst wenn nicht: „Ich sehe die Fortschritte und das motiviert mich.“

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