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Jubiläum

16.09.2019

Ein Ort für Spiritualität und Engagement

Selbstbewusst und engagiert zeigten sich die Frauen des Katholischen Frauenbundes Weilheim zum 110. Gründungsjahr.
Bild: Beate Bentele

110 Jahre Frauenbund Weilheim – alles andere als ein „Betschwesternverein“

Von seiner Geschichte her ist er einer der ältesten Zweigvereine im Katholischen Deutschen Frauenbund und einer der prominentesten: Von Ellen Ammann (1870–1932) gegründet, feiert der Zweigverein Mariae Himmelfahrt Weilheim in diesen Tagen seinen 110. Geburtstag. Mit vielen Führungsfrauen von der Diözesanspitze und Frauen aus der heimischen Politik begingen die Weilheimer Frauen bei strahlendem Sonnenschein vor der Stadtpfarrkirche das Jubiläum.

Weilheims Vorsitzende Christine Lang erinnerte bei ihrer Festrede an Ellen Ammann, die 1904 den Zweigverein München aus der Taufe gehoben hatte. Man wisse, „dass im Ganzen 78 Frauen ihre Anmeldung getätigt haben“, berichtet die Vorsitzende.

Christine Lang wies in ihrer Begrüßung auf das breite Bildungsprogramm des Frauenbundes hin, das auf die Bedürfnisse von Frauen zugeschnitten sei, „für eine gleichberechtigte Teilhabe in Gesellschaft, Politik und Kirche“, wozu sie auch das gegenwärtig aktuelle Thema Maria 2.0 zählt.

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Die inhaltsstarke und am KDFB-Jahresmotto „Frauen können alles - bewegen“ orientierte Veranstaltung moderierte Mechthilde Lagleder vom Familienpflegewerk des KDFB in Bayern. Mit der neuen und für die Region zuständigen Diözesanvorsitzenden aus Aichach, Monika Knauer, gingen die teils kämpferischen, in jedem Fall sehr klaren Worte zu aktuellen Frauenthemen weiter, die sich auch im Grußwort von Landrätin Andrea Jochner-Weiß vom Landkreis Weilheim-Schongau klar formulierten. Tanztrainerin Birgit Handel vom Tanzsport des TSV Weilheim tanzte nach dem „women power song“ mit den Teilnehmerinnen über den Kirchplatz, dem sich auch Kaplan Helmut Wißmiller anschloss.

Die Schirmherrin des Frauenbund-Jubiläumsjahres und Dritte Bürgermeisterin der Stadt Weilheim, Angelika Flock, betonte in einer engagierten Rede, wie die Frau in 110 Jahren „vom unterdrückten Heimchen am Herd zur Karrierefrau, zur emanzipierten Mutter und gleichberechtigten Partnerin avanciert ist“.

Die damalige Zeit, hielt Angelika Flock fest, habe die Frauen gezwungen, Berufe zu ergreifen und ihren Unterhalt selbst zu verdienen – und das bei Hungerlöhnen.

Der katholische Frauenbund sollte geistige Sammelstelle und Mittelpunkt und durch Anregungen und Aufklärung Zufluchtsstätte für die Frauen von einst sein. In einer männerdominierten Welt mussten die Frauen für das Recht auf Bildung, ihr Berufsrecht und gleiche bürgerliche Rechte wie die Männer kämpfen.

„Der Frauenbund Weilheim setzt sich ein für die Gleichstellung von Frauen und Männern, für ein geeintes, starkes und friedvolles Europa oder für klimabewusste Ernährung.“ Der Frauenbund Weilheim, so schloss sie ihre Grußworte, sei alles andere als ein Bastel-, Kaffee- oder Betschwesternverein. „Von wegen! Hier wird engagierten Frauen eine Heimat gegeben. Hier können Frauen ihre Interessen, ihre Bedürfnisse, ihren Glauben und ihre Spiritualität leben.“ (bb)

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