1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Vereinsberichte
  4. Versöhnung über den Gräbern in Italien

Einsatz

13.05.2019

Versöhnung über den Gräbern in Italien

Gedenkstunde der deutschen Reservisten gemeinsam mit Kameraden vom italienischen Militär.
Bild: Bruce Grillmayer

Oberbayerische Reservisten auf dem deutschen Soldatenfriedhof am Monte Cassino. Eine Schlacht, ihre Hintergründe und fleißige Helfer, die das Andenken pflegen

Der Berg Monte Cassino stellte einen zentralen Bestandteil im deutschen Verteidigungskonzept der deutschen Wehrmacht in Italien 1943 dar. Auf seinem Gipfel befand sich ein 529 erbautes Benediktinerkloster. Mit detailliertem historischen Hintergrundwissen starteten zehn Reservisten und zwei aktive Kameraden für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zum Grabpflegeeinsatz auf dem deutschen Soldatenfriedhof nach Monte Cassino.

Wegen der besonderen historischen Bedeutung des Klosters verbot der deutsche Oberbefehlshaber in Italien, Generalfeldmarschall Albert Kesselring, das Kloster in die deutschen Stellungen einzubeziehen. Der Wehrmachts-Oberstleutnant Julius Schlegel hatte, als sich die Front näherte, die Kunstschätze des Klosters Montecassino vom 17. Oktober bis November 1943 auf die Engelsburg nach Rom evakuieren lassen. Der Wiederaufbau des Klosters war nicht zuletzt deshalb möglich, weil Julius Schlegel auch alle Baupläne rettete.

Zum Zeitpunkt des Angriffs von 229 amerikanischen Kampfflugzeugen im Februar 1944 hielten sich nur Mönche und Flüchtlinge in den Kellergewölben des Klosters auf, das durch 500 Tonnen Bomben bis auf die Grundmauern zerstört wurde. Dabei starben 250 Mönche und Flüchtlinge.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Nach der Bombardierung bezogen deutsche Truppen die Ruinen des Klosters. Die viermonatige Schlacht um Monte Cassino kostete rund 20 000 deutsche und 12 000 alliierte Soldaten das Leben. Im Oktober 1964 fand die Einweihung des wiedererrichteten Klosters durch Papst Paul VI. statt.

Nach einem Kriegsgräberabkommen zwischen Italien und Deutschland von 1955 wurde nördlich des Klosters, in der Nähe der Ortschaft Caira, der deutsche Soldatenfriedhof errichtet. Dort befinden sich die Grabstellen von 20 051 gefallenen Soldaten.

Aufgabe des Kommandos war es, Gestrüpp und abgestorbene Hecken zu entfernen und den Bewuchs zu lichten, Bäume zu fällen, zu beschneiden und Abfallholz abzutransportieren. Grünflächen waren zu mähen, die Grabstellen von Gras zu befreien sowie die steinernen Gehwege und Treppenaufgänge sowie der Vorplatz um das Hochkreuz mit Hochdruckreiniger zu säubern. Auch die Decke der Gedenkhalle in dem Eingangsbereich war auszubessern und neu zu streichen.

Zum Abschluss der Arbeiten wurde mit einer Gedenkstunde durch das Arbeitskommando in Anwesenheit einer militärischen Abordnung des italienischen 80. Regimentes „Roma“ mit einer Kranzniederlegung am Hochkreuz der gefallenen Kameraden gedacht.

Die Reservisten haben mit ihrer Arbeit einen Anteil zur Aktion „Versöhnung über den Gräbern“ gerne und aus voller Überzeugung geleistet.

Auch der kulturelle Aspekt kam nicht zu kurz. Ein Besuch in dem nach 1945 neu aufgebauten Kloster Montecassino, der im Jahr 79 durch die Asche des Vesuvausbruchs verschütteten Stadt Pompeji und des Vesuvs selbst standen auf dem Programm, ebenfalls die Küste um den Golf von Neapel und die Küstenstraße nach Amalfi. (lt)

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20SVFuchstal.tif
SV Fuchstal

Wieder mehr Übungsleiter

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser Morgen-Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen