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Windach: Der Schlossmarkt in Windach ist kein einfaches Geschäft

Windach

Der Schlossmarkt in Windach ist kein einfaches Geschäft

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    Die Grünen-Landtagsabgeordneten Ludwig Hartmann (Dritter von links) und Gabriele Triebel (Vierte von links) sehen im Schlossmarkt eine "Voreiterrolle" für andere Gemeinden. Das Foto zeigt sie zusammen mit Rudolf Frommknecht (links), Britta Renner und Gerhard Altschäffl.
    Die Grünen-Landtagsabgeordneten Ludwig Hartmann (Dritter von links) und Gabriele Triebel (Vierte von links) sehen im Schlossmarkt eine "Voreiterrolle" für andere Gemeinden. Das Foto zeigt sie zusammen mit Rudolf Frommknecht (links), Britta Renner und Gerhard Altschäffl. Foto: Nicole Burk

    Einen Dorfladen mitten im Dorf statt eines Supermarkts "draußen" auf der ehemals grünen Wiese – das gibt es eher selten. Der Schlossmarkt in Windach aber geht mit gutem Beispiel voran: Vor 15 Jahren wurde das von einer Genossenschaft getragene Geschäft gegründet. "Einkaufen – wo man zu Hause ist" ist das Motto des Ladens, der noch in diesem Jahr erweitert und ökologisch saniert wird. Bei einem Besuch der Grünen-Landtagsabgeordneten Ludwig Hartmann und Gabriele Triebel sprachen die Betreiber über die Chancen und Risiken dieses Konzepts.

    In seinen Vorträgen erwähne er den Windacher Schlossmarkt oft als positives Beispiel, wie Nahversorgung im Ort bleiben kann, sagte Ludwig Hartmann. Er bewundere das Engagement der Windacher, die sich für den Erhalt eines Dorfladens einsetzten und einen großen Supermarkt außerhalb ablehnten. "Der Schlossmarkt wird von den Bürgerinnen und Bürgern getragen. Er ist Lebensmittelladen und Treffpunkt zugleich." Besonders für die ältere Generation sei eine Nahversorgung wichtig. "Im nächsten Schritt soll der Schlossmarkt jetzt auch noch CO₂-neutral werden. Hut ab vor so viel Gestaltungswillen." Auch Gabriele Triebel zeigte sich begeistert über den Vollsortimenter mit mehr als 4000 Produkten, darunter über 30 Prozent Bioartikel. Durch die Organisation in einer Genossenschaft sei eine viele größere Verbindung zum Ort gegeben, so Triebel. "Vorausgesetzt ist ein großes zivilgesellschaftliche Engagement, was nicht selbstverständlich ist." 

    350 Bürger aus Windach und Umgebung taten sich als Genossenschaft zusammen

    Der Schlossmarkt wird seit 2008 als Genossenschaft betrieben, nachdem der damalige Betreiber den Laden aufgab. Die Suche nach einem Nachfolger blieb erfolglos, bis sich 350 Bürger aus Windach und Umgebung zusammentaten und das ausgearbeitete Konzept umsetzten: Sie zeichneten insgesamt 564 Anteile à 150 Euro. Mit einem Kapital von 85.000 Euro ging es los: Lieferanten suchen, Personal einstellen, Sortiment aussuchen. 

    Gerhard Altschäffl, Aufsichtsratsvorsitzender der Schlossmarkt Windach eG, schätzt, dass täglich etwa 300 bis 400 Windacherinnen und Windacher vor Ort einkauften und das Auto stehen ließen. Für ältere Mitbürger, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, liefert der Schlossmarkt sogar "frei Haus". "Den Umsatz von anfangs rund 800.000 Euro konnten wir die Jahre über auf rund 1,2 Millionen steigern", so Altschäffl. Der Gewinn sei aber zurückgegangen und laufe gegen null. "Es ist immer ein Ritt auf Messers Schneide." Ursächlich seien die höheren Personalkosten und die generellen Kostensteigerungen. "Wir bräuchten etwa 20 Prozent mehr Kunden, die bei uns einkaufen." 

    Ein Umbau soll den Schlossmarkt ökologisch zukunftsfähig gestalten

    Um den Markt ökologisch zukunftsfähig zu gestalten, wurden jüngst zahlreiche Umbaumaßnahmen beschlossen: Neben einer Erweiterung des Gebäudes für ein großzügiges Tagescafé mit erweitertem Bäckereibereich und verbesserten Eingangsbereichen bekommt der Schlossmarkt eine ökologische Heizung mit Wärmepumpe und einer Wärmerückgewinnung aus der Kälteanlage. Dieses Heizsystem dient gleichzeitig der Kühlung der Verkaufsräume an heißen Sommertagen. Auf dem Dach soll eine große PV-Anlage mit 70 kWp errichtet werden, über die eine Energieautarkie des Schlossmarktes von etwa 85 Prozent angestrebt wird. "Neben den positiven ökologischen Aspekten hoffen wir, dass der Schlossmarkt durch die Sanierung für die Leute noch attraktiver wird und er langfristig der Daseinsvorsorge in Windach dient", hofft Altschäffl. 

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