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Dillingen
12.11.2020

Christliches Wort: Worauf es im Leben ankommt

Simon Heupel, Pastor der Freien Evangelischen Gemeinde Dillingen, spricht im Christlichen Wort von der Normalität des Nacktseins.
Foto: Heupel

Heute von Simon Heupel, Pastor der Freien Evangelischen Gemeinde Dillingen. Warum Nacktsein normal sein sollte.

Die beiden, der Mann und die Frau, waren nackt und sie schämten sich nicht voreinander. 1. Mose 2,25

Liebe Leserinnen und Leser,

ausgerechnet mit diesem Fazit endet die zweite Schöpfungserzählung in der Bibel. Aber ist es überhaupt etwas Besonderes nackt zu sein, ohne sich zu schämen? Es ist hier weniger ein körperliches Nacktsein gemeint, sondern ein „seelisches“. So formuliert es der Theologe Rob Bell: „Jemandem deine Seele zu öffnen, jemanden in deinen Geist zu lassen in deine Gedanken, in deine Ängste, in deine Zukunft, in deine Hoffnungen, in deine Träume, das bedeutet es, nackt zu sein.“

Aus der Schöpfung

Ganz bewusst wird mit diesem Gedanken die zweite Schöpfungserzählung abgeschlossen. In 1. Mose 2 wird in wenigen Sätzen beschrieben, was der Mensch zum Leben braucht. Zuerst wird Gott selbst als Gärtner tätig und gestaltet ganz liebevoll einen Park als Lebensraum für den Menschen. Der Park enthält ein allerlei an Bäumen mit Früchten, die nicht nur verlockend anzusehen sind, sondern auch gut zu essen (1. Mose 2,9). Essen – das ist wichtig!

Simon Heupel
Foto: Heupel

Aber es fehlt noch etwas: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist.“ Also wird kurzerhand ein zweiter Mensch erschaffen. Gemeinschaft – das ist auch wichtig!

Man muss sich nicht schämen

Dann - ganz am Ende – nachdem die grundlegenden Bedürfnisse gestillt sind, kommt das Crescendo, das Nonplusultra des Menschseins: „Die beiden, der Mann und die Frau, waren nackt und sie schämten sich nicht voreinander.“ Es ist der größte Schatz im Leben eines Menschen, wenn er ein paar Menschen findet, mit denen er seelisch nackt sein kann, ohne sich schämen zu müssen. Mit denen er alles teilen kann, ohne Angst haben zu müssen, dass sie es missbrauchen könnten oder geringer von ihm denken oder sich lustig über ihn machen. Das bedeutet es, nackt zu sein. Eben das erlebe ich in höchstem Maße bei Gott. Dort kann ich vollkommen offen sein, in der Gewissheit, dass er mich liebt und annimmt, wie ich bin. Woher ich das weiß? Das hat er uns in Jesus gezeigt.

Von Simon Heupel

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