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Memmingen

05.09.2019

21-Jähriger raubt Mann in Obdachlosenunterkunft aus

Ein 21 Jahre alter Somalier musste sich vor dem Landgericht Memmingen verantworten.
Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Angeklagter und Opfer erzählen vor Gericht eine unterschiedliche Version der Geschehnisse. Am Ende des Prozesses landet der 21-Jährige im Gefängnis.

Um einen Überfall, den ein 21-jähriger vermummter Somalier im Februar in der Wohnung eines 48-Jährigen begangen hat, ging es vor dem Memminger Landgericht, dabei waren die Aussagen sehr unterschiedlich.

Der Angeklagte schildert den Ablauf des Tattages und wird dabei von einem Dolmetscher unterstützt. Er habe an dem Tag Alkohol und Drogen genommen und sich auf den Weg zu einem Einkaufszentrum in Memmingen gemacht. Vor einem Supermarkt habe er das spätere Opfer getroffen. Der Mann habe ihn zum Abendessen zu sich ins Heim für Obdachlose eingeladen. Dort angekommen, habe sich der 48-Jährige mit ihm auf die Couch gesetzt und angefangen, ihn zu streicheln. Das will der Somalier nicht und verlangt als Entschädigung vom Opfer Geld. 20 Euro hat der in seinem Geldbeutel und gibt sie ihm. Der 21-Jährige sucht nach weiterer Beute, bedroht das Opfer mit einem Küchenmesser und mit einem Fleischerbeil. Der Wohnungsnachbar des Opfers hat aber von der Sache etwas mitbekommen und die Polizei gerufen. Die Beamten nehmen den 21-Jährigen noch in der Wohnung des Opfers fest.

Das Opfer schildert den Fall in der Obdachlosenunterkunft anders

Der 48-Jährige erzählt die Geschichte anders und wird dabei von Zeugen bestätigt. Gegen 19.30 Uhr klopft es demnach an seiner Unterkunftstür, er öffnet und wird von einem vermummten Mann ins Zimmer gedrängt. Selbst vor Gericht kann er den Täter nicht identifizieren. „Ich habe um Hilfe gerufen und mit dem Fuß gegen die Türe meines Nachbarn geschlagen. Da hielt mir der Kerl den Mund zu, davon platzte meine Lippe. Er nahm mein Küchenmesser vom Tisch, fuchtelte damit vor meiner Nase rum und verlangte Geld. Sonst würde er mich umbringen, sagte er. Er durchsuchte meine zwei Zimmer, verlangte neben den Pizzas noch zwei Bier, nahm einige Sachen und wollte verschwinden. Da kam aber schon die Polizei.“

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Die Erzählung des Angeklagten wird schnell unglaubwürdig. Nicht nur, dass am Sonntag der Supermarkt nicht geöffnet hat. Alle bei der Polizei vorgenommenen Untersuchungen zeigen in Bezug auf Einfluss von Alkohol oder Drogen keinerlei positive Ergebnisse. Es gebe also, so die Aussage des Sachverständigen, keine Anzeichen auf Beeinträchtigungen der Steuerfähigkeit.

Der Angeklagte ist mehrfach vorbestraft - und muss nun mehrere Jahre ins Gefängnis

Dass der Somalier schon in sechs Fällen vorbestraft ist und derzeit eine neunmonatige Jugendstrafe absitzt, kommt noch erschwerend dazu. So wird der 21-Jährige wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung und Raub sowie vorsätzlicher Körperverletzung zu vier Jahren Haft verurteilt.

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