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Tradition

17.08.2017

Alle (Rad-)Wege führen nach Baumgärtle

Mit 44 Teilnehmern waren die Radlfreunde aus Zusmarshausen die größte Gruppe beim Unterallgäuer Radlertag. Der erste Platz wurde ausgiebig bejubelt.
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Mit 44 Teilnehmern waren die Radlfreunde aus Zusmarshausen die größte Gruppe beim Unterallgäuer Radlertag. Der erste Platz wurde ausgiebig bejubelt.

An Mariä Himmelfahrt war der Wallfahrtsort wieder der Mittelpunkt der regionalen Radlerwelt.

Die Radlfreunde aus Zusmarshausen brachen in lauten Jubel aus. Mit 44 Teilnehmern stellten sie die größte Gruppe und strampelten auf Platz eins. „Ich habe es wieder geschafft“, freute sich auch Heinrich Beck aus Memmingen. Der 87-Jährige war der älteste von mehr als 1000 „Pedalrittern“, die bei sengender Hitze an Mariä Himmelfahrt den Wallfahrtsort Baumgärtle ansteuerten.

Die weiteste Anfahrt hatte Hans Haibt aus Hausen am Bussen (Oberschwaben). Er legte 78 Kilometer zurück und klagte über heftigen Muskelkater. Für den tapferen Radler gab es Sonderapplaus. Mit großem Beifall wurde auch die drei Jahre alte Mia Stegmann aus Bedernau bedacht. Sie war die jüngste Teilnehmerin.

Mit von der Partie beim 31. Unterallgäuer Radlertag war auch Norbert Richter aus Augsburg. Allein die Freude an der Bewegung trieb den 83-Jährigen an, der 69 Kilometer unterwegs war und die Strecke in fünfeinhalb Stunden schaffte. Die Frage, ob er sich mit einem E-Bike anfreunden könnte, lehnte er kategorisch ab. „Auf keinen Fall, was ich nicht tragen kann, kaufe ich nicht“, lautete seine Antwort.

Jeder fährt aus anderen Gründen nach Baumgärtle

Unterschiedliche Motive ließen die Radler einzeln und in Gruppen nach Baumgärtle strampeln. Meist waren es religiöse, mitunter auch nur sportliche. Wegen der großen Hitze wurde die Pilgerfahrt auf zwei Rädern für so manchen Radler zu einer Tour der Leiden. Doch dabei sein war alles.

Dabei sein wollte auch Pfarrer Guido Beck aus Markt Rettenbach. „Mein Drahtesel hat noch keinen offiziellen Segen“, begründete er seine Teilnahme und fügte verschmitzt hinzu: „Von den Patres in Baumgärtle ist er sicher hilfreicher.“ An einem schattigen Plätzchen machte es sich eine Radlergruppe aus Günz bequem „Wir hoffen, dass das Dappen nach dem Segen leichter geht“, erklärten sie wie aus einem Munde.

Kein Radlertag ohne Marienandacht. Wie schon in den letzten Jahren fand sie unter freiem Himmel auf dem Platz neben der Kirche statt. „In der Kapelle ist einfach zu wenig Platz für die vielen Radler“, begründete Landrat Hans-Joachim Weirather den Umzug. Der Not gehorchend hatte man wegen der grundlegenden Sanierung der Wallfahrtskirche den Gottesdienst in den letzten Jahren nach draußen verlegt und damit im Sinne aller Radler eine gute Wahl getroffen, die beibehalten werden soll. „Seit wir im Freien beten, ist das Wetter immer schön“, scherzte der Landkreischef.

In seiner Predigt ging Pater Alois Schlachter auf das Thema „200 Jahre Fahrrad und Kirche“ ein und brachte das Radeln mit der Sorge um die Schöpfung in Verbindung. Den kleinen und großen radelnden Brüdern und Schwestern bescheinigte er: „Ihr leistet einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz, kommt mit null Liter Diesel recht weit und erlebt dabei die Schöpfung ganz anders als hinter dem Steuer eines Autos.“ Musikalische Akzente setzte bei der Andacht der Chor „Klangzauber“ aus Breitenbrunn. Dann war es soweit. Pater Alois Schlachter segnete Mountain- und E-Bikes, Fahr- und Rennräder und auch deren Fahrer.

Landrat Weirather ehrte die Radler in Baumgärtle

Zu denen gehörte auch die Gruppe „Fahrbar“ aus Landsberg und die Fischacher „Ritter auf Stahlrössern“, die sich seit mehr als 20 Jahren nach Baumgärtle durchkämpfen.

Die Ehrung der Erstplazierten nahmen Landrat Hans-Joachim Weirather und Manfred Neun aus Memmingen vor. Der Präsident des Weltradverbandes verwies dabei auf die Zuständigkeit der Bundesregierung für Radschnellwege, die mehr und mehr an Bedeutung gewinnen“. Wenn der Landrat im Unterallgäu „Highways für Radler“ anlegen lässt, könne er mit Zuschüssen aus Berlin rechnen, so Neun.

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