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Pandemie

06.08.2020

Allgäu Airport: Viel los an der Corona-Teststation

Lutfije Zubaku hat sich gleich nach ihrer Ankunft am Allgäu Airport in Memmingen testen lassen.
Bild: Ralf Lienert

Plus Am Flughafen Memmingen können sich ankommende Passagiere testen lassen. Die ersten Reiserückkehrer haben das Angebot angenommen.

Die Schlange vor dem „Corona-Reisezentrum“ am Allgäu Airport ist lang. Kurz zuvor ist ein Flugzeug aus Pristina ( Kosovo) gelandet. Das Kosovo wurde als Risikogebiet eingestuft – viele Passagiere nutzen deswegen die Möglichkeit, sich gleich am Flughafen freiwillig und kostenlos testen zu lassen. Denn generell gilt: Wer aus einem Risikogebiet einreist, muss direkt in seine Wohnung oder eine geeignete Unterkunft fahren und dort 14 Tage lang bleiben. So steht es in der Einreise-Quarantäneverordnung (EQV), die das Bayerische Gesundheitsministerium erlassen hat. Dem entgehen kann nur, wer einen aktuellen negativen Test vorweisen kann.

Corona-Test als Nachweis für die Arbeit

Leonora Arifi war wegen einer Beerdigung im Kosovo. Gleich nach der Landung in Memmingerberg hat sie sich auf den Weg ins Testzentrum gemacht, das in der alten Lärmschutzhalle des Flughafens untergebracht ist. „Ich brauche den Test als Nachweis für die Arbeit“, sagt sie. Außerdem will die 21-Jährige auf Nummer sicher gehen und sich und andere schützen.

Wie sie sehen es die meisten Ankommenden, die zum Test gehen. „Wir wollen keine Probleme machen und auch für uns selbst Sicherheit haben“, sagt Lutfije Zubaku. Eine halbe Stunde haben sie und ihr Mann gewartet, bis sie dran waren. „Aber für die Gesundheit macht man das gerne.“ Dieser Meinung ist auch Guri Miftaraj. Er nennt noch einen weiteren Grund, warum sich das Anstehen lohnt: „Ich will nicht 14 Tage in Quarantäne“, sagt er.

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Hunderte Testungen am Flughafen in Memmingen

Im Schnitt werden am Memminger Flughafen 300 bis 400 Menschen am Tag getestet, sagt Emir Sadiki vom Dienstleister Ecolog, der das Testzentrum betreibt. Vier Mitarbeiter sind für die Registrierung der Passagiere zuständig, die einen ausführlichen Fragebogen beantworten müssen. Drei weitere Mitarbeiter führen die eigentlichen Tests durch. Ein Ergebnis gibt es nach ein bis zwei Tagen per E-Mail oder SMS.

Testen lassen können sich am Allgäu Airport alle ankommenden Fluggäste – egal, ob sie aus einem Risikogebiet oder einem anderen Land einreisen. Das Angebot gilt jedoch nicht für abfliegende Passagiere oder Menschen, die sich schlicht gerne einmal testen lassen möchten. Wer ins Testzentrum kommt, braucht eine entsprechende Bordkarte. Doch nicht nur an der Teststation am Flughafen ist viel los, sondern auch auf der Start- und Landebahn. „Achtzig Prozent der Ziele werden wieder angeflogen“, sagt Marina Siladji, Sprecherin des Allgäu Airport. Auch die Passagierzahlen seien angesichts der Pandemie „in Ordnung“.

2020 nur 170.000 Fluggäste erwartet

Rund um die Sommerferienzeit waren im vergangenen Jahr 272.000 Passagiere unterwegs, heuer werden es wohl knapp 170.000 sein. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat am Montag bekräftigt, dass eine Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten im Laufe dieser Woche in Kraft treten soll. Ein genauer Termin steht aber noch nicht fest, heißt es aus dem bayerischen Gesundheitsministerium. Bereits jetzt müssen die „Risiko-Rückkehrer“ – egal mit welchem Verkehrsmittel sie einreisen – nicht nur in Quarantäne gehen, sondern sich auch bei ihrer zuständigen Kreisverwaltungsbehörde melden.

Ralf Schmid, Chef des Allgäu Airport in Memmingen, über die Corona-Krise und die Zukunft seines Flughafens.
Video: Axel Hechelmann

„Das funktioniert gut“, sagt Andreas Kaenders vom Oberallgäuer Landratsamt. Sobald die Rückkehrer einen aktuellen negativen Test vorweisen könnten, erhielten sie eine Bestätigung, dass sie nicht zuhause bleiben müssen. Ob auch wirklich alle Reisenden sich melden, könne man zwar kaum kontrollieren, sagt Kaenders. Aber wer betrüge, sei schlecht beraten. „Sofern wir einen Verstoß ermitteln, ist ein Bußgeld von bis zu 25.000 Euro möglich“, sagt Thomas Brandl vom Ostallgäuer Landratsamt. Die Summen seien so hoch, weil von Corona ein großes Risiko für die gesamte Bevölkerung ausgehe.

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